23,68 Millionen Switch 2 Konsolen. 3,82 Millionen im letzten Quartal. Und am 1. September wird das Gerät 50 Dollar teurer. Nintendo bestätigte die Preiserhöhung – parallel zu einem Finanzbericht, der die Konsole als unbestreitbaren Hardware-Erfolg ausweist. Die alte Switch hält unterdessen mit 155,92 Millionen Einheiten und 770.000 weiteren Verkäufen im Quartal tapfer dagegen. Doch unter der glänzenden Oberfläche der Rekordmeldungen zeigt sich ein Bild, das Fragen aufwirft: 10,78 Millionen Switch 2 Spiele standen 33,81 Millionen Switch 1 Titeln gegenüber. Und Star Fox? Fehlanzeige.
23,68 Millionen und das Schweigen zu Star Fox
3,82 Millionen Switch 2 Konsolen im Quartal. 770.000 originale Switch-Geräte. 155,92 Millionen kumuliert für die betagte Plattform. Die Hardware-Dominanz Nintendos steht außer Frage.
Doch die Software-Seite offenbart einen Riss, der sich durch diesen Bericht zieht. 10,78 Millionen Switch 2 Spiele – gegenüber 33,81 Millionen auf der ersten Switch. Das ist weniger als ein Drittel. Und das, obwohl die Switch 2 im selben Zeitraum fast fünfmal so viele Konsolen absetzte wie ihr Vorgänger.
Star Fox erschien am 25. Juni, fünf Tage vor Quartalsende. Null Erwähnung im Bericht. Keine Zahl, kein Kontext, kein „erfreulicher Start“. Bei Nintendo bedeutet dieses Schweigen: Die Zahlen reichen nicht. Ein Switch 2 Exklusivtitel, der in einer eigenen Direct zelebriert wurde, verschwindet nach fünf Tagen im regulatorischen Kleingedruckten. Das ist kein Zufall.
Tomodachi Life rettet die alte Switch – Pokopia kommt nicht hinterher
Der Grund, warum die originale Switch bei Software so stark performt, trägt einen Namen: Tomodachi Life: Living the Dream. 7,94 Millionen Einheiten schob Nintendos Lebenssimulator im Berichtszeitraum nach. Ein blockbuster-reifer Wert für eine bald neun Jahre alte Plattform.
Auf Switch 2 Seite müht sich Pokémon Pokopia mit 3,68 Millionen ab. Solide, keine Frage – aber kein Vergleich zu dem, was Tomodachi Life auf der alten Hardware abliefert. Mario Kart World knackte in einem früheren Quartal die 10 Millionen Marke. Der aktuellen Switch 2 Bilanz fehlen diese Zugpferde.
Die Attach-Rate flüstert, was Nintendo nicht ausspricht: Wer eine Switch 2 kauft, zockt darauf überwiegend Switch 1 Spiele. Sie ist ein Hardware-Upgrade für den bestehenden Katalog – keine neue Spieleplattform mit eigenem Ökosystem-Sog.
500 Dollar für eine Konsole, deren Premium-Version noch Jahre entfernt ist
Am 1. September hebt Nintendo den US-Preis von 449,99 auf 499,99 Dollar an. Auch Europa, Japan und Kanada sind betroffen. Eine Konsolen-Preiserhöhung im zweiten Jahr, ohne neue Hardware-Revision – das hat es in der Branche noch nicht gegeben.
Nintendo verweist auf gestiegene Komponentenkosten und Währungsdruck. Unser früherer Bericht zur Investoren-Unruhe zeichnete ein anderes Bild: Aktionäre drängen seit Monaten auf höhere Margen. Die Nintendo-Aktie gab nach dem Launch-Hype nach, der Druck wuchs. Jetzt liefert der Konzern – auf Kosten der Käufer.
Dass eine OLED-Version der Switch 2 frühestens 2028 erscheint, macht den Schritt umso fragwürdiger. 500 Dollar für exakt dieselbe Hardware, die Launch-Käufer für 450 bekamen. Das ist kein Mehrwert. Das ist Margenpolitik.
Ocarina of Time und The Duskbloods – die teuren Hoffnungsträger
Nintendos Herbst-Kalkül ruht auf zwei Schultern. The Legend of Zelda: Ocarina of Time erscheint als vollständiges Remake – anvisiert für die Weihnachtssaison. Und FromSoftwares The Duskbloods absolviert im August seinen Closed Network Test, bevor es Ende 2026 erscheint.
Beide Titel könnten das Software-Defizit kaschieren. Aber sie treffen auf eine Plattform, die ab September 50 Dollar teurer ist. Wer bis zum Herbst keine Switch 2 gekauft hat, zahlt für Ocarina of Time und Duskbloods einen erhöhten Eintrittspreis. Das ist kein Kaufanreiz. Das ist eine Hürde.