Flugzeug-Enthusiasten kennen das leidige Trauerspiel: Jahrelang lieferten Jet-Actionspiele brillante Solo-Kampagnen ab, speisten den Multiplayer danach aber mit lieblosen Team-Deathmatches ab. Bei Ace Combat 8: Wings of Theve zieht Entwickler Project Aces nun endlich die Reißleine. Das japanische Traditionsstudio hat das Vorurteil vom chaotischen Nachbrenner-Gehege satt und verpasst dem kommenden Tiefflug-Spektakel eine vollwertige Online-Architektur. Mit durchdachten Team-Rollen, PvPvE-Schlachten und gewaltigen Koop-Einsätzen gegen feindliche Superwaffen will der Titel ab dem ersten Tag im virtuellen Luftraum dominieren.
Kopfgeld im Fadenkreuz: Wenn der Ace-Status zum Todesurteil wird
Das spielerische Herzstück der Mehrspieler-Offensive hört auf den Namen Co-op Warfare. Hier treten zwei Vierer-Teams gegeneinander an, während die Karte zusätzlich von alliierten und feindlichen NPC-Einheiten zu Wasser, zu Lande und in der Luft bevölkert wird.
Wer hier blindlings Raketen in die Wolken pumpt, aktiviert eine perfide Risikomechanik namens Threat Level. Jeder Treffer treibt die eigene Gefahrenstufe gnadenlos nach oben, bis nach einer Siegesserie der prestigeträchtige Drei-Sterne-Rang des Flieger-Asses aufblinkt. Ab diesem Moment verwandelt sich das eigene Cockpit in eine gelbe Zielscheibe für die gesamte gegnerische Staffel. Gelingt den Widersachern der Abschuss, kassieren sie ein astronomisches Punktekonto, das selbst scheinbar verlorene Runden im Alleingang drehen kann.
Diese Punktejagd zwingt zu permanenter Wachsamkeit am Steuerknüppel. Selbst wer über den geplanten Battle Pass im Cockpit die modernsten Tarnkappen-Jets freigeschaltet hat, überlebt den Luftkampf nicht als arroganter Einzelgänger. Wenn zwei feindliche Top-Piloten frontal aufeinandertreffen, entscheidet das Manöver über den Ausgang der gesamten Schlacht.
Vier Klassen gegen das ewige Kreisdrehen im Dogfight
Damit die Matches nicht wie früher in einem endlosen Kreisen um die eigene Achse ersticken, bricht Project Aces mit der Allzweck-Mentalität moderner Jets. Die Maschinen werden strikt in vier spezialisierte Kategorien eingeteilt, die sich gegenseitig wie in einem Stein-Schere-Papier-System aushebeln.
Reine Abfangjäger sind darauf gedrillt, hochgestufte Flieger-Asse blitzschnell aus dem Himmel zu schneiden, während schwerfällige Angriffsjets Bodenziele pulverisieren und damit das Punktekonto des eigenen Teams rasend schnell füllen. Dazwischen agieren Allrounder für jede Distanz sowie vollwertige Einheiten für die elektronische Kampfführung. Letztere feuern keine Hochgeschwindigkeits-Raketen ab, sondern blenden gegnerische Radarsysteme, kappen Zielerfassungen und werfen feindliche Staffeln in den Blindflug.
Diese taktische Aufteilung greift nahtlos in die Flugphysik ein. Die Kombination aus elektronischer Sabotage und dynamischen Wolken mit turbulentem Unwetter verwandelt den Himmel in ein unberechenbares Minenfeld. Wer sich blind auf sein Heads-up-Display verlässt, wird von Störsendern eiskalt überrascht und verliert die Orientierung im Schauer.
Acht Jets gegen fliegende Festungen statt einsamer Heldenreisen
Für Piloten mit einer Abneigung gegen menschliche Kontrahenten liefert Project Aces die lang ersehnte Erlösung. Im Modus Co-op Assault treten zwei Vierer-Staffeln nicht gegeneinander im direkten Luftkampf an, sondern messen sich beim kooperativen Abschuss von NPC-Flotten um den höchsten Missionsrang.
Den absoluten Höhepunkt markieren jedoch die zeitlich begrenzten Notfalleinsätze. In diesen sogenannten Emergency Sorties schweißt das Spiel bis zu acht Spieler in einer gemeinsamen Lobby zusammen, um gigantische Kolossalwaffen vom Himmel zu holen. Diese fliegenden Monolithen schlucken Unmengen an Munition und feuern Laserbatterien ab, die selbst die agilsten Piloten mit einem einzigen Treffer zerbröseln lassen.
Bei diesen Einsätzen zahlt sich echte Koordination spürbar aus. Wie frühere Gameplay-Szenen über Superwaffen mit gezielten Schwachstellen bereits andeuteten, verlangen die Giganten nach millimetergenauen Präzisionsschlägen. Während Abfangjäger den Luftraum von feindlichen Begleitdrohnen säubern, müssen die Bomberpiloten im Sturzflug offene Generatorenschächte anvisieren.
Das ersehnte Koop-Comeback nach sieben Jahren Soloflug
Mit dieser Offensive bügelt Bandai Namco das größte Versäumnis der jüngeren Seriengeschichte aus. Seit dem vor zehn Jahren eingestellten PlayStation 3-Ableger Ace Combat Infinity lechzte die Community nach anspruchsvollen Raids gegen KI-Geschwader, wurde beim letzten Hauptteil jedoch mit kargen Deathmatch-Schonkost-Varianten abgespeist.
Das neue Konzept baut direkt auf den Erfahrungen auf, die dem phänomenalen Millionenerfolg von Ace Combat 7 über seinen gesamten Lebenszyklus fehlten. Project Aces begreift den Online-Modus nicht länger als Pflichtanhängsel auf der Disc, sondern als eigenständiges Standbein, das Spieler über Monate hinweg im Voice-Chat an die Konsole fesseln soll.
Der Countdown für den Startschuss läuft bereits. Das Spiel erscheint am 2. Oktober 2026 für PC, PlayStation 5 sowie Xbox Series X/S. Ob das ausgeklügelte System aus Rollenverteilung und Kopfgeldern die hohen Versprechungen im offenen Luftraum halten kann, wird der erste Tag auf den Servern schonungslos beweisen.
