Handheld-Zocker hoffen seit der ersten Ankündigung von Nintendos neuem Flaggschiff auf den ganz großen Coup im Rucksack. Ein Release von GTA 6 für die Nintendo Switch 2 bleibt jedoch vorerst reine Zukunftsmusik, wie Nintendos US-Präsidentin Devon Pritchard nun unmissverständlich klarmacht. Statt technischer Garantien schiebt der Konsolenhersteller die heikle Debatte komplett an Take-Two und Rockstar weiter.
Nintendos Chefetage weicht der Hardware-Frage aus
Auf die direkte Frage nach Rockstars Mammutprojekt reagiert Nintendo of America mit kalkulierter Zurückhaltung und verweist auf fehlende Ankündigungen. Devon Pritchard stellte im Gespräch mit Variety klar, dass ein möglicher Auftritt auf der kommenden Konsole allein eine Angelegenheit zwischen Take-Two und den Entwicklern sei. Gleichzeitig betonte die Managerin, dass man erst am Anfang stehe, die wahren Fähigkeiten der Nintendo Switch 2 überhaupt auszuloten.
Diese vorsichtigen Töne überraschen wenig, denn der Mario-Konzern vermeidet seit jeher verbindliche Zusagen für unangekündigte Fremdproduktionen. Hinter den verschlossenen Türen in Kyoto wächst zwar der Druck, endlich moderne Blockbuster auf das eigene System zu holen. Ein offenes Bekenntnis zu einem Titel dieser Größenordnung würde jedoch Erwartungen wecken, die das Gerät womöglich gar nicht erfüllen kann.
Gewaltiger Hardware-Hunger frisst portable Kompromisse
Zu diesen Gründen zählt vor allem die enorme Rechenlast, an der selbst stationäre Konsolen der aktuellen Generation schwer zu tragen haben. Auf der PlayStation 5 läuft GTA 6 mit 30 FPS, weil die komplexe Simulation von Verkehr, Passanten und Wetter die Hardware gnadenlos ausreizt. Laut Branchen-Insider NateTheHate prüften die Entwickler zwar im Vorfeld, ob eine Umsetzung auf Nintendos Nachfolger prinzipiell denkbar wäre. Solche internen Machbarkeitsstudien sind in der Spieleentwicklung allerdings Routine und bedeuten keineswegs, dass ein marktreifes Produkt entsteht.
Auch frühere Mitarbeiter des Studios blicken äußerst skeptisch auf das Projekt. Bereits vor Monaten erteilte der Ex-Entwickler Jérémy Hartvick solchen Portierungs-Hoffnungen eine deutliche Absage, da die Kernzielgruppe von Rockstar schlicht auf anderen Plattformen zu Hause sei. Wer eine derart dichte Open World ohne brutale Abstriche bei Renderdistanz, Texturen und Physik erleben will, kommt an ausgewachsener Hardware kaum vorbei.
Take-Two bündelt alle Kräfte für den Konsolen-Start
Unabhängig von technischen Hürden diktiert Publisher Take-Two den strikten Zeitplan, der vorerst keinen Raum für Nebenprojekte lässt. Am 19. November 2026 schlägt das Spiel zunächst exklusiv auf den Flaggschiffen von Sony und Microsoft auf. Selbst die PC-Community muss sich bis zu einer späteren Veröffentlichung gedulden. Rockstar Games vermeidet bei Großproduktionen jedes Risiko und konzentriert die gesamte Entwicklungs-Power auf die lukrativsten Vertriebskanäle.
Für Nintendo bleibt die Tür zwar theoretisch einen Spaltbreit offen, praktisch sprechen die Fakten jedoch eine andere Sprache. Sollte Vice City jemals auf einem Bildschirm von Nintendo auftauchen, dann höchstens Jahre später als abgespeckter Spezialfall oder gestreamte Cloud-Version. Bis dahin müssen Handheld-Fans ihre Hoffnungen begraben und sich mit den etablierten Schwergewichten begnügen.




