Der Rekord stand, bevor die erste Mission geladen war. Ace Combat 8: Wings of Theve hat auf Steam einen Peak von 48.743 gleichzeitigen Spielern erreicht – mehr als das Dreifache des Vorgängers. Doch während die Server glühten, kochten die Foren über. Project Aces steht vor dem Paradox seiner Karriere: Die Sehnsucht nach dem Nachfolger war so groß, dass selbst eine holprige Landung noch als Triumph durchgeht.
Der Rekord-Peak von 48.687 Spielern ist eine Kampfansage
Laut den SteamDB-Daten hat Ace Combat 8: Wings of Theve am ersten Wochenende 48.743 gleichzeitige Spieler erreicht – der höchste Wert, den die Serie je auf Steam verzeichnet hat. Zum Vergleich: Der Vorgänger Ace Combat 7 kam 2019 auf bescheidene 13.758 gleichzeitige Spieler. Das ist eine Steigerung um das 3,54-Fache.
Auch im Bandai-Namco-Vergleich ordnet sich der Launch weit oben ein: Nur Armored Core 6: Fires of Rubicon (156.171) und Digimon Story: Time Stranger (84.458) liegen auf Steam noch darüber. Andere 2026er-Releases wie Echoes of Aincrad (19.901) oder Code Vein 2 (11.499) werden deutlich abgehängt.
Die technische Bruchlandung kostet Vertrauen, nicht Reichweite
Die Zahlen erzählen vom Erfolg. Die Reviews erzählen von Frust. Seit dem Early Access am 29. September kämpft Ace Combat 8 mit einem „Mixed“-Rating auf Steam. Die Kritik: Performance-Einbrüche in intensiven Dogfights, fehlende Controller-Optionen und ein Raytracing-Modus, der sich nicht deaktivieren lässt.
Besonders bitter: Der Pre-Order-Bonus Ace Combat Zero: The Belkan War wurde als eigenständige Applikation beworben – ist aber nur als DLC-Launcher innerhalb des Hauptspiels startbar. Die Folge: 140 GB Installationsgröße für ein 3 GB großes Spiel. Dabei hatte Project Aces zuletzt mit den Superwaffen genau das Gegenteil bewiesen: Die neuen Schwachstellen-Mechaniken gehören zum Besten, was die Serie je hatte.
Project Aces hat auf die Crash-Reports reagiert und ein Update in Aussicht gestellt. Empfohlen werden aktualisierte GPU-Treiber und ausreichend virtueller Speicher.
Project Aces‘ gefährliches Gleichgewicht aus Rekord und Reputation
Der Rekord ist kein Freifahrtschein. Er ist ein Kredit, den die Community gewährt hat – und der zurückgezahlt werden muss. Die 48.743 Spieler sind der Beweis, dass die Marke Ace Combat nach sieben Jahren Pause nichts von ihrer Anziehungskraft verloren hat. Die gemischten Reviews sind der Beweis, dass Vertrauen schneller verspielt ist als ein Dogfight endet.
Für Bandai Namco ist die Rechnung zweischneidig. Einerseits: Der Launch sitzt. Andererseits: Die technischen Probleme und die Monetarisierungs-Debatte um den Premium Ace Pass könnten die Verkaufszahlen nach der Launch-Woche abwürgen. Project Aces hat jetzt ein Zeitfenster, das so schmal ist wie eine Schusslinie. Wer fliegt, muss liefern.