Achtung, Spoiler: Der Doppelsprung war kein Feature, sondern ein Bug. Und trotzdem werden ihn viele Black Flag Resynced Spieler vermissen. Das erste große Update für Ubisofts Piraten-Remake ist live – und es bringt neben dem Abschied vom ungewollten Supersprung vor allem das, was sich PC-Spieler am meisten gewünscht haben: flüssige Zwischensequenzen ohne Framerate-Deckel. Und das ist nur die Spitze der Patch Notes.
Der wichtigste Fix: 30-FPS Zwischensequenzen gehören der Vergangenheit an
Wer Black Flag Resynced auf dem PC mit benutzerdefinierten Grafikeinstellungen gestartet hat, kennt das Problem: Die Zwischensequenzen ruckelten auf 30 Bilder pro Sekunde – unabhängig davon, ob der Rest des Spiels mit flüssigen 60 oder 120 fps lief. Ein ärgerlicher Bruch, der vor allem in den ersten Spielstunden auffiel, in denen eine Cutscene die nächste jagt.
Update 1.0.4 räumt damit auf. Der Fix betrifft ausdrücklich die „Custom“-Voreinstellung – also jene Spieler, die manuell an den Grafikoptionen geschraubt haben. Wer auf den vordefinierten Presets unterwegs war, hatte das Problem vermutlich seltener, aber die Nachfragen in den Foren waren laut genug, dass Ubisoft reagiert hat. Die gute Nachricht: Es ist kein Workaround nötig. Nach dem Patch laufen die Cutscenes in der Bildrate, die ihr eingestellt habt – kein Menü-Hopping mehr zwischen Gameplay und Zwischensequenz.
Neben dem 30-FPS-Fix haben die Entwickler auch die Performance und Stabilität verbessert. Ubisoft bleibt an dieser Stelle vage – „Improved performance and stability“ ist der klassische Patch-Notes-Allrounder – aber in Kombination mit den spezifischen Fixes (Lichtprobleme in Höhlen, Speicherfehler) ergibt sich ein stimmiges Bild: Das Update räumt die Baustellen ab, die beim Launch liegen geblieben sind.
Abschied vom Doppelsprung – und sieben weitere Gameplay-Reparaturen
Kommen wir zum emotionalsten Eintrag der Patch Notes: Der Doppelsprung ist tot. Wer das erweiterte Parkour-System aktiviert hatte, konnte Edward versehentlich einen Extrasprung verpassen – ein kleiner, aber effektiver Bug, der vor allem Speedrunnern und kreativen Entdeckern das Leben erleichtert hat. „So it was great while it lasted“, schreibt Ubisoft selbst in den Patch Notes, und das ist der richtige Ton: Ein Bug, den man lieben konnte, der aber nicht ins Spiel gehört. R.I.P., Double-Jump. Du wirst vermisst.
Die Liste der Gameplay-Fixes ist umfangreicher, als man bei einem „Title Update 1.0.4“ erwarten würde. Neun spezifische Probleme werden adressiert, darunter einige echte Brocken: Wer die Jackdaw im Dock upgraden wollte, musste bisher damit rechnen, dass sein Schiff einfach verschwand. Ja, richtig gelesen – euer gesamtes Piratenschiff konnte sich in Luft auflösen. Das ist jetzt gefixt. Auch das Harpunieren wurde entschärft: Wer direkt nach dem Harpunieren mit dem Entern begann, blieb stecken. Und die tödliche Schwanzattacke des Buckelwals ist jetzt ausweichbar – in den Patch Notes liebevoll als „fatal Humpback Whale’s Tail slap“ dokumentiert.
Dazu kommen Detailfixes, die zeigen, dass das Team die Community-Foren liest: Zivilisten, die sich grundlos in Schlägereien stürzen? Gefixt. Edwards Hände, die sich im Minigame nicht bewegen? Gefixt. Ein einziger fallender Gegner, der sich anhört wie ein ganzer Container voller Leichen? Auch gefixt – der Audio-Patch ist ein stiller Held dieses Updates.
Ein Update mit Signalwirkung
Dieser Patch kommt nicht im luftleeren Raum. Black Flag Resynced startete mit einem beeindruckenden Rekord – 2 Millionen Verkäufe an Tag 1, fast 100.000 gleichzeitige Spieler auf Steam – aber auch mit einer Mixed-Bewertung, die weniger am Spiel selbst lag als an den ausufernden DLC-Paketen und den technischen Kinderkrankheiten. In unserem Test konnte das Remake solide 8.7 von 10 Punkten einsacken – die Community zeigte sich dennoch gespalten.
Dass Ubisoft jetzt, nur eine Woche nach Release, den ersten großen Patch nachliefert, ist ein gutes Signal. Die Save/Load-Probleme, die einige Spieler betrafen, sind behoben. Die lokalen Synchronisationsfassungen (Chinesisch, Italienisch, Arabisch) bekommen ihren Dubbing-Fix. Und die Welt wurde an den richtigen Stellen nachgeschärft: mehr Sonne, weniger Nebel, keine schwebenden Büsche mehr – die kleinen Dinge, die eine Spielwelt rund machen.
Die eigentliche Frage ist natürlich: Reicht das? Die 45 Prozent positiven Steam-Reviews sind nicht allein durch 30-FPS-Cutscenes entstanden – sie sind ein Misstrauensvotum gegen das Geschäftsmodell. Dieses Update repariert das Spiel, nicht die Monetarisierung. Und das ist in Ordnung. Ein Patch muss nicht mehr sein, als er ist: eine Liste von Verbesserungen. Aber wer gehofft hat, dass Ubisoft mit diesem Update auch ein Zeichen in der DLC-Debatte setzt, wird enttäuscht. Das bleibt Aufgabe der nächsten Wochen.


