Wer in klassischen Online-Rollenspielen die Maximalstufe erreicht hat, parkt Zweitcharaktere meist als verstaubte Lagerhüter in der Hauptstadt, weil jeder Neuanfang endlose Spielzeit ohne direkten Ertrag für das Hauptkonto verbrennt. In World of Warcraft: Forever hebelt Blizzard dieses zähe Muster aus und verankert zusätzliche Spielfiguren direkt im Kern des Fortschrittssystems. Über ein kontoweites Vermächtnissystem schalten frische Helden handfeste Komfort-Boni für den gesamten Account frei, sodass Veteranen künftig ohne künstliche Barrieren gemeinsam mit Neueinsteigern losziehen.
Das Vermächtnis belohnt jeden neuen Charakter
Die Jagd nach Ausrüstung im Endgame diktierte bisher jeden Schritt auf Azeroths Servern. Blizzard beendet diese Einbahnstraße und führt mit dem Vermächtnissystem eine horizontale Charakterentwicklung ein, die Erfolge kontoweit bündelt. Wie Blizzard in der offiziellen Übersicht zum Vermächtnissystem darlegt, belohnt das Studio das Erkunden der Spielwelt mit Punkten, die jeder Charakter individuell in eigene Talentbäume für Komfort-Verbesserungen investieren darf.
Executive Producer Holly Longdale bezeichnet die Neuauflage im Gespräch als die Version mit der niedrigsten Einstiegshürde der gesamten Seriengeschichte. Senior Game Director Ion Hazzikostas bekräftigt diese Ausrichtung und verspricht klare Gründe, um neue Figuren zu erstellen und frische Reisen zu beginnen. Da das Projekt als Classic Plus Reboot dauerhaft auf Stufe 60 verweilt, verpufft der gewohnte Zwang zur endlosen Tretmühle im Raid-Betrieb.
Niedrige Stufen sparen etliche Spielstunden ein
Hinter der neuen Spielfreude steckt eine handfeste mathematische Rechnung. Principal Designer Kris Zierhut kalkulierte die Punktevergabe im Vorfeld akribisch durch und stellte fest, dass Zweitcharaktere den schnellsten Pfad zu spürbaren Erleichterungen ebnen. Wer eine frische Klasse auf Stufe 25 oder 45 bringt, sichert sich zügige Zähler, anstatt sich monatelang durch zähe PvP-Ränge oder späte Schlachtzüge zu quälen.
| Kategorie | Aufgaben im Spiel | Erzielbare Punkte |
| Klassen-Fortschritt | Stufe 25, 45 und 60 pro Klasse erreichen | 27 Punkte (3 je Klasse) |
| Handwerks-Etappen | Stufe 150, 225 und 300 im Hauptberuf abschließen | 18 Punkte (3 je Beruf) |
| PvP-Ränge und Ehre | Ränge 3 bis 14, Fraktions-Ruf und Saisonreise | 12 Punkte |
| Dungeons und Schlachtzüge | Instanz-Bosse bezwingen sowie Onyxia, Hyjal und Tiefen meistern | 6 Punkte |
Zum Start dürfen Charaktere maximal 16 Punkte in ihren Vermächtnisbäumen aktivieren, obwohl Spieler insgesamt bis zu 65 Zähler über ihren Account anhäufen können. Dieser Deckel verhindert, dass Dauerzocker uneinholbar davonziehen, zugleich hält er das Hochziehen alternativer Klassen extrem attraktiv. Bereits im Vorfeld passten die Entwickler die Erfahrungspunkte für Instanz-Quests an, damit schon ein einzelner Instanz-Ausflug beim Stufenaufstieg maximalen Ertrag abwirft.
Zierhut verweist auf den familiären Nutzwert dieses Designs: Früher konnte ein hochstufiger Spieler neuen Freunden lediglich das langweilige Durchziehen anbieten, nun loggt man auf einen Stufe-20-Recken um und bestreitet Quests auf Augenhöhe. In Kombination mit den runderneuerten Talentbäumen der Klassen entsteht so echter Raum zum Experimentieren. Lead Software Engineer Nora Mills fasst den Ansatz treffend zusammen: Keine Reise verläuft identisch, weil jede Klasse eigene Vorteile freischaltet.
Blizzard plant geteilte Beute ohne Postlaufzeiten
Wer viele Figuren parallel pflegt, stößt im klassischen Regelwerk jedoch schnell auf organisatorische Hürden. Das endlose Verschicken von Handwerksmaterialien und Gold über das Postfach bremst den Spielfluss spürbar aus. Ion Hazzikostas stellt deshalb ein kontoweites Banksystem nach dem Vorbild moderner Erweiterungen in Aussicht, um den lästigen Log-in-Wechsel für den Item-Transfer künftig komplett zu streichen.
Kommende Updates konzentrieren sich folglich nicht auf ein höheres Maximallevel, sondern erweitern die bestehende Welt um frische Dungeons und Zonen für unterschiedliche Stufenkorridore. Lead Game Designer Tim Jones betont, dass dieser Rhythmus besonders Spielern mit knapper Freizeit entgegenkommt, die abends für eine halbe Stunde Handwerkspunkte sammeln oder Teilgebiete abschließen wollen. Das Abenteuer startet am 4. November 2026 auf frischen Servern und bleibt ohne Zusatzkosten im regulären Abonnement für den PC enthalten.



