Die Nintendo Switch 2 soll intern offenbar deutlich besser laufen, als die offiziellen Prognosen vermuten lassen: Bloomberg-Quellen berichten, dass der Kyoto-Konzern bei Zulieferern die Produktion für das laufende Fiskaljahr auf satte 20 Millionen Einheiten hochgeschraubt hat. Das wäre ein Plus von rund 20 Prozent über der eigenen Vorhersage von 16,5 Millionen – und ein kräftiges Signal inmitten einer gemischten Nachrichtenlage.
Ambivalente Signale: Zwischen Rekordjagd und Realismus
Die Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Nintendo eigentlich Grund zur Vorsicht hätte. Erst vor wenigen Wochen bestätigte der Konzern eine Preiserhöhung der Switch 2 ab September 2026 – in Europa von 469,99 € auf 499,99 €. Rund 50 Euro mehr für eine Konsole, deren Nachfrage gleichzeitig auf Rekordniveau bleiben soll? Dazu passt, dass Nintendo-Präsident Furukawa sich persönlich für den Preisschritt entschuldigte und eine „robuste Software-Offensive“ versprach.
Und dann ist da noch die Sache mit den USA: Bloomberg berichtete erst kürzlich, dass Nintendo die Produktion für den US-Markt um über 30 Prozent gedrosselt hat – ein klarer Hinweis auf eine gesättigte Nachfrage nach dem Launch-Hype. Wie passt das mit 20 Millionen Einheiten zusammen? Die Antwort: Es sind zwei verschiedene Geschichten. Die US-Drosselung betrifft einen Markt, in dem die Lager nach dem Weihnachtsgeschäft gut gefüllt sind. Die Produktionsausweitung zielt dagegen auf den globalen Rest des Jahres 2026 – inklusive der entscheidenden Weihnachtssaison.
20 Millionen: Ambitioniert, aber nicht unrealistisch
Zum Vergleich: Die ursprüngliche Switch verkaufte in ihrem zweiten Jahr (Fiskaljahr 2018) rund 19,3 Millionen Einheiten – also etwa 3 Prozent weniger als das jetzt gemunkelte Ziel. Dass Nintendo die Messlatte für die Switch 2 also ähnlich hoch oder sogar einen Tick höher legt, spricht Bände über das Vertrauen in die eigene Konsole. Analyst Serkan Toto von Kantan Games bringt es gegenüber Bloomberg auf den Punkt: Für Nintendo gebe es „kein echtes Risiko, die Zahlen erst niedrig anzusetzen und später zu übertreffen“. Ein bewährtes Muster: Die aktuelle Switch 2 hat bis März 2026 bereits knapp 20 Millionen Einheiten abgesetzt und damit Nintendos eigene Prognosen erneut überflügelt.
Die Frage ist: Woher soll der Schwung für weitere 20 Millionen kommen? Immerhin hat Nintendo für den Sommer mit Splatoon Raiders (Release: 23. Juli 2026) und einem neuen Star Fox bereits zwei Titel im Köcher. Aber der Herbst – klassischerweise die stärkste Verkaufssaison – ist bisher ein weißer Fleck auf der Landkarte. Dass Nintendo hier noch einen Trumpf aus dem Ärmel zieht, gilt als sicher. Die Frage ist nur: welchen?
Das Ocarina-Hammer-Gerücht und die Software-Strategie
Alle Augen richten sich auf das hartnäckige Gerücht, dass The Legend of Zelda: Ocarina of Time ein vollständiges Remake für die Switch 2 erhalten soll. Ein solcher Titel – pünktlich zu Weihnachten – wäre genau der Kracher, den Nintendos Produktionspläne brauchen. Ein Meisterwerk aus dem Jahr 1998, neu aufgelegt für die Hybrid-Konsole? Die Fan-Sehnsucht ist gewaltig, und die Verkaufsprognosen wären es auch. Insider rechnen mit einer Ankündigung im Rahmen der nächsten Nintendo Direct, die möglicherweise Mitte Juni stattfinden wird.
Aber Vorsicht: Ein Remake dieser Größenordnung ist kein Schnellschuss. Sollte Nintendo tatsächlich liefern, müssten die Entwicklungsteams seit Monaten unter Hochdruck arbeiten – und das zu einer Zeit, in der sich auch der Live-Action-Zelda-Film (Drehstart angeblich abgeschlossen) und die Unterstützung bestehender Switch-2-Titel die Ressourcen teilen. Hier ist gesunde Skepsis angebracht.
Was bleibt, ist ein Bild von Nintendo, wie man es kennt: offiziell verhalten, hinter den Kulissen angriffslustig. Die 20-Millionen-Order ist kein finaler Plan, sondern eine Option – eine Option, die zeigt, dass Nintendo selbst nach einer Preiserhöhung und regionalen Dämpfern an den großen Wurf glaubt. Ob Ocarina, ein neues Mario oder ein anderer Überraschungsgast den Ausschlag gibt: Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Nintendos Produktions-Mut belohnt wird.
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