Alien Deathstorm hat auf der gamescom endlich die Hüllen fallen gelassen und zeigt knackiges Gameplay. Und verdammt, sieht das nach purer Panik aus: Statt als überzüchteter Space-Marine im God-Mode durch glattgebügelte Korridore zu sprinten, stecken wir als völlig überforderter Ingenieur im Raumanzug fest, während uns eine verlassene Kolonie buchstäblich über dem Schädel zusammenbricht. Aus der vermeintlichen Rettungsmission wird innerhalb von drei Sekunden ein nackter Überlebenskampf, bei dem man freiwillig jede Ecke mit der Taschenlampe abtastet.
Planetarer Megasturm: Wenn dir das Wetter die Deckung unterm Hintern wegbläst
Das dynamische Wettersystem macht den planetaren Megasturm zum unberechenbaren Feind, der mit orkanartigen Druckwellen, herumfliegenden Trümmerteilen und stockfinsteren Sichtverhältnissen jede Deckung pulverisiert und hektische Feuergefechte mitten im Schusswechsel ins absolute Chaos stürzt.
Wer hier glaubt, gemütlich hinter einer Kiste zu hocken und auf den perfekten Moment zu warten, wird mitsamt der Wand ins All gesaugt. Der Sturm heult dir die Ohren taub, zerschmettert Panzerglasscheiben und schluckt jedes Geräusch – was besonders super ist, wenn zeitgleich drei Meter über dir das Alien-Gebrüll durch den Schacht hallt. Dass Rebellion nach Atomfall wieder Bock auf handfesten Grusel hat, merkt man an jeder Ecke: Die Soundkulisse drückt dermaßen auf die Pumpe, dass man nach zehn Minuten freiwillig das Licht im Zimmer anmacht.
Die Reaktor-Mission: Schraubenschlüssel in die Hand und beten
In der spielbaren Reaktor-Mission schlagen sich Spieler durch einen brennenden Kernspaltungsreaktor, um unter permanenten Alien-Angriffen und akutem Zeitdruck den lebenswichtigen Fission Initiator aus dem Herzen der verstrahlten Anlage zu bergen.
Das riecht nach feinstem Dead Space-Terror aus der Ego-Perspektive, nur ohne Plasmacutter-Übermacht. Die Viecher lauern nicht brav im Gang auf ihren Kopfschuss, sondern brechen von der Decke, aus dem Boden und durch Lüftungsgitter. Als Schrauber-Held fummelt man panisch an Sicherungskästen herum, riegelt Druckschleusen ab und merkt mit Schweißperlen auf der Stirn, dass die Schrotflinte gerade mal noch zwei Schuss im Lauf hat. Wer hier danebensemmelt, darf sich direkt den Respawn-Screen anschauen.
Zurück zu den Wurzeln: Endlich wieder echter AvP-Terror
Rebellion streicht generischen Open-World-Ballast komplett zusammen und konzentriert die Kampagne auf eine straffe, kompromisslose Singleplayer-Achterbahn mit knallharter USK-18-Gewalt und permanenter Munitionsknappheit.
Ein Blick auf die Alien Deathstorm Steam-Seite und den Eintrag im Xbox Store verrät sofort, wohin die Reise geht: Kein bunter Service-Klimbim, kein Koop-Gewusel, sondern eiskalte Beute-gegen-Jäger-Psychologie im Geiste ihres legendären 1999er Aliens versus Predator. Du bist hier nicht der Held, der die Galaxie rettet – du bist das wandelnde Abendessen, das versucht, irgendwie zur nächsten Luftschleuse zu kriechen.
Rebellion pfeift auf moderne Weichspüler-Trends und liefert genau die Art von dreckigem Sci-Fi-Horror, für die wir das Genre lieben. Schweißnasse Hände, leere Magazine und draußen fliegt die Kolonie in Stücke – genau so muss sich das anfühlen. Sobald das Ding im Frühjahr 2027 im Xbox Game Pass aufschlägt, schnallen wir den Helm fest und gehen freiwillig drauf.
