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Games

Microsoft schickt einen Emulator in einen Emulator – und plötzlich laufen drei Xbox-Generationen auf dem PC

Microsoft hat vier OG-Xbox-Spiele auf den PC gebracht – sie laufen in einem Xbox 360 Emulator, der auf Windows einen OG-Xbox-Emulator startet. Entwickler haben die Technik bereits genutzt, um auch andere 360-Spiele auf dem PC zum Laufen zu bringen. Clever, pragmatisch und ein starkes Signal für Microsofts plattformunabhängige Strategie.

Christian Schmidinger
von Christian Schmidinger
27.07.26
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Lesezeit: 4 Min.
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Wenn ihr BLiNX: The Time Sweeper in den letzten Tagen auf dem PC gestartet habt, wart ihr ohne es zu wissen in drei Konsolen gleichzeitig. Die Katze – nein, der Zeit fegende Kater – läuft nämlich nicht etwa als nativer Port. Er startet in einem Xbox 360 Emulator, der auf Windows läuft. Und in diesem 360-Emulator steckt ein zweiter Emulator, der die originale Xbox nachbildet. Drei Schichten Software, eine Spielesitzung.

Das steckt im Artikel
  • Drei Konsolen in einer
  • Was Entwickler daraus gemacht haben
  • Was für die Zukunft bleibt

Drei Konsolen in einer

Die technische Erklärung klingt absurd, ist aber gut belegt. Tom’s Hardware hat zuerst darauf hingewiesen, der Entwickler Nathan auf X hat es seziert: „Die neue PC-Emulation für die originale Xbox ist tatsächlich ein Xbox-360-Emulator, der XeFu startet“ – XeFu ist der originale Xbox-Emulator, den Microsoft damals für die 360 baute. Als 2005 die erste Halo 2 Disc in der 360 landete, lief sie nicht nativ. Ein Emulator namens XeFu machte sie kompatibel. Die aktuelle PC-Lösung ist also im Kern dieselbe Technik – nur dass jetzt Windows der Host ist.

Milenko, ein anderer Entwickler, nennt es treffend: „Ein schönes Stück Technik. Auch: Emulatoren, immer weiter runter.“ Ein Emulator-Turducken – und das ist kein Bug, sondern Feature. Microsoft hat nicht versucht, die OG-Xbox-Spiele nativ für x86 zu kompilieren oder einen neuen Emulator von Grund auf zu schreiben. Stattdessen hat das Team den hauseigenen 360-Emulator auf Windows portiert und darin XeFu gestartet. Das spart Jahre Entwicklungszeit und nutzt Code, der seit zwei Jahrzehnten in der Produktion ist und längst als ausfallsicher gilt.

Die vier Spiele – neben BLiNX auch Conker: Live and Reloaded, Crimson Skies: High Road to Revenge und Fuzion Frenzy – profitieren trotz dieser Schachtelung von höheren Auflösungen und Grafikoptionen. Die Performance ist stabil, und wer Game Pass hat, bekommt sie ohne Aufpreis. Die strategische Ausrichtung dahinter haben wir analysiert: Microsoft öffnet seine Bibliothek – und zwar nicht nur auf der Konsole.

Was Entwickler daraus gemacht haben

Es hat keine 48 Stunden gedauert, bis findige Köpfe gemerkt haben, was Microsoft da eigentlich ausgeliefert hat: einen vollständigen Xbox 360 Emulator auf dem PC.

Das XWine1-Projekt – eine Xbox-One-Übersetzungsschicht für Windows – hat geteilt, dass es möglich ist, den offiziellen Emulator mit XWine1 zu kombinieren, um andere OG-Xbox- und 360-Spiele auf dem PC zu starten. Mit „unterschiedlichem Erfolg“, wie sie einräumen. Manche Spiele laufen sofort, andere crashen oder haben Grafikfehler. Aber die Tür ist offen.

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Das ist der Punkt, an dem Microsofts Kalkül interessant wird. Der Konzern wusste, dass der Emulator gedumpt und analysiert werden würde. Die XeFu-Dateien lassen sich aus Fuzion Frenzy extrahieren – das hat Nathan gezeigt. Das ist kein Leak, das ist die logische Konsequenz, wenn man einen Emulator auf dem PC ausliefert, auf dem bekanntlich jeder Dateizugriff hat.

Die Frage ist: Will Microsoft das? Oder ist es ein Kollateralschaden, den man in Kauf nimmt? Der offizielle Xbox-Post spricht vom „Auftakt zu einer breiteren Initiative“ – das klingt nicht nach einer PR-Notbremse, und die Positron-Initiative zeigt, wie ernst Microsoft die plattformunabhängige Bibliothek nimmt. Dass Entwickler nun Third-Party 360-Spiele auf dem PC testen können, ist ein Nebeneffekt, der die Preservation-Diskussion neu entfacht – und Microsoft sieht dabei nicht schlecht aus.

Was für die Zukunft bleibt

Die Emulator im Emulator Lösung ist ein Statusbericht. Sie sagt: Spieleerhaltung ist kein Museum, das man einmal baut und vergisst. Sie ist ein laufender Prozess, der mit jeder neuen Hardware-Generation neu verhandelt wird.

Modern Vintage Gamer hat 2018 in einem Video die XeFu-Architektur erklärt – das war acht Jahre bevor Microsoft diesen Code auf den PC brachte. Dass die Technik von 2005 heute auf Windows 11 läuft, ist ein Beweis dafür, wie solide Microsofts Emulationsarbeit damals war. Und ein stiller Kommentar dazu, wie wenig sich die Grundprobleme geändert haben: Spiele sind an ihre Plattform gebunden, und jede Brücke zwischen den Generationen ist eine Leistung, die sich niemand ansieht, solange sie funktioniert.

Für den Moment heißt das: Vier Spiele, drei Emulationsschichten, null Kompromisse. Und ein Haufen Entwickler, die jetzt wissen, wie man Xbox-360-Spiele auf dem PC zum Laufen bringt. Ob Microsoft das geplant hat oder nicht – die Tür ist auf. Bei der Konkurrenz kämpft man immer noch mit Cloud-Streaming für alte Titel. Microsofts Ansatz ist unkonventionell, aber er funktioniert. Und er ist damit der erste wirklich überzeugende Schritt in eine plattformlose Bibliothek, die sich nicht nach Arbeit anfühlt.

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vonChristian Schmidinger
Seit den ersten Runden BubbleBobble und DynaBlaster am Amiga, haben mich Videospiele in der einen oder anderen Form begleitet. Heute bin ich froh, dass sich seit Amiga und Nintendo Gameboy ein bisschen was getan hat und allen Unkenrufen zum Trotz ist für mich der PC noch immer die Plattform der Wahl. Das geht soweit, dass ich mir meine Rechner seit 2005 selber baue, aber auch als Problemlöser darf ich manchmal für Freunde und Kollegen zum Maschinengeist sprechen ?
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