Zehn Jahre The Witcher 3: Wild Hunt – ein Meilenstein, der nicht nur mit einer finalen Cross-Platform-Mod-Unterstützung gefeiert wird, sondern auch Anlass für CD Projekt RED war, tief in sich zu gehen. Das Ergebnis? Ein unmissverständliches Bekenntnis zu ihrer Kernkompetenz. Co-Gründer Marcin Iwiński brachte es im neuesten „AnsweRED“-Talk auf den Punkt: Weg mit den Ablenkungen, volle Konzentration auf das, was sie meisterhaft beherrschen! Und das, meine lieben Zocker-Freunde, sind „AAA-RPG, Open-World Narrative-Driven Games“. Für Fans von Geralt und alle, die sehnsüchtig auf The Witcher 4 warten, ist das wie ein Ritterschlag für die eigenen Erwartungen.
Die Kunst der Selbstbeschränkung: Warum weniger manchmal so viel mehr ist
„Wir können nicht so viele Dinge tun, die wir gerne tun würden, zu denen wir versucht sind“, gestand Iwiński mit einer entwaffnenden Ehrlichkeit. Eine Lektion, die hart erkämpft wurde. „Wir haben es versucht, und es hat nicht funktioniert.“ Diese Worte hallen nach, besonders wenn man an die turbulenten Zeiten rund um den Cyberpunk 2077-Launch denkt. Doch aus Fehlern lernt man, und CDPR hat gelernt, dass ihr wahres Gold in der Fokussierung liegt.
„Wir müssen uns auf das konzentrieren, worin wir gut sind, und wirklich 100% hineinstecken.“ Das ist keine hohle Phrase, sondern eine Überlebensstrategie in einer Branche, die vor Verlockungen nur so strotzt. Wie ein Meisterkoch, der sich auf seine Paradedisziplin konzentriert, statt auf jeder Hochzeit zu tanzen, will CDPR seine Ressourcen bündeln, um unvergessliche Spielerlebnisse zu schaffen. Und genau das lässt uns für The Witcher 4 auf ein weiteres Epos hoffen.
Vom Einzelkämpfer zur Kreativ-Armada: Die Strategie hinter multiplen Projekten
Doch wie passt diese Fokussierung mit der Ankündigung zusammen, von einer Ein-Projekt-Firma zu einer Mehr-Projekt-Schmiede zu wechseln? Joint CEO Adam Badowski liefert die Antwort: „Deshalb haben wir von einer Ein-Projekt-Firma zu einer Mehr-Projekt-Firma gewechselt. Aber alles ist in unserer Strategie.“ Klingt paradox? Ist es aber nicht. Die Idee ist, mehrere Teams parallel an verschiedenen Titeln arbeiten zu lassen, die aber alle in das definierte Nischen-Korsett passen. „Wir werden AAA-RPG, Open-World Narrative-Driven Games entwickeln, und das ist unsere – sagen wir – Nische. Der Fokus liegt also dort.“ Das bedeutet, während ein Team mit Hochdruck an The Witcher 4 werkelt, kann ein anderes bereits die Grundlagen für „Project Orion“, das nächste große Ding im Cyberpunk-Universum, legen, ohne dass sich die Projekte gegenseitig die Luft zum Atmen nehmen.
Der Sirenenruf der Trends und die Standhaftigkeit eines Riesen
Iwiński verschweigt nicht, wie schwer diese Selbstbeschränkung fallen kann, besonders wenn man sieht, welche „coolen Sachen“ andere Entwickler auf den Markt werfen. „Wenn du wächst, ist es schwer, weil all diese Versuchungen da sind, und diese Leute machen dieses Zeug online, und es ist so cool, und wir lieben es zu spielen, und – du denkst: ‚Okay, nein, lass uns tief durchatmen und zu dem zurückkehren, was wir tun‘, denn wenn wir uns zu dünn aufstellen, werden wir nicht liefern.“ Es ist wie der ständige Kampf eines Abenteurers gegen die Verlockungen am Wegesrand, um das eigentliche Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. CD Projekt RED hat sich entschieden: Ihr Ziel sind tiefgründige, erzählerische Welten, die uns für hunderte Stunden fesseln. Das mag für einige bedeuten, dass sie auf bestimmte Trends verzichten, aber für die Qualität eines Spiels wie dem kommenden The Witcher 4 kann das nur Gutes verheißen.
Die Weichen sind also gestellt. Mit einem klaren Fokus und der Erfahrung aus über einem Jahrzehnt an der Spitze der RPG-Entwicklung blickt CD Projekt RED in eine vielversprechende Zukunft. „Project Orion“ befindet sich in der Vorproduktion, und obwohl der Name „Cyberpunk 2“ von PR-Managerin Ola Sondej als Platzhalter für „ein weiteres Spiel im Universum“ klargestellt wurde, ist die Vorfreude riesig. Und dann ist da natürlich noch The Witcher 4, das uns mit einem cineastischen Trailer bei den Game Awards 2024 bereits den Mund wässrig gemacht hat. Release-Datum, Plattformen und Gameplay? Noch Fehlanzeige. Aber eines ist sicher: Es wird groß, es wird episch, und es wird genau das sein, was CDPR am besten kann.