Am 7. Juli wollen Destiny 2 Spieler noch einmal alles geben. Der Twitter Fan-Account „Guardians For Destiny 3“ hat zum finalen Bungie Day gerufen – einem koordinierten Massen-Login, der Sony zeigen soll, was sie mit der Einstellung von Destiny 2 aufgeben. „Am 7.7. legen wir noch einmal los. Ein letzter Bungie Day in den Büchern. Zeigen wir Sony, dass wir noch da sind“, heißt es in dem Aufruf. Und die Zahlen geben der Community recht: Knapp 100.000 gleichzeitige Spieler sind täglich auf Steam aktiv – für ein Spiel, das offiziell keine neuen Inhalte mehr bekommt, ein beeindruckender Wert. Die Frage ist nur: Hört Sony überhaupt zu?
Ein letzter Bungie Day – und eine Botschaft an Sony
Bungie Day ist seit Jahren der Tag, an dem das Studio und seine Community gemeinsam feiern. Charity-Aktionen, Ingame-Geschenke, Livestreams – alles, was die besondere Beziehung zwischen Bungie und den Hütern ausmacht. Dieses Jahr ist alles anders. Die dritte Entlassungswelle hat das gesamte Destiny 2 Team getroffen, die aktive Entwicklung ist eingestellt, und Sony hat sich in Schweigen gehüllt. Der diesjährige Bungie Day ist kein Fest mehr – er ist eine Demonstration. Wer mitmachen will, muss nur in den Turm zurückkehren und sich einloggen. Das Ziel: Sony die Spielerzahlen vorführen, die sie mit der Einstellung des Spiels ignorieren.
100.000 Hüter am Tag – die Community lebt, aber Sony reagiert nicht
Die offiziellen Steam-Charts zeigen: Destiny 2 hat auch nach dem finalen Monument of Triumph-Update noch eine treue Spielerbasis. Knapp 100.000 gleichzeitige Spieler am Tag – das ist mehr als so mancher aktuelle Live-Service-Titel vorweisen kann. Die Community ist nicht tot, sie ist nur verwaist. Und genau das ist der Punkt. Die Aktion am 7. Juli soll Sony vor Augen führen, welches Publikum sie mit der Einstellung von Destiny 2 verprellt. Ein Publikum, das bereit ist, Geld auszugeben, Zeit zu investieren und sich für ein Spiel zu engagieren, das ihnen neun Jahre lang ans Herz gewachsen ist.
Vom Protest zur Party: Wie die Stimmung kippte
Interessant ist der Ton der Aktion. Was im Mai noch als Protest begann – der erste Server Slam zum Monument of Triumph-Launch am 9. Juni sollte die Server überlasten und Bungie zeigen, wie groß die Wut ist – hat sich verwandelt. Der Aufruf zum Bungie Day klingt nicht nach Wut, sondern nach Feierlaune. „One last Bungie Day on the books“ – das klingt nach einer Abschiedsparty, nicht nach einer Demonstration. Vielleicht liegt es am überraschend guten finalen Update, das die Community versöhnt hat. Vielleicht auch daran, dass die Hüter gemerkt haben: Wut bringt nichts mehr. Aber zeigen, dass man da ist – das können sie immer noch.
Was vom Hüter übrig bleibt
Nach dem 7. Juli wird Destiny 2 weiterlaufen. Die Server bleiben an, das Spiel bleibt besuchbar. Aber der letzte große Moment, an dem die gesamte Community gemeinsam online ist – der wird der Bungie Day sein. Danach geht es in den Wartungsmodus. Keine neuen Raids, keine Story-Missionen, keine Überraschungen mehr. Nur ein Spiel, das funktioniert, aber nicht mehr wächst. Ob Sony die Botschaft der Hüter hört, ist fraglich. 3,6 Milliarden Dollar für Bungie, drei Entlassungswellen, hunderte gekündigte Mitarbeiter – die Zeichen stehen nicht auf Versöhnung. Aber die Community zeigt wenigstens, dass sie noch da ist. Und das ist vielleicht das Einzige, was sie noch tun kann.
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