Kaum ist die Switch 2 ein Jahr auf dem Markt, da geistern schon die ersten Gerüchte über eine OLED-Version durchs Netz. Und zwar nicht irgendwelche – diesmal kommt der Bericht von ZDNet Korea, einer Quelle, die bei Hardware-Themen durchaus mal ins Schwarze trifft. Angeblich prüft Nintendo aktuell, ob sie der Switch 2 ein OLED-Display verpassen – mit einer entscheidenden Hürde: den Kosten. Wenn der Plan aufgeht, könnte die Produktion schon Ende dieses Jahres anlaufen, ein Release 2028 wäre dann durchaus plausibel.
Ein Jahr nach dem Launch – und schon wieder ein neues Modell?
Die Switch 2 ist seit Juni 2025 auf dem Markt, ausgestattet mit einem LCD-Display, das zwar nicht die Farbpracht eines OLEDs bietet, aber dafür mit einer variablen Bildwiederholrate (VRR) glänzt, wie Digital Foundry in ihrem Hands-on-Video feststellte. Das macht Spiele auch bei niedrigen Frameraten erstaunlich flüssig – ein echter Vorteil gegenüber dem starren 60-Hz-Panel der ersten OLED. Trotzdem: Wer einmal ein OLED-Display in der Hand hatte, weiß, wie tief Schwarz und wie knallig Farben sein können. Der Schritt zurück zum LCD war für viele ein kleiner Dämpfer – wir haben damals schon analysiert, warum Nintendo sich für LCD entschied.
Laut dem ZDNet-Bericht denkt Nintendo jetzt offenbar darüber nach, diese Lücke zu schließen. Das Besondere: Es geht nicht um ein flexibles OLED, sondern um ein „rigides“ Panel – also ein starres Display, wie es auch im Vorgänger verbaut war. Die Auflösung soll bei 1080p bleiben, was angesichts der nativen Handheld-Auflösung der Switch 2 Sinn ergibt. Größere Spezifikationen wie Bildwiederholrate oder HDR-Unterstützung sind noch völlig offen.
Doch warum jetzt schon? Die Antwort könnte im Wettbewerb liegen. Steam Deck, ROG Ally und Co. bieten längst OLED-Optionen an – Nintendo zieht da nur langsam nach. Vielleicht will man den Anschluss nicht verlieren.
Der Preis als Bremsklotz: Warum Nintendo noch zögert
Das Zögern hat einen handfesten Grund: Geld. Laut ZDNet Korea sind die Gespräche mit Samsung Display bereits fortgeschritten – immerhin war Samsung schon beim OLED der ersten Switch der Lieferant. Aber der Preisunterschied zwischen OLED- und LCD-Panels ist offenbar so signifikant, dass Nintendo sich noch nicht festlegen will. Ein Brancheninsider erklärt: „Nintendo erwägt den Einsatz von starren OLED-Panels für die Switch 2, hat aber die Veröffentlichung einer Switch 2 OLED aufgrund des Preisunterschieds zu LCD-Produkten noch nicht bestätigt.“ Ein anderer sagt dazu: „Samsung Display wird sich bemühen, OLEDs für die Switch 2 an Nintendo zu liefern.“
Das ist eine diplomatische Umschreibung für: „Es könnte teuer werden.“ Die Switch 2 kostet aktuell 469,99 Euro – und ab September 2026 sogar 499,99 Dollar. Eine OLED-Version würde diesen Preis vermutlich noch weiter nach oben treiben. Und Nintendo weiß: Die Konsolen-Käufer sind preissensibel. Eine 600 Euro Switch? Das könnte selbst eingefleischte Fans abschrecken. Ein Brancheninsider wird mit den Worten zitiert: „Das Ausmaß der Preiserhöhung für die Switch 2 durch den Einsatz von OLED ist variabel.“
Gleichzeitig steht Nintendo unter Druck: In Europa müssen die bestehenden Switch-Modelle ab 2027 wegen der neuen Batterie-Regulierung vom Markt genommen werden. Man arbeitet bereits an überarbeiteten Versionen mit austauschbaren Akkus. Vielleicht ist die OLED-Version also auch ein Ausweg aus dieser Sackgasse – ein neues Modell, das gleich die neuen Vorgaben erfüllt.
Was die Switch 2 OLED von der ersten OLED unterscheidet
Technisch gesehen wäre die Switch 2 OLED keine Revolution, sondern eine Evolution. Das Panel bleibt bei 1080p, aber die Farbdarstellung würde deutlich zulegen. Der entscheidende Unterschied zur ersten OLED: die variable Bildwiederholrate. Die bleibt erhalten – und das ist gut so. Denn VRR ist einer der größten Vorteile der aktuellen LCD-Variante. Ein OLED mit VRR wäre das Beste aus beiden Welten: knallige Farben UND flüssige Darstellung.
Ob Nintendo auch die Größe des Displays anpasst, ist unklar. Die aktuelle Switch 2 hat ein 8-Zoll-Display – größer als das der ersten OLED. Eine Vergrößerung würde das Gerät noch unhandlicher machen, aber wer weiß, was Nintendo da plant.
Und dann ist da noch die Frage nach einer Lite-Version. Beim Vorgänger kam 2019 die Switch Lite – ein reines Handheld-Modell ohne Docking-Funktion. Ein ähnlicher Schritt für die Switch 2 wäre denkbar, aber bisher gibt es dazu keinerlei Details.
Was bedeutet das für euch?
Kurz gesagt: Wenn ihr jetzt eine Switch 2 kauft, macht ihr nichts falsch. Die LCD-Variante ist ein solides Gerät mit VRR und guter Performance. Aber wenn ihr zu den Geduldigen gehört und Wert auf das beste Display legt, könnte sich das Warten bis 2028 lohnen. Die OLED-Version wird nicht nur besser aussehen, sondern vermutlich auch die eine oder andere technische Verbesserung mitbringen – und vielleicht sogar einen austauschbaren Akku.
Allerdings: Es ist und bleibt ein Gerücht. Nintendo hat noch nichts offiziell bestätigt. Wer auf eine OLED-Version spekuliert, sollte sich bewusst sein, dass sie vielleicht nie kommt – oder erst später.