Entwickler Game Science hat den ersten 15-minütigen Gameplay-Trailer zu Black Myth: Zhong Kui veröffentlicht und präsentiert das Kampfsystem des heiß erwarteten Wukong-Nachfolgers in voller Aktion. Statt euch mit einem simplen Sequel abzuspeisen, wirft das Studio die bekannten Mechaniken des Affenkönigs fast vollständig über den Haufen. Was euch in den finsteren Sümpfen der chinesischen Unterwelt erwartet, wirkt wie die erwachsene, wesentlich wuchtigere Antwort auf den Vorgänger.
Präzise Klingen statt Affen-Akrobatik: So spielt sich der neue Folklore-Trip
Das Kampfsystem von Black Myth: Zhong Kui setzt voll auf wuchtige Schwertführung, punktgenaue Parrys und eine extrem reduzierte Ausweichmechanik. Wo ihr im Vorgänger noch wild über den Bildschirm gerollt seid, um gegnerischen Schlägen zu entgehen, dreht sich der neue Protagonist oft nur um Haaresbreite zur Seite, um im selben Atemzug zum verheerenden Gegenstoß anzusetzen. Das gesamte Movement wirkt dadurch spürbar geerdeter und verzeiht schlechtes Timing bei den Deflections keine Sekunde.
Wie der ausführliche Bericht auf PC Gamer treffend aufzeigt, spendiert das Studio eurem Schwertkämpfer ein bemerkenswert flexibles Arsenal für das Schlachtfeld.
Gegen größere Gegnergruppen schleudert der Held Brandbomben ins Dickicht, zündet die Umgebung an und saugt die Flammen anschließend magisch in seine Klinge, um zusätzliche Feuerschäden auszuteilen. Später im Video lädt er seine Waffe mit Blitzen auf und ruft einen gewaltigen Tiger-Dämon herbei.
Die Krönung dieser Mechanik?
Ihr lasst den Geist nicht bloß als KI-Kamerad mitprügeln, sondern schlüpft auf Knopfdruck direkt in seinen wuchtigen Körper, um selbst mit dem riesigen Krummschwert aufzuräumen. In der Praxis durfte das ein monströser Muschel-Boss zu spüren bekommen, der nach allen Regeln der Klingenkunst zerlegt wurde.
Skelett-Bands und Dämonen-Begräbnisse: Game Science bricht mit Genre-Standards
Neben den wuchtigen Gefechten strotzt das gezeigte Material vor skurrilen Momenten, die dem finsteren Unterwelt-Szenario eine herrlich schräge Note verpassen. Das Gezeigte reicht vom gemeinsamen Floßbau mit einem hühnchenfressenden Greis über Dämonen, die lebendig mit einer Schaufel verscharrt werden, bis hin zu einer spontanen Jam-Session mit einem Trio musizierender Skelette. Warum der Neustart für Game Science der einzig richtige Weg war, beweist diese kreative Freiheit in jeder Szene.
Trotz aller frischen Ideen fängt das Studio die Faszination der chinesischen Mythologie wieder meisterhaft ein. Dass der Affenkönig nur der Anfang einer viel größeren Vision war, unterstreicht auch der Auftritt des titelgebenden Geisterjägers Zhong Kui auf seinem Reittiger ganz am Ende des Trailers.
Unter der Haube treibt die Unreal Engine das Geschehen an und zaubert gewaltige Flutwellen, feuchte Sümpfe und dichte Partikeleffekte bei den Klingen-Duellen auf den Schirm.
Große Vision, ferner Release: Warum wir trotzdem einen langen Atem brauchen
Trotz des runden Gesamteindrucks befindet sich Black Myth: Zhong Kui nach wie vor in einem frühen Entwicklungsstadium. Zwar lief das Gameplay bereits in nativer Ultrawide-Auflösung, doch an manchen Übergangsanimationen und Trefferzonen ist der Feinschliff der nächsten Jahre noch deutlich spürbar. Wenn man bedenkt, dass zwischen dem ersten Teaser zu Wukong und dem finalen Release vier volle Jahre vergingen, solltet ihr euren Kalender vor 2027 oder 2028 definitiv nicht blockieren.
Game Science beweist mit diesem Trailer jedoch schon jetzt, dass sie kein One-Hit-Wonder sind, sondern das Genre mit eigenem Kopf und ohne Angst vor verrückten Ideen aufmischen wollen.
