Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr in ein Spiel einsteigen wollt, aber erstmal ein halbes Studium braucht, um die Editionen zu verstehen? Monster Hunter Wilds hatte dieses Problem seit Release. Drei Editionen, ein DLC-Pass, kosmetische Packs, Festival-DLCs – ein Dschungel, durch den sich Neulinge kämpfen mussten. Capcom hat offenbar gemerkt, dass das nicht ideal ist, denn ab dem 3. August wird der Laden aufgeräumt.
Die Ankündigung kommt einem großen Wurf gleich, auch wenn die Motivation dahinter nicht ganz selbstlos ist. Der Basispreis wird dauerhaft gesenkt, die Deluxe Edition und Premium Deluxe Edition wandern in die Mottenkiste, und eine neue Gold Edition soll das Angebot für Neueinsteiger klarer machen. Das klingt nach einem Service-Update für die Fans – und das ist es auch. Aber es ist vor allem eines: ein strategisches Manöver vor der großen Ascendance-Erweiterung 2027.
Der Preisverfall, der nach Plan aussieht
Fangen wir mit den harten Zahlen an. Capcom senkt den Preis von Monster Hunter Wilds ab dem 3. August dauerhaft. In Japan bedeutet das einen Sprung von umgerechnet etwa 60 Euro auf circa 33 Euro – ein satter Rabatt von 45 Prozent. In Europa und Nordamerika stehen die genauen Preise noch nicht fest, aber die Richtung ist klar: Monster Hunter Wilds wird günstiger, und zwar nicht im Rahmen eines Sales, sondern dauerhaft.
Das ist ein ungewöhnlicher Schritt für ein Spiel, das erst im Februar 2025 erschienen ist und sich laut Capcoms eigenen Zahlen über 11 Millionen Mal verkauft hat. Normalerweise senken Publisher die Preise erst, wenn der Nachfolger oder die GOTY-Edition kommt. Dass Capcom jetzt schon nach 17 Monaten nachjustiert, hat einen handfesten Grund: Die Ascendance-Erweiterung erscheint 2027, und bis dahin will der Publisher so viele neue Jäger wie möglich in den Wildturm locken.
Die Nachricht kommt nicht überraschend. Capcom hat exakt dasselbe Spiel bereits mit Dragon’s Dogma 2 vor der Dark Arisen-Erweiterung durchgezogen – Preissenkung, Editionen-Restrukturierung, Fokus auf die anstehende Expansion. Das ist kein Zufall, sondern ein bewährtes Modell.
Vom Editionen-Wirrwarr zur Gold Edition
Der zweite Teil der Ankündigung ist das eigentliche Thema, über das die Community diskutiert. Capcom stellt die Deluxe Edition (89,99 Euro UVP), die Premium Deluxe Edition (109,99 Euro UVP) und den Cosmetic DLC Pass ein. Wer diese Produkte bereits gekauft hat, behält sie natürlich – aber Neukäufer bekommen eine komplett neue Struktur:
- Monster Hunter Wilds Gold Edition – das Basisspiel plus die Cosmetic DLC Collection in einem Paket.
- Monster Hunter Wilds Cosmetic DLC Collection – ein Bundle aus allen zehn bisher erschienenen Cosmetic-DLC-Packs, inklusive Deluxe Pack, vier Cosmetic Packs, vier Seasonal Festival DLCs und dem neuen Extras Cosmetic DLC Pack.
- Monster Hunter Wilds Extras Cosmetic DLC Pack – ein kleines Bundle für Spieler, die nur die bisher einzeln erhältlichen Kosmetik-Teile nachkaufen wollen.
Besitzer der Standard Edition können also die Cosmetic DLC Collection separat kaufen, um auf den gleichen Stand wie die Gold Edition zu kommen. Ob das günstiger ist als die alten Bundles? Das hängt von den Preisen ab, die Capcom noch nicht veröffentlicht hat.
Die Krux an der Sache: Wer bisher Cosmetic Pack DLC 3 oder 4 einzeln gekauft hat oder eines der Seasonal-Festival-DLCs besitzt, bekommt in der Gold Edition all das noch einmal inkludiert. Für Neulinge ist das ein Segen – sie zahlen einmal und haben alles. Für Bestandskunden, die einzelne Packs schon besitzen, könnte die Gold Edition je nach Preisgestaltung ein schlechteres Angebot sein.
Die Ascendance-Wette – oder warum das jetzt passiert
Dass dieser Umbau genau jetzt kommt, ist kein Zufall. Monster Hunter Wilds: Ascendance erscheint irgendwann 2027 – das erste große Interview dazu haben wir bereits im Juni analysiert. Die Erweiterung bringt das Skybound Eyrie als neues Gebiet, den Boost Bracer als neues Werkzeug, neue Waffen-Fertigkeiten und jede Menge neue und zurückkehrende Monster.
Capcoms Kalkül ist klar: Wer jetzt einsteigt, hat noch ein knappes Jahr Zeit, um sich auf die Erweiterung vorzubereiten. Die Gold Edition senkt nicht nur die Einstiegshürde preislich, sondern vereinfacht auch die Kaufentscheidung. Kein Rätselraten mehr, ob man die Deluxe oder Premium Deluxe braucht – es gibt entweder die Standard Edition oder die Gold Edition. Punkt.
Dass dieser Schritt nötig ist, zeigt aber auch: Die Post-Launch-Verkäufe von Monster Hunter Wilds waren hinter den Erwartungen. Das Spiel hatte einen Rekordstart mit über 1,3 Millionen gleichzeitigen Spielern auf Steam, aber die DLC-Verkäufe sind offenbar nicht im gleichen Maße gelaufen. Anders wäre eine so umfassende Restrukturierung des Editionsmodells kaum zu erklären.
Auf den Pixel gefühlt…
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