Project Aces gewährt im zweiten Developer Diary zu Ace Combat 8: Wings of Theve einen exklusiven Blick hinter die Kulissen – diesmal steht der Soundtrack im Mittelpunkt. Die Hauptkomponisten Ryo Watanabe und Mitsuhiro Kitadani erklären, wie sie die Musik mit den Emotionen des Luftkampfs und der Welt verweben. Passend dazu ist das Spiel auf der Gamescom 2026 erstmals fürs Publikum spielbar.
Das zweite Dev Diary rückt den Sound ins Zentrum – und das hat Tradition
Nach einem ersten Making-of, das die 30-jährige Entwicklungserfahrung von Project Aces in den Vordergrund stellte, widmet sich die neue Episode nun vollständig der akustischen Seite des Sequels. Bandai Namco veröffentlichte das Video auf YouTube, begleitet von Ausschnitten aus orchestralen Aufnahmen und Studio-Sessions.
Die Ansage des Teams ist klar: Musik soll in Ace Combat 8 nicht im Hintergrund bleiben, sondern aktiv die emotionale Ladung jeder Mission mittragen. „The moment music is added, it creates those emotional moments that give you goosebumps“, heißt es im Clip – ein Satz, den Bandai Namco auch auf Social Media platzierte.
Ryo Watanabe und Mitsuhiro Kitadani übernehmen die Hauptarbeit
Die musikalische Leitung des Soundtracks liegt laut Acepedia bei Ryo Watanabe und Mitsuhiro Kitadani – zwei Namen, die Fans der Reihe bereits aus Ace Combat 7: Skies Unknown kennen. Kitadani zeichnete damals unter anderem für Tracks wie „Mimic“ und „LRSSG Briefing II“ verantwortlich, Watanabe steuerte bereits für AC7 Stücke bei.
Keiki Kobayashi, der kompositorische Kopf hinter Klassikern wie „Zero“ aus Ace Combat Zero und „Daredevil“ aus AC7, ist dem Vernehmen nach weiterhin im erweiterten Team involviert. Allerdings hatte Kobayashi Bandai Namco bereits vor Jahren als Festangestellter verlassen und arbeitet seither freiberuflich – unter anderem am Final Fantasy 7 Remake. Seine Rolle für AC8 bleibt damit vage.
Orchester, Natur und die „Sprache von Strangereal“
Das Dev Diary setzt auffällig auf Naturbilder: Wolkenformationen, Sonnenaufgänge über Usea, die Silhouette eines Kampfjets vor einem Gewitterhimmel. Die dahinterliegende Philosophie: Die Musik soll sich organisch in die dynamischen Wettersysteme der Unreal Engine 5 Umgebung einfügen. Project Aces spricht von einem Soundtrack, der „die Sprache von Strangereal“ spricht – eine Formulierung, die zwar PR-Pathos atmet, aber durch die nachweislich hohe Messlatte der Serie gedeckt ist.
Denn die Ace Combat Reihe hat eine der treuesten Soundtrack-Fangemeinden im Gaming. Die 30th-Anniversary-Konzerte „ACE COMBAT/S THE SYMPHONY“ mit dem Tokyo Philharmonic Orchestra waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Das 30th Anniversary Concert fand Anfang 2026 mit Ticketpreisen von 12.000 Yen statt und war per Live-Stream weltweit zugänglich.
Mit Musik in die Gamescom – und in den Oktober
Wer den Soundtrack nicht nur hören, sondern direkt im Spiel erleben will, bekommt auf der Gamescom 2026 die Chance dazu. Das Flugkampfspiel gehört zu den drei großen spielbaren Titeln auf dem Bandai-Namco-Stand in Halle 6.1 – neben Dragon Ball Xenoverse 3 und The Blood of Dawnwalker.
Ace Combat 8: Wings of Theve erscheint am 2. Oktober 2026 für PC, PS5 und Xbox Series X|S. Die Standard-Edition kostet 69,99 Euro, die Digital Deluxe Edition mit drei Tagen Early Access, Kosmetik-Set und Premium Ace Pass liegt bei 79,99 Euro. Der enthaltene Battle Pass löste bei der Ankündigung bereits gemischte Reaktionen aus – mehr dazu in unserem ausführlichen Bericht zum Release-Termin und Premium Ace Pass.
Was die Musik leisten muss – und was sie nicht kitten kann
Die emotionale Bandbreite eines Ace-Combat-Soundtracks ist enorm: von getragener Melancholie („The Unsung War“ aus AC5) über brachiale Gitarrenriffs („Zero“ aus ACZero) bis zu treibenden Elektro-Orchester-Hybriden („Daredevil“ aus AC7). Genau diese Spannbreite muss AC8 neu ausloten – nur mit frischen Motiven und einer eigenen klanglichen Identität.
Eine Unbekannte bleibt die genaue stilistische Ausrichtung. Die Dev-Diary-Snippets deuten stark auf orchestrale Arrangements hin, doch keiner der Vorgänger verzichtete komplett auf elektronische oder rockige Einschübe. Wer die Gameplay-Enthüllungen zu den Superwaffen-Schwachstellen gesehen hat, darf auf brachiale Boss-Themen hoffen.
Dass ein starker Soundtrack Gameplay-Mängel überdecken kann, weiß die Serie nur zu gut – doch das Dev Diary macht klar: Hier wird nicht kompensiert, sondern gekrönt. Project Aces hatte nach eigenen Angaben die Zeit für genau diesen „Extra-Schliff“, den man sich beim Vorgänger Ace Combat 7, der sieben Jahre nach Release die Sieben Millionen Marke knackte, vielleicht gewünscht hätte.
