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Epic Games verklagt ehemaligen Mitarbeiter und bestätigt damit ungewollt kommende Fortnite-Kollaborationen

Epic Games verklagt einen ehemaligen Mitarbeiter, der unter dem Pseudonym AdiraFN vertrauliche Fortnite-Kollaborationen geleakt haben soll. Die Klage bestätigt ungewollt die Echtheit mehrerer noch nicht angekündigter Crossovers.

René Nikel
von René Nikel
10.03.26
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Lesezeit: 3 Min.
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Fortnite-Leaks sind so alt wie das Spiel selbst – doch meistens bleiben sie folgenlos. Was Epic Games jetzt in die Wege geleitet hat, ist von einer ganz anderen Tragweite: Das Unternehmen zieht vor Gericht, und der Beklagte ist kein anonymer Datenschürfer, sondern ein ehemaliger Mitarbeiter mit Zugang zu den innersten Geheimnissen des Studios. Dass Epic dabei ausgerechnet sich selbst einen Bärendienst erweist, macht die ganze Sache noch pikanter.

Das steckt im Artikel
  • Ein Leaker mit erschreckend guter Trefferquote
  • Geheimhaltungsvertrag gebrochen – und das bereits nach wenigen Wochen
  • Die Klage bestätigt, was sie eigentlich verhindern sollte
  • Warum Epic nur selten klagt – und was das bedeutet

Ein Leaker mit erschreckend guter Trefferquote

Unter dem Pseudonym AdiraFNInfo sorgte ein Twitter-Nutzer zwischen Ende 2025 und Februar 2026 für Aufsehen in der Fortnite-Community. Die geleakten Kollaborationen waren nicht nur zahlreich, sondern auffallend präzise – inklusive konkreter Inhalte, Gegenstände und Ankündigungszeitpunkte. So veröffentlichte AdiraFN beispielsweise Details zur South-Park-Kollaboration mit Fortnite zwei Tage, bevor Epic sie offiziell ankündigte – vollständig und stimmig. Auch das Solo-Leveling-Crossover wurde auf ähnliche Weise vorab enthüllt. Kurz nachdem Epic rechtliche Schritte einleitete, verschwand der Account sang- und klanglos von der Plattform. Epic hat den Leaker inzwischen als Hayden Cohen identifiziert und beim Bundesgericht in North Carolina Klage eingereicht.

Geheimhaltungsvertrag gebrochen – und das bereits nach wenigen Wochen

Laut der Klageschrift war Cohen als freier Mitarbeiter über eine externe Personalvermittlung als Associate Producer für Epic tätig. Die Stelle erforderte Zugang zu nicht-öffentlichen Informationen, die ihm nach Abschluss einer Sicherheitsschulung gewährt wurden. Zusätzlich unterzeichnete er eine Geheimhaltungsvereinbarung, in der er sich verpflichtete, keinerlei vertrauliche Informationen aus seiner Tätigkeit nach außen zu tragen. Wenige Wochen später soll er dennoch damit begonnen haben, Fortnite-Kollaborationen über X und Discord zu veröffentlichen. Epic wirft ihm unter anderem die Verletzung von Geschäftsgeheimnissen nach US-Bundesrecht und dem Recht des Bundesstaates North Carolina, Vertragsbruch sowie unlauteren Wettbewerb vor. Das Unternehmen fordert Schadensersatz, Anwaltskosten und eine gerichtliche Unterlassungsverfügung. Nachdem Epic eine Abmahnung verschickt und Cohen aufgefordert hatte, alle genutzten Geräte herauszugeben, soll er dieser Forderung nicht vollständig nachgekommen sein.

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Die Klage bestätigt, was sie eigentlich verhindern sollte

Hier liegt die eigentliche Ironie des Ganzen: Indem Epic die Klage öffentlich machte, verlieh das Unternehmen den noch unbestätigten Leaks von AdiraFN erheblich mehr Glaubwürdigkeit. Denn wer klagt, gibt indirekt zu, dass die durchgesickerten Informationen echt waren. Zu den noch nicht offiziell bestätigten Kollaborationen, die Cohen geleakt haben soll, gehören unter anderem Sonic the Hedgehog, Minecraft, Game of Thrones, Kingdom Hearts und Ben 10 – eine Liste, die Fortnite-Fans weltweit elektrisiert. Ob und wann diese Crossovers tatsächlich erscheinen, ist offen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass sie kommen, hat durch Epics Klage merklich zugenommen.

Warum Epic nur selten klagt – und was das bedeutet

Wer die Fortnite-Leak-Szene kennt, weiß: Die allermeisten Leaks bleiben ohne juristische Konsequenzen. Bekannte Quellen wie ShiinaBR oder HYPEX veröffentlichen seit Jahren Vorabinformationen zu Fortnite und haben dabei sogar offizielle Creator-Codes von Epic erhalten – also eine Art stilles Einverständnis. Das hat in der Community die Spekulation befeuert, ein Teil der Leaks könnte von Epic selbst gesteuert sein, um Aufmerksamkeit zu generieren. Die nüchternere Erklärung ist jedoch naheliegender: Der Großteil der Fortnite-Leaks stammt aus dem sogenannten Datamining – also dem Durchsuchen von Spieldateien nach versteckten Hinweisen. Das kann Epic kaum unterbinden, und solange keine Geheimhaltungsvereinbarung gebrochen wird, gibt es auch keinen rechtlichen Hebel. Cohen hingegen hatte eine solche Vereinbarung unterzeichnet – und damit eine rote Linie überschritten, die Epic nicht ignorieren konnte.

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vonRené Nikel
Seit Dino Wars oder North&South am Amiga hat sich in der Spieleindustrie so einiges verändert, aber meine Leidenschaft für Videospiele nicht! Mit dem Alter von 5 Jahren hatte ich zum ersten Mal einen Joystick in der Hand und seit diesem Moment war die virtuelle Welt wie ein zweites Zuhause für mich. Ich finde so ziemlich jedes Genre interessant, selbst wenn es sich um einen kleinen Indie-Titel handelt. Die aktuellste Nintendo Konsole und ein leistungsstarker PC gehören bei mir zu der Grundausstattung. Bei meiner Begeisterung für den Journalismus in Verbindung mit Videospielen gab es da nur eine logische Konsequenz. Redakteur bei PixelCritics werden, um mein Interesse beider Welten auszuleben.
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