Irgendwann zwischen Kaiserpalast-Intrigen und der stillen Eroberung von 80 Millionen Spielern hat Everstone Studio beschlossen, dass ein einfaches Content-Update nicht mehr reicht. Stattdessen gibt es jetzt eine Ansage: Hidden Mountain – oder wie die Entwickler sagen „Where Winds Meet 2.0“ erscheint am 23. Juli und will das Wuxia-MMO nicht bloß erweitern, sondern in eine neue Richtung biegen. Die Richtung: Eastern Steampunk, vertikale Bergwelten und eine Fraktion, die ihre Gegner lieber zusammenschraubt als zusammenprügelt.
- Wo die Mechanik die Kampfkunst trifft – was Hidden Mountain anders macht
- Ein Berg, der in den Himmel wächst – warum Vertikalität hier mehr ist als coole Optik
- Marionetten, Monstrositäten und ein mechanischer Vogel – das Bestiarium der Erweiterung
- Mehr als ein Update – wofür die 2.0-Ansage wirklich steht
Wo die Mechanik die Kampfkunst trifft – was Hidden Mountain anders macht
Der Mohisten-Hügel, Schauplatz der Erweiterung, ist nicht einfach eine neue Zone. Es ist das „Herz mohistischer Ingenieurskunst“, wie Everstone es nennt – und das merkt man dem Gameplay an. Statt weiterer Palast-Areale mit identischen Wachen bekommen wir eine Fraktion, deren ganze Identität auf Mechanik und Konstruktion beruht. Wer sich den Mohisten anschließt, bekommt Boni aufs Crafting und Bauen. Neu ist auch ein mechanisches Crafting-System: Statt fertiger Vehikel aus der Quest-Belohnung bauen Spieler ihre eigenen Konstruktionen aus Einzelteilen zusammen, um Rätsel zu lösen oder neue Routen zu öffnen.
Kampflich legt Hidden Mountain mit der Gauntlet Discipline nach – einer neuen Faustkampf-Disziplin, die auf schnelle Combos und Burst-Schaden setzt. Das ist nicht weltbewegend, aber eine willkommene Alternative für alle, denen Schwert und Speer auf Dauer zu elegant sind.
Dass der Xbox-Launch und die Hidden-Mountain-Enthüllung Hand in Hand gingen, ist dabei kein Zufall. Wie die offizielle Pressemitteilung zeigt, wurde die Erweiterung erstmals auf dem Xbox Games Showcase angekündigt – direkt nach der Ankündigung, dass das Spiel ab sofort auf Xbox Series X|S und im Game Pass verfügbar ist.
Ein Berg, der in den Himmel wächst – warum Vertikalität hier mehr ist als coole Optik
Die Hidden-Mountain-Karte ist laut Everstone die erste „mehrschichtige Bergkarte“ des Spiels. Das klingt nach PR, aber die Gameplay-Implikationen sind echt: Berggipfel, schwebende Städte, unterirdische Ruinen, Unterwasser-Areale – alles übereinander gestapelt, nicht nebeneinander. Wo das Spiel bisher auf horizontale Erkundung setzte, müssen Spieler jetzt ihre Movement-Skills neu denken: Leichtigkeit-Fertigkeiten, Klettern, Gleiten – und dann gibt’s noch einen mechanischen Riesenvogel, den man durch die Luft steuern kann.
Das erinnert nicht zufällig an die besten Momente aus Phantom Blade Zero, nur dass Where Winds Meet den Luxus hat, seine Spieler über Jahre an diese Mechaniken heranzuführen, statt sie in einen 30-Stunden-Singleplayer zu packen. Publishing-Head Eric Zheng erklärte in einem Interview mit WCCFTech, dass das Team mit Hidden Mountain erstmals „die Schönheit von Klippen und Gipfeln“ erkunden wollte – mit Wind, Licht und Stein als drei zentralen Atmosphäre-Elementen.
Marionetten, Monstrositäten und ein mechanischer Vogel – das Bestiarium der Erweiterung
Der neue Gameplay-Trailer zeigt ein paar richtig schräge Einfälle. Da ist ein mechanischer, insektenartiger Boss, der mit einem massiven Schott auf Spieler zurast. Ein serpentinenartiges Vieh mit riesigen Zangen, das zupackt, wenn man nicht aufpasst. Und dann diese eine Szene: Eine Gruppe Marionetten, die im Takt ihrer Meister angreifen – als hätte jemand den Chief Disciple der Seven Stars aus Phantom Blade Zero geklont und in Wuxia-Gewänder gesteckt.
Das ist kein Plagiat, sondern ein kluger Move: Where Winds Meet leiht sich die besten Ideen des Genres und packt sie in sein Free-to-Play-Modell. Ob das aufgeht, zeigt sich am 23. Juli.
Mehr als ein Update – wofür die 2.0-Ansage wirklich steht
Klar, „2.0“ ist erstmal Marketing. Jeder Publisher nennt sein größtes Update so, seitdem Blizzard mit Overwatch 2 den Präzedenzfall für Versionssprünge ohne inhaltliche Rechtfertigung gesetzt hat. Aber bei Hidden Mountain stimmt die Relation: Neue Fraktion, neues Crafting-System, neue Kampfkunst, neue Map-Architektur, technische Upgrades bei Texturen, Wind-Simulation und Raytracing – das ist mehr als ein Patch.
Interessant ist vor allem der Zeitpunkt. Where Winds Meet hat im Juni dieses Jahres still und leise 80 Millionen Spieler verkündet und gleichzeitig den Xbox-Launch hinter sich gebracht. Jetzt, einen Monat später, kommt das 2.0-Update. Das deutet darauf hin, dass Everstone die Xbox-Veröffentlichung bewusst als Plattform für die Hidden-Mountain-Ankündigung genutzt hat – erst die neue Zielgruppe abholen, dann den Content liefern, der sie halten soll.
Ob die Gauntlet-Disziplin hält, was der Trailer verspricht, und ob die Mohisten wirklich mehr sind als eine coole Idee mit hübschen Maschinen – das sehen wir am 23. Juli. Bis dahin: Windstride trainieren und auf die Wolken freuen.



