Es gibt Momente in einem Spiel, da merkst du: Das hier ist nicht für alle gemacht. LASO in Halo: Campaign Evolved ist so ein Moment. Halo Studios hat diese Woche in einem Livestream gezeigt, wie ein Durchlauf auf „Legendäre-Schwierigkeit“ mit allen aktiven Skulls aussieht – und die Antwort ist: verdammt fordernd. Aber nicht auf die Art, wie man es aus der Master Chief Collection kennt. Sondern durchdacht, kuratiert und mit einem klaren Ziel: dich zu brechen, aber fair.
17 Skulls – und nicht alle machen nur das Leben schwer
Die naheliegende Frage ist: Warum nicht einfach alle 42 Skulls anschmeißen, wenn es schon LASO heißt? Die Antwort liefert Halo Studios im aktuellen Community-Q&A auf Waypoint. Dass manche Skulls sich schlicht gegenseitig beißen – Acrophobia lässt dich fliegen und damit an jeder Begegnung vorbeisegeln, was den Sinn eines Hardcore-Durchlaufs komplett untergräbt. Andere Skulls machen das Spiel nicht schwerer, sondern nur seltsam (Grunt Birthday Party lässt Kopfschüsse mit Konfetti feiern). Halo Studios nennt es selbst „LAASO“ – Legendary Almost All Skulls On.
Das Team hat also eine Kuratierung vorgenommen. 17 Skulls, die zusammen ein konsistentes, extrem forderndes Erlebnis ergeben, ohne sich gegenseitig zu neutralisieren oder den Schwierigkeitsgrad durch absurd-komische Effekte zu verwässern. Das ist kein „einfacheres“ LASO – es ist ein saubereres.
Kein Motion Tracker, doppelter Explosionsradius – was dich in LASO erwartet
Die Liste der aktiven Skulls liest sich wie ein Katalog dessen, was Halo-Spieler normalerweise als selbstverständlich betrachten – und das wird ihnen genommen. Der Bewegungssensor (Fog) ist deaktiviert, du siehst also keine feindlichen Bewegungen auf der Radar-Karte. Die Zielhilfe fällt weg (Eye Patch), was besonders die Needler-Pistole zur Geduldsprobe macht, da ihre homing-fähigen Projektile ohne Auto-Aim deutlich ungenauer werden. Gegner haben erhöhte Gesundheit (Mythic), Waffen von besiegten Feinden enthalten nur die Hälfte der üblichen Munition (Famine), und der Explosionsradius ist verdoppelt (Boom) – was dich genauso betrifft wie die Gegner.
Dazu kommen Klassiker wie Black Eye (Schilde laden nur durch Nahkampftreffer), Thunderstorm (Gegner haben höhere Ränge) und Famine (halbierte Munition aus Beute-Waffen). Wer sich durchbeißen will, muss jeden Schuss zählen, jede Bewegung planen und selbst die einfachsten Begegnungen wie ein Boss-Rush behandeln. Das ist kein Spaziergang durch den Halo-Ring – das ist Hindernislauf mit Schusswaffen.
Ein Achievement fürs Prestige – und sonst nichts
Und was springt raus, wenn du nach Stunden – vielleicht Tagen – den letzten Wächter des Rings besiegt hast? Das „MYTHIC“-Achievement. Und nur das. Keine exklusive Rüstung, kein verstecktes Cutscene-Ende, keine kosmetische Belohnung. Halo Studios ist da erfrischend ehrlich: Der einzige Grund, LASO anzugehen, ist der Erfolg selbst. Bragging Rights.
Das ist ehrlicher, als einen Haufen exklusiver Belohnungen zu versprechen, die dann doch nur die wenigsten sehen. Wer LASO durchzieht, will sich beweisen – nicht einsammeln.
