Bandai Namco zieht den Vorhang auf und liefert knapp eine Woche vor dem Startschuss den kompletten Prolog zu Ace Combat 8 Wings of Theve. Die mehr als 16 Minuten lange Eröffnungssequenz bricht radikal mit vertrauten Konventionen der Flug-Action und serviert eine bittere Bruchlandung für Patrioten. Statt unbesiegbarer Flieger-Asse rückt eine gezielte Kriegslüge in den Mittelpunkt, die den eigenen Piloten das Steuer entreißt.
Der Träger Endurance und ein Held ohne Abschuss
Die Eröffnung wirft Spieler direkt in das kalte Wasser des Strangereal-Konflikts. Nach einer Notwasserung landet die Hauptfigur auf dem Flugzeugträger FCU Endurance und übernimmt den Platz als Navigator an der Seite von Jan „Rex“ Cope. Jener Pilot gilt in den Funkkanälen der Federation of Central Usea als lebende Ikone der Lüfte.
Die glänzende Fassade hält dem ersten Funkspruch nicht stand. Cope gesteht im Cockpit unumwunden, dass sein legendäres Rufzeichen reine Kriegspropaganda nach einem vernichtenden Angriff der Republik Sotoa darstellt. Der angebliche Retter hat in Wahrheit keinen einzigen Luftsieg auf dem Konto und fungiert lediglich als austauschbares Gesicht einer verzweifelten Militärführung.
Project Aces nutzt diesen erzählerischen Hebel, um den modernen Sprung auf die Unreal Engine 5 nicht nur für fotorealistische Wolkendecken zu verpulvern. Die Inszenierung setzt auf bedrückende Cockpit-Gespräche und die psychologische Last des Krieges, anstatt Spielern von der ersten Minute an das Gefühl unbegrenzter Übermacht zu schenken.
Zwischen Zivil-Eskorte und dem mysteriösen Shadow 022
Der spielerische Ernstfall folgt auf dem Fuß, als die Staffel zur Eskorte eines zivilen Passagierflugzeugs abkommandiert wird. Was als Routine-Einsatz beginnt, mündet in einem gnadenlosen Hinterhalt. Ein feindlicher Verband unter Führung des Piloten Shadow 022 fängt die Formation ab und kündigt über Funk kryptisch an, seine Widersacher direkt in das Gelobte Land zu führen.
Im anschließenden Luftgefecht besiegelt Bandai Namco das Schicksal der Leitfigur ohne falsche Sentimentalität. Copes Maschine wird schwer getroffen und versinkt samt dem Piloten in den Fluten des Ozeans, während dem Spieler im letzten Moment der Notausstieg gelingt. Aus der angedachten Schüler-Rolle wird schlagartig ein Erbe, das unter widrigsten Umständen angetreten werden muss.
Dieser dramaturgische Kunstgriff knüpft an das Fundament an, das rund sieben Millionen verkaufte Einheiten von Ace Combat 7 über Jahre hinweg aufgebaut haben. Franchise-Director Kazutoki Kono bricht bewusst mit unbesiegbaren Flieger-Helden, um die Serie sieben Jahre nach dem Rekordteil mit spürbarer erzählerischer Reibung neu aufzustellen.
Joker Squad übernimmt das Steuer ab dem 1. Oktober
Nach der erneuten Rettung aus dem Meer findet sich die Spielfigur unversehens am oberen Ende der Befehlskette wieder. Das prestigeträchtige Rufzeichen geht nahtlos auf den Überlebenden über, flankiert vom direkten Oberbefehl über das sogenannte Joker Squad. Der erzwungene Mythos muss weiterleben, während die feindlichen Verbände der Republik Sotoa unerbittlich nachdrängen.
Spielerisch verlangt dieses Szenario volle Kontrolle über die eigenen Systeme. Project Aces verzahnt die dramatische Story-Kampagne mit Optionen für zugängliche Flugmodelle und Schwierigkeitsgrade für Serien-Neulinge und Veteranen. Wer die Luftüberlegenheit zurückholen will, muss Staffel-Formationen koordinieren und den eigenen Verband durch dichte Luftabwehrnetze manövrieren.
Der weltweite Vorstoß in den Luftraum startet am 1. Oktober 2026 auf PC, PlayStation 5 und Xbox Series X/S. Neben der cineastischen Einzelspieler-Kampagne rücken vor allem kooperative Staffel-Einsätze in den Fokus, bei denen Piloten gemeinsam gegen übermächtige Verbände antreten und die Legende im Multiplayer-Himmel weiterschreiben.
