Ein kleines Holzrohr auf Edward Kenways Rücken hat seit dem Juli-Launch mehr Diskussionen ausgelöst als so mancher Schiffskampf in der Karibik. Ubisoft hört auf das Feedback der Fans und reicht mit Title Update 1.0.6 die Option nach, das Blaserohr am Charaktermodell endlich komplett auszublenden. Wer die visuelle Anpassung nutzen möchte, muss je nach Plattform allerdings sehr unterschiedlich lange auf den Download warten. Während Steam-Nutzer mit schlanken 1,8 Gigabyte davonkommen, verlangt die Xbox Series X/S riesige 15,2 Gigabyte. Auf der PlayStation 5 schlägt das Update mit 2,03 Gigabyte zu Buche, während die allgemeine PC-Version bei 3,7 Gigabyte liegt.
Das Blaserohr verschwindet: Warum das kleine QoL-Feature und 15 Gigabyte die Wogen glätten
Für viele Fans ruinierten die beiden über der Schulter ragenden Rohre das mühsam freigespielte Outfit. Wer das Gadget nicht im Kampf brauchte, musste sich die Holzkonstruktion in jeder Zwischensequenz ansehen. Ubisoft hat nun ein kurzes Video-Tutorial nachgereicht, das die neue Option im Menü erklärt. Ein kleiner Haken bleibt für Konsolenspieler auf der Xbox: Der Download fällt dort überraschend wuchtig aus. Grund für die 15 Gigabyte ist die Paketstruktur auf den Microsoft-Konsolen, bei der veränderte Spieldateien oft komplett ausgetauscht werden müssen.
Dass Ubisoft solche optischen Kleinigkeiten so kurz nach dem Verkaufsstart anfasst, unterstreicht den Gesamteindruck. Schon als wir Edward Kenways Abenteuer im Test unter die Lupe genommen haben, zeigte sich das Fundament bärenstark, litt aber noch unter nervigen Detailfehlerchen. Genau hier setzt der Entwickler jetzt an.
Doppelte Autosaves und PSSR-Fixes: Wo Patch 1.0.6 unter der Haube aufräumt
Abseits der Optik dreht das Update an den richtigen Stellschrauben für den Spielfluss. Die Anzahl der automatischen Speicherstände wird von 5 auf 10 Slots verdoppelt. Das verschafft spürbar mehr Sicherheitsnetz, wenn eine Mission fehlschlägt oder man zu einem früheren Fortschritt zurückkehren möchte. Auf dem PC behebt der Patch zudem einen nervigen Grafikfehler, bei dem Cutscenes auf 30 FPS einfroren, sobald benutzerdefinierte Einstellungen gewählt wurden. Auch Besitzer einer PS5 Pro dürfen aufatmen: Das KI-Upscaling PSSR wird nun korrekt angewendet, wenn man denselben Account zuvor auf einer regulären PS5 genutzt hat.
In den eigentlichen Quests gehören etliche Softlocks der Vergangenheit an. In der Mission „Overrun and Outnumbered“ bleibt James Kidd nicht mehr starr stehen, wenn wir einen Gegner mit dem Schlafpfeil ausschalten. Zudem reagieren Wachen nun korrekt, wenn sie schlafende oder im Rausch befindliche Verbündete entdecken. Ähnlich wie schon beim vorherigen Patch 1.0.4 zeigt sich: Ubisoft arbeitet die lange Liste der Community-Meldungen konsequent ab.
Ein Jahr Support ist kein Risiko mehr: Was die 3,5 Millionen Verkäufe für die Zukunft bedeuten
Die schnelle Frequenz dieser Patches kommt nicht überraschend. Game Director Richard Knight deutete bereits an, dass das Team an langfristigen Inhalten und weiteren Komfort-Funktionen arbeitet. Ein Support über ein ganzes Jahr sei laut Knight eine absolut vernünftige Annahme. Dass der Publisher hier Ressourcen freimacht, liegt vor allem am gewaltigen Erfolg des Piraten-Epos.
Das Remake durchbrach bereits nach zwei Wochen den Meilenstein von 3,5 Millionen Verkäufen und übertraf damit sämtliche Erwartungen des Unternehmens. Mit Title Update 1.0.6 untermauert das Entwicklerteam, dass diese Zahlen kein Strohfeuer bleiben sollen. Wer bisher wegen technischer Macken oder optischer Ärgernisse gezögert hat, bekommt nun wenig Ausreden geliefert, den Anker nicht doch zu lichten.



