Edward Kenway, die Karibik, der salzige Wind – alles in deinen Händen, während du im Zug sitzt oder auf der Couch lungst. Genau das hat Ubisoft jetzt offiziell gemacht: Eine Woche vor Release prangt auf der Steam-Seite von Assassin’s Creed Black Flag Resynced das Verified-Siegel. Kein Sternchen, kein „spielbar mit Einschränkungen“. Einfach: läuft.
Raytracing auf dem Steam Deck – und es läuft
Das ist kein kleines Ding. Black Flag Resynced setzt Raytracing als Mindestanforderung voraus – eine Entscheidung, die GTX-10xx- und GTX-16xx-Besitzer auf dem PC komplett ausschließt. Dass Valves Handheld diese Hürde trotzdem nimmt, ist eine echte Ansage.
Denn das Steam Deck ist kein Powerhouse. Die integrierte AMD-APU stemmt normalerweise keine Titel, die Echtzeit-Beleuchtung als Pflicht mitbringen. Dass Ubisoft es trotzdem geschafft hat, den Verified-Status zu bekommen, spricht für die Optimierungsarbeit, die in dieses Remake geflossen ist.
Wie wir aus unserem Bericht zu den PC-Anforderungen wissen, verlangt Resynced mindestens eine Raytracing-fähige GPU. Das Steam Deck mit seiner RDNA-2-Architektur erfüllt das auf dem Papier – aber zwischen „erfüllt Mindestanforderung“ und „Verified“ liegt ein ganzer Haufen Arbeit. Hier hat Ubisoft geliefert.
Der 9. Juli rückt näher – und Ubisoft hat kaum noch Geheimnisse
Mit dem Verified-Siegel ist die letzte offene Frage beantwortet. Alles andere liegt seit Wochen auf dem Tisch.
Unser PS5 Pro Check hat drei Grafikmodi dokumentiert: Performance mit 60 FPS, Fidelity mit 30 FPS und erweitertem Raytracing sowie Balanced mit 40 FPS. Die Pro-Version spendiert Edward Kenway strähnenbasiertes Haar, das auf Wind reagiert – ein Detail, das Fans des matten PS3-Originals die Tränen in die Augen treiben dürfte.
Dazu kommt das überarbeitete Kampfsystem, inspiriert von Assassin’s Creed Shadows, und ein Charakterbogen, der sich treu bleibt. Edward Kenway startet als Opportunist, der Geschäfte mit Templern macht und sich Assassine nur dann nennt, wenn es ihm nützt. Kein RPG-System mit Dialogrädern – lineares Wachstum, wie 2013.
Nicht alles ist heile Welt. Das DLC Freedom Cry fehlt. Die Gegenwarts-Segmente mit Desmonds Crew wurden gestrichen und durch neue Momente ersetzt, die Edwards innere Konflikte beleuchten. Wer das Original als lückenloses Narrativ-Erlebnis schätzte, wird hier etwas vermissen. Aber die technische Basis stimmt – und das ist eine Woche vor Release das, was zählt.
Was uns eine Woche vor Release durch den Kopf geht
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Ubisoft hat im Schatten von Assassin’s Creed Shadows, dessen Support nach 15 Monaten sang- und klanglos eingestellt wurde, alle Ressourcen auf Black Flag Resynced konzentriert. Das letzte Shadows-Update enthielt nicht einmal eine Roadmap – nur einen nebulösen „Black Tide“-Teaser, der unmissverständlich in Richtung Karibik zeigte.
Jetzt, eine Woche vor dem 9. Juli, sieht die Sache klar aus: Ubisoft braucht einen Treffer. Und Black Flag Resynced hat alle Zutaten, um einer zu werden – ein geliebtes Original, moderne Technik, 15 beteiligte Teams und jetzt auch noch das Steam Deck Siegel obendrauf.
Die Frage ist nicht mehr, ob das Remake technisch hält, was es verspricht. Die Frage ist, ob es sich nach all den Jahren immer noch so anfühlt, die Jackdaw zum ersten Mal aus dem Hafen von Havanna zu steuern. In einer Woche wissen wir es.


