Blizzard hat „jede Menge neuer Projekte“ in der Pipeline, und Jason Schreier von Bloomberg hat diesmal nicht nur die üblichen Gerüchte, sondern konkrete Namen im Gepäck. Der StarCraft Shooter, über den seit Jahren gemunkelt wird, ist demnach immer noch in Entwicklung. „New stuff for Diablo“ – neues Diablo-Material – kommt obendrauf, inklusive neuer Inhalte, die über die letzte Expansion hinausgehen sollen. Klingt nach einer Studio-Durheimerzählung, die man so von Blizzard seit den frühen 2010ern nicht mehr gehört hat. Bloß die Rahmenbedingungen könnten deprimierender kaum sein.
Neue Diablo-Inhalte, StarCraft Shooter und ’ne Menge cooles Zeug
Schreier spricht in einem neuen Video von „a lot of cool stuff“ bei Blizzard – soll heißen: es passieren gerade eine Menge cooler Sachen. Diablo 4 sei weiterhin ein „successful game“, also ein erfolgreiches Spiel, und würde Geld verdienen, und offenbar läuft die Arbeit an neuen Projekten auf Hochtouren. Welche Form das „new stuff“ für Diablo annimmt, bleibt offen – aber dass Blizzard zuletzt das Leveldesign für Lord of Hatred grundlegend überdacht hat, zeigt ja, dass sie bereit sind, das Ruder rumzureißen.
Der StarCraft Shooter ist derweil das offene Geheimnis, das nie ganz verschwunden ist. Mal taucht er als „Ares“ auf, mal wird er eingemottet – und jetzt, wie GamingBolt aus dem Video zitiert, ist er wieder da. Was genau das werden soll, ist unklar. Aber die Mischung aus Diablo-Langzeitunterstützung, einem neuen Shooter und – das gehört dazu – den üblichen Blizzard-Geheimprojekten klingt nach einem Studio, das endlich wieder aus der Deckung kommt.
Die Kehrseite: 1.600 Entlassungen und die Frage nach der eigenen Zukunft
Die gute Laune hält nicht lange. Die gleiche Quelle liefert auch die Schattenseite: 1.600 weitere Entlassungen sind bei Xbox für dieses Fiskaljahr geplant. Blizzard selbst sei bislang minimal betroffen, aber wie Asha Sharma selbst angedeutet hat, sind „harte Entscheidungen“ angekündigt.
„A lot of cool stuff happening at Blizzard right now. And now people have to continue working on that stuff without knowing if they’re still going to have jobs in 3 months“ – das Zitat von Schreier bleibt hängen, und es meint: Gerade passieren eine Menge cooler Sachen bei Blizzard, aber die Leute müssen weiter daran arbeiten, ohne zu wissen, ob sie in drei Monaten noch einen Job haben. Denn das ist kein normaler Spannungsbogen zwischen Kreativarbeit und Sparkurs, sondern existenzielle Unsicherheit für die Leute, die diese Projekte gerade stemmen. Selbst wenn die Ankündigungen auf der BlizzCon groß ausfallen, wird der Belegschaft das kalt lassen, wenn sie im selben Monat die Kündigung fürchten muss.
BlizzCon im September – der wahrscheinlichste Ort für die großen Ankündigungen
BlizzCon 2026 läuft vom 12. bis 13. September. Das ist der natürliche Anker für alles, was Schreier hier andeutet. Ein StarCraft Shooter auf der hauseigenen Bühne? Diablo 4-Content, der über das aktuelle Expansionsmodell hinausgeht? Und dann dieser Kontrast zur 250 Millionen US Dollar ABK Übernahme, die Microsoft nach wie vor nicht verdaut hat.
Es wäre nicht das erste Mal, dass Blizzard auf einer BlizzCon große Ankündigungen macht und ein paar Wochen später von Microsoft-Restrukturierungen eingeholt wird. Nur dass diesmal der zeitliche Druck größer ist: Die nächsten Quartalszahlen stehen an, und Fan-Konflikte wie Project Ascension zeigen ja, dass Blizzard selbst in der Krise nicht von Rechtsstreitigkeiten loskommt. Die BlizzCon wird die Richtung weisen – ob nach vorne oder zurück, ist noch offen.