Entwickler Runes Studio und Publisher The Arcade Crew haben neues Gameplay zu Wardens of Avalon veröffentlicht. Das Action-Rollenspiel wirft euch in ein völlig zerrüttetes Königreich, in dem die Ritter der Tafelrunde der Verderbnis anheimgefallen sind. Statt verstaubter Mythen serviert das Team eine actiongeladene Mischung aus wuchtigen Bosskämpfen, freier Charakterentwicklung und strategischem Wiederaufbau, die wahlweise allein oder im Vierer-Koop für ordentlich Schweißperlen auf der Stirn sorgt.
Flüssiger Waffenwechsel und gebrochene Eide im Sekundentakt
Schon bei den ersten Scharmützeln zeigt sich, wie unkonventionell das Kampfsystem gestrickt ist: Statt euch vorab in eine starre Charakterklasse wie Krieger, Schurke oder Magier zu zwängen, bestimmt euer aktueller Schwur, wie ihr euch auf dem Schlachtfeld verhaltet. Braucht ihr gegen gepanzerte Kolosse mehr defensive Standfestigkeit, wechselt ihr kurzerhand eure Ausrüstung und bindet euch an einen neuen Kodex, der eure Hiebe mit feurigen Siegeln auflädt.
Gesteuert wird das Geschehen aus der klassischen Vogelperspektive, allerdings ohne träges Dauerklicken. Bestien fordern präzise Ausweichrollen im richtigen Sekundenbruchteil, schwere Kriegshämmer besitzen spürbares Gewicht und saubere Paraden eröffnen erst die nötigen Lücken für schmerzhafte Gegenangriffe.
Die gefährlichste Mechanik lauert jedoch im Verderbnis-System. Um Widersachern verheerenden Bonusschaden zuzufügen, könnt ihr die finstere Seuche der Spielwelt aktiv in den eigenen Körper aufsaugen. Wer diesen Zustand aktiviert, teilt gewaltig aus, wandelt gleichzeitig aber auf einem extrem schmalen Grat zwischen totaler Dominanz und plötzlicher Vernichtung. Wer zu gierig nach Verderbnis greift, bezahlt diesen Pakt mit dem schnellen Bildschirmtod.
Überlebt ihr den Bosskampf, schleppt ihr eure Beute nicht einfach nur zum nächsten Händler, sondern legt die Grundlage für das zweite große Standbein des Titels.
Camelot liegt in Trümmern und verlangt harten Schichtdienst
Die Artus-Sage dient hier keineswegs als strahlende Kulisse für heldenhafte Balladen. Die einst glorreiche Tafelrunde ist vollständig verfallen, das Königreich zerbrochen und König Artus selbst entpuppt sich als finsteres Zerrbild alter Legenden. Ihr tretet der neu formierten Truppe der Twilight Knights bei, geführt von niemand Geringerem als Morgan Pendragon, um das zerstörte Land Stück für Stück aus der Finsternis zurückzuholen.
Dieser Wiederaufbau ist eng an den spielerischen Fortschritt gekoppelt. Aus euren Streifzügen bringt ihr Holz, seltene Erze und uralte Relikte mit zurück in euer Lehen. Mit diesen Ressourcen errichtet ihr neue Bezirke, siedelt Schmiede, Druiden, Alchemisten sowie Kräuterkundige an und schaltet schrittweise mächtigere Werkzeuge frei. Jedes neue Gebäude erweitert nicht nur eure Werkbänke, sondern deckt gleichzeitig frische Quests in der Wildnis auf.
Dass diese Festung kein friedlicher Rückzugsort bleibt, machte bereits der erste Trailer unmissverständlich klar. Regelmäßig stürmen korrumpierte Heerscharen eure Mauern und zwingen euch dazu, das mühsam Erbaute mit blankem Stahl zu verteidigen. Besonders im Koop mit bis zu vier Rittern entwickelt dieser Verteidigungs-Loop eine herrlich chaotische Dynamik, wenn Rollen spontan verteilt und Breschen im Teamwork abgeriegelt werden müssen.
Runes Studio wagt den großen Sprung auf den PC
Hinter der Entwicklung steckt das französische Team von Runes Studio aus Paris. Bislang machte die Mannschaft vor allem mit dem comichaften Early-Access-Brawler Goblin Gladiators auf sich aufmerksam. Mit Wardens of Avalon stemmen die Franzosen nun ein ungleich größeres und technisch anspruchsvolleres Projekt. Schützenhilfe liefert Publisher The Arcade Crew, der mit Titeln wie The Last Spell oder Blazing Chrome bereits mehrfach bewiesen hat, dass er ein hervorragendes Händchen für knallharte Indie-Perlen mit taktischer Tiefe besitzt.
Allzu bald sollten sich Fantasy-Fans allerdings nicht auf den Marsch vorbereiten.
Das fertige Spiel soll erst im Laufe des Jahres 2027 für den PC über Steam erscheinen. Wer nicht bis zum nächsten Jahr ausharren möchte, erhält immerhin schon deutlich früher eine Gelegenheit zum Probespielen: Ein erster öffentlicher Playtest auf dem PC ist für den Verlauf dieses Monats angesetzt.
