Die Gerüchteküche brodelte seit der Ankündigung auf der CinemaCon im April: In welchem Setting wird der erste Call of Duty-Kinofilm eigentlich spielen? Jetzt hat Regisseur Peter Berg auf dem FanaticsFest in New York Klarheit geschaffen – und die Antwort dürfte die meisten Fans freuen: Der Film spielt im Modern Warfare-Universum. Das bestätigte Berg persönlich auf einem „Call of Duty in Culture“-Panel, wie unter anderem IGN Germany und filmstarts.de berichten. Der Kinostart ist für den 30. Juni 2028 terminiert – pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum der Marke.
Ein Team, das passt – aber auch Risiken birgt
Die Personalie hinter der Kamera ist fast so wichtig wie das Setting selbst. Mit Peter Berg (Regie) und Taylor Sheridan (Drehbuch) haben Paramount und Activision zwei Namen verpflichtet, die auf dem Papier eine perfekte Ergänzung für ein Modern Warfare-Projekt sind.
Berg hat mit Lone Survivor (2013) und Deepwater Horizon (2016) bewiesen, dass er militärische und technische Katastrophen mit dokumentarischem Anspruch inszenieren kann. Seine Filme glänzen nicht durch übertriebene Heldendarstellung, sondern durch Kameradschaft, Authentizität und den Fokus auf menschliche Stärke in Extremsituationen. Das ist genau die Tonalität, die Modern Warfare von anderen Shooter-Reihen unterscheidet: keine glorifizierte Kriegsromantik, sondern Grautöne, Opfer und moralische Dilemmata.
Sheridan wiederum hat sich mit Sicario (2015), Hell or High Water (2016) und der Serie Yellowstone als einer der besten Chronisten des modernen amerikanischen Spannungsfelds etabliert. Seine Figuren agieren in moralischen Grauzonen, seine Dialoge sind messerscharf, seine Settings erdrückend realistisch. Wer Sicario gesehen hat, weiß: Sheridans Spezialität sind hochoktane Action-Szenen, die sich über Minuten aufbauen und dann explosiv entladen – eine Erzählstruktur, die sich nahtlos in die Missionen eines Modern Warfare-Spiels übertragen lässt.
Das Risiko? Beide bringen extrem starke eigene Handschriften mit. Ein Call of Duty-Film darf nicht zu Sheridans düsterem Western-Drama werden, aber auch nicht zu Bergs Katastrophen-Kino. Die Kunst wird sein, die Spiel-Identität von Modern Warfare zu bewahren, ohne sich in Fan-Service zu verlieren. Ein schmaler Grat – aber einer, den das Duo gehen kann.
Modern Warfare: Die richtige Wahl für den Einstieg
Dass Paramount und Activision auf Modern Warfare setzen, ist klug – aber auch ein Stück weit alternativlos. Die Modern Warfare-Serie ist die populärste Submarke von Call of Duty, hat mit Captain Price und Soap MacTavish wiedererkennbare Figuren und bietet mit ihrem Setting zwischen Terrorbekämpfung, verdeckten Operationen und Staatsversagen eine erzählerische Tiefe, die der Zweite Weltkrieg oder die Black Ops Zeitreisen-Chaostheorie nicht liefern können.
Gerade in Zeiten, in denen auch Battlefield einen Kinofilm plant (mit Michael B. Jordan und Christopher McQuarrie), ist die Ansage ein klares Signal: Call of Duty will nicht nur mithalten, sondern mit einem etablierten, wiedererkennbaren Universum punkten. Modern Warfare bietet das Fundament für eine Filmreihe – kein Einzelfilm, sondern der Start einer potenziellen Kino-Franchise, die parallel zu den jährlichen Spielereleases wachsen kann.
Die Frage nach dem Cast ist natürlich die, die alle umtreibt. Berg arbeitete in fünf seiner letzten Filme mit Mark Wahlberg zusammen – die Gerüchte, dass Wahlberg die Hauptrolle übernehmen könnte, halten sich hartnäckig. Auch wenn Berg das auf dem FanaticsFest nicht bestätigt hat: Die Personalie wäre einerseits ein Box-Office-Garant, andererseits polarisiert Wahlberg in der Gaming-Community stärker als jeder andere Schauspieler. Ob Captain Price von Mark Wahlberg gespielt werden würde? Das bleibt vorerst reine Spekulation.
2028 ist weit weg – was bis dahin passiert
Der Juni 2028 klingt nach einer Ewigkeit – und das ist er auch. Bis dahin erscheint nicht nur Call of Duty: Modern Warfare 4 am 23. Oktober 2026 (Beta ab 21. August), sondern voraussichtlich auch ein weiterer Black Ops-Titel. Der Film startet also nicht im Vakuum, sondern mitten im aktivsten Publishing-Zyklus von Activision.
Das gibt dem Kreativteam aber auch Zeit. Berg deutete bereits an, dass die Dreharbeiten Ende 2026 beginnen und die Postproduktion bis Ende 2027 abgeschlossen sein soll. Das ist ein luxuriöser Zeitplan für eine Videospielverfilmung – und ein Zeichen, dass Paramount und Activision nicht hetzen, sondern einen soliden Film abliefern wollen, der das Potenzial der Marke ausschöpft.
Was die Handlung selbst betrifft, hält sich das Team bedeckt. Klar ist nur: Es wird eine eigenständige Geschichte innerhalb des Modern Warfare-Universums, die nicht direkt eines der Spiele adaptiert. Das ist die richtige Entscheidung – wer The Last of Us oder Fallout gesehen hat, weiß, dass die besten Adaptionen die sind, die den Geist des Stoffes einfangen, ohne Panel-für-Panel abzufilmen.
Einschätzung der Redaktion
| Aspekt | Bewertung | Begründung |
|---|---|---|
| Setting | ★★★★★ | Modern Warfare ist das zugänglichste und filmischste Sub-Franchise von Call of Duty |
| Regie/Drehbuch | ★★★★☆ | Berg + Sheridan sind ein Top-Duo, aber ihre Stärken müssen sich ergänzen, nicht beißen |
| Timing | ★★★★☆ | 2028 ist weit weg, aber der Zeitplan lässt ordentliche Postproduktion zu |
| Risiko Fan-Service | ★★★☆☆ | Die Balance zwischen eigenständigem Film und Spiel-Adaption wird entscheidend sein |