Die Seraphiten waren in The Last of Us Part 2 eine gesichtslose Bedrohung – ein religiöser Kult ohne klaren Anführer, zersplittert in Fraktionen, geleitet von einer toten Prophetin. HBO ändert das für Staffel 3 grundlegend. Mit Peter Sarsgaard verpflichtet die Serie einen zweifach für den Emmy nominierten Schauspieler für die Rolle des Amon, eines Anführers der Seraphiten – eine Figur, die Naughty Dog nie geschrieben hat.
Peter Sarsgaard als Amon – was die Casting-Meldung verrät
Laut einem Bericht von Deadline übernimmt Sarsgaard eine wiederkehrende Rolle als Amon, einer der Anführer der Seraphiten. Viel mehr ist nicht bekannt: Wie viel Screentime die Figur bekommt, welche Funktion Amon innerhalb des Kults genau einnimmt und ob er Abby direkt gegenübertritt – all das bleibt offen. Kinocheck berichtet ebenfalls, dass Details zur Story der dritten Staffel bislang nicht enthüllt wurden.
Sarsgaard ist kein Unbekannter. Der 55-Jährige war für seine Rollen in „Dopesick“ und „Presumed Innocent“ für den Emmy nominiert und zuletzt in Maggie Gyllenhaals „The Bride!“ zu sehen. Seine Verpflichtung reiht sich in eine ohnehin hochkarätige Besetzung ein: Für Staffel 3 wurden bereits Patrick Wilson als Abbys Vater Jerry und Jason Ritter als Soldat der WLF bestätigt.
Die Seraphiten ohne Kopf – und was ein Anführer ändert
Die Seraphiten, auch Scars genannt, sind im Spiel eine der bedrohlichsten Fraktionen – aber sie haben keinen Anführer. Ihre Prophetin ist tot, verehrt wird sie über Schreine und Wandmalereien. Der Satz, den jedes Mitglied im Spiel murmelt – „spürt ihre Liebe“ – ist an sie gerichtet. Die Gruppe ist in rivalisierende Sekten zersplittert, was sie unberechenbar macht.
Dass HBO nun einen lebenden Anführer einführt, verändert diese Dynamik fundamental. Aus einer dezentralen, fast mystischen Bedrohung wird eine Organisation mit Gesicht und Befehlskette. Wie wir bereits aus dem Trailer zu Staffel 2 wissen, haben die Seraphiten in der Serie bereits versucht, Ellie zu opfern. Mit Amon bekommen sie jetzt jemanden, der diese Gewalt orchestriert – und das dürfte Abbys Konfrontation mit dem Kult in Staffel 3 deutlich persönlicher machen.
Abby, Lev und die Frage nach der Vorlagentreue
Staffel 3 rückt Abby Anderson ins Zentrum, gespielt von Kaitlyn Dever. Im Spiel trifft Abby auf Lev, einen ehemaligen Seraphiten, der aus dem Kult flieht und zu ihrem engsten Verbündeten wird. Lev wurde in der Serie noch nicht eingeführt – was Spekulationen nährt, dass Amon genau der Anführer jener Sekte sein könnte, vor der Lev flieht.
Dass HBO für die Adaption neue Figuren erschafft, ist kein isolierter Fall. Staffel 2 hat bereits gezeigt, dass Showrunner Craig Mazin bereit ist, von Naughty Dogs Blaupause abzuweichen, wenn es dem Serienformat dient. Jetzt, wo Neil Druckmann nicht mehr als Co-Showrunner an Bord ist, liegt die kreative Verantwortung allein bei Mazin – und die Serie nähert sich einem Ende, das laut HBOs Andeutungen zum Serienfinale mit Staffel 3 besiegelt sein dürfte. Eine zusätzliche Originalfigur in der letzten Season ist da kein nebensächliches Detail, sondern ein Hinweis darauf, dass die Adaption zunehmend ihren eigenen Weg geht.