NACON und KT Racing erweitern das Fahrerfeld ihrer Langstrecken-Simulation erneut – und diesmal geht es in die USA. Ein neuer Trailer zeigt nicht nur zwei amerikanische Renn-Ikonen, sondern auch eine völlig neue Strecken-Umgebung, die das Spielprinzip der Endurance Motorsport Series auf eine harte Probe stellt. Nach Porsche, BMW und Lamborghini bekommt das Aufgebot damit Cadillac-und-Corvette-Verstärkung, während ein fiktionaler Wüstenkurs die Bedingungen in den Fokus rückt, die echte Langstreckenrennen ausmachen: Hitze, Grip-Verlust und Reifenmanagement über lange Stints.
Zwei amerikanische Schwergewichte für die Startaufstellung
Mit der Cadillac V-Series.R und der Chevrolet Corvette Z06 GT3.R stoßen zwei Boliden ins Feld, die in ihren Klassen unterschiedlicher kaum sein könnten. Der Cadillac tritt als Hypercar an und kombiniert einen 5,5 Liter V8-Sauger mit einem Hybridsystem – genau jene Technologie, die seit 2023 in der FIA-Langstrecken-WM die Spitze definiert. Die Corvette Z06 GT3.R basiert auf dem leistungsstärksten Serienmodell der Baureihe und setzt auf altbewährte Konzepte: V8, Hinterradantrieb, Ausgewogenheit über Vielseitigkeit.
KT Racing zeigt damit, dass die Endurance Motorsport Series breiter aufgestellt sein wird, als die erste Porsche-Vorstellung vermuten ließ. Hypercar und GT3 parallel – wer beide Klassen fahren will, muss nicht nur fahrerisch liefern, sondern auch strategisch umdenken. Das Team Management System, bei dem vier Teammitglieder gleichzeitig Strecke und Box strategie steuern, bekommt damit eine zusätzliche Dimension.
Nevada: Wenn die Wüste zur Bühne wird
Die neu gezeigte Strecke Nevada Motor Speedway ist ein fiktionaler Kurs, der sich bewusst von den realen Rennstrecken wie Spa-Francorchamps oder Fuji Speedway abhebt. Auf 5,1 Kilometern Länge wechseln sich lange Geraden mit technischen Sektionen ab – ein Layout, das sowohl Höchstgeschwindigkeit als auch Kurvenpräzision belohnt. Dazu kommen die Bedingungen: hohe Temperaturen, wechselnde Grip-Verhältnisse, Reifenverschleiß über mehrere Stints.
Das ist kein simpler Strecken-Umgebungswechsel, sondern ein Statement. Während sich Assetto Corsa EVO auf reale Track-Records konzentriert und Forza Horizon 6 auf offene Welten setzt, positioniert sich Endurance Motorsport Series genau dazwischen: fiktionale Kurse, die aber dieselben strategischen Zwänge abbilden wie echte Wettbewerbe. Das Wetter-System mit dynamischen Bedingungen, das KT Racing bereits angekündigt hat, dürfte auf dem Nevada-Kurs besonders zur Geltung kommen.
KT Racing zwischen WRC-Expertise und TDU-Ballast
Das Studio aus Paris hat mit der WRC-Serie über Jahre bewiesen, dass es Rennspiele mit Tiefgang entwickeln kann. Die hauseigene KT Engine liefert eine solide Physik-Basis, die zwischen Arcade und Hardcore-Simulation angesiedelt ist. Der Titel bezeichnet sich selbst als Simcade – ein Begriff, den KT Racing in einem Blog-Beitrag präzise definiert hat: realistischer als Need for Speed, zugänglicher als Assetto Corsa.
Gleichzeitig lastet auf dem Studio der Schatten des Test Drive Unlimited Solar Crown-Starts. Der Launch war einer der problematischsten der jüngeren Rennspiel-Geschichte: Server-Ausfälle, Online-Zwang, ein unfertiger Zustand. Der Launch von TDU Solar Crown hat gezeigt, wo die Risiken bei KT Racing liegen. Endurance Motorsport Series setzt bewusst auf einen anderen Ansatz: kein Online-Zwang, klarer Fokus auf Koop und Singleplayer, transparente Kommunikation zum Entwicklungsstand. Ob das reicht, um Zweifel auszuräumen, wird sich zeigen – aber die Weichen stehen diesmal besser.
