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The Elder Scrolls Online: Wallpaper
Games

„Die Leute werden nie erfahren, wie viel Blut drin steckt“ – Ehemaliger ESO-Designer rechnet mit Microsoft ab

Andrew Young, ehemaliger Content Designer von The Elder Scrolls Online, rechnet auf Social Media mit Microsoft ab – seine Kernaussage: ESO wurde jahrelang als Melkkuh für gescheiterte Projekte missbraucht. Bis zu 50 Prozent des Teams sollen die aktuelle Entlassungswelle nicht überstanden haben, die ESO-Roadmap ist zusammengebrochen.

Mischa Schumacher
von Mischa Schumacher
09.07.26
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Lesezeit: 4 Min.
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Die Massenentlassungen bei Zenimax Online Studios haben ein Nachbeben, das tiefer geht als jede PR-Erklärung. Andrew Young, ehemaliger Content Designer von The Elder Scrolls Online, hat sich auf Social Media zu Wort gemeldet – und seine Worte sind kein höflicher „es war mir eine Ehre“-Abschiedspost. Young spricht von Wut, von jahrelanger Unterfinanzierung und davon, dass vom Team „einfach niemand mehr da ist“. Ein ehemaliger Mitarbeiter, der auspackt, weil nach der Kündigung das NDA keine Macht mehr hat – und das ist genau der Moment, in dem man erfährt, was wirklich los war.

Das steckt im Artikel
  • „Wir haben andere gescheiterte Projekte durchgefüttert“ – was Andrew Young enthüllt
  • Die zweite Welle trifft härter – warum gerade Zenimax blutet
  • Keine Roadmap, keine Planung – was aus ESO wird
  • Xbox sagt 3.200 Stellen – und die Studios zahlen den Preis
  • Auf den Pixel gefühlt…

„Wir haben andere gescheiterte Projekte durchgefüttert“ – was Andrew Young enthüllt

„Ich bin heute einfach so wütend“, schreibt Young. Die Menschen würden „nie erfahren, wie viel Blut, Schweiß und Tränen in ESO stecken“. Aber der Satz, der richtig wehtut, kommt direkt danach: „Wir haben im Grunde andere gescheiterte Projekte finanziert, während wir nie genug Ressourcen bekommen haben, um mit unserem Release-Rhythmus Schritt zu halten.“

Das ist keine diffuse Kritik am Management. Das ist ein handfester Vorwurf: ESO, das laut Kotaku-Bericht allein bis 2024 über zwei Milliarden Dollar Umsatz generiert hat und monatlich rund 15 Millionen Dollar einspielte, wurde systematisch als Melkkuh für interne Risikoprojekte missbraucht. Die Einnahmen flossen ab, die Verstärkung blieb aus.

Youngs zweiter Post ist noch düsterer: „Ich bin schon eine Weile weg, aber wenn ich heute mit Leuten rede und realisiere, dass wirklich niemand mehr da ist und sich das auch nicht mehr ändern wird – das bricht mir das Herz.“ Kotaku zitiert Quellen aus dem Studio, die bestätigen, dass bis zu 50 Prozent des ESO-Teams gegangen sind.

Die zweite Welle trifft härter – warum gerade Zenimax blutet

Es ist nicht das erste Mal, dass Zenimax Online Studios Personal abgeben muss. Wie wir in unserem Bericht zu den Xbox-Entlassungen gezeigt haben, ist es die zweite große Welle innerhalb von zwölf Monaten. Beim letzten Mal traf es vor allem das eingestellte Blackbird-Projekt. Diesmal sind die Einschnitte breiter angelegt – und sie treffen ein Team, das eigentlich auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit war.

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Die Ironie: ESO lief gut. Season 1 startet in diesen Tagen, die Umstellung auf das Season-Modell war ein kreativer Neuanfang. Aber offenbar ist das kein Schutzfaktor mehr. Microsofts neue Führung unter Asha Sharma sortiert um – und zwar radikal. Wer nicht zu den absoluten Kernmarken gehört, muss bluten. Dass ausgerechnet ein Studio getroffen wird, dessen Spiel seit zwölf Jahren verlässlich Geld druckt, zeigt, wie wahllos diese Kürzungen tatsächlich sind.

Keine Roadmap, keine Planung – was aus ESO wird

Jessica Folsom, Community Managerin bei Zenimax, hat die Spieler im offiziellen Forum bereits vorgewarnt: „Die Roadmaps, die wir zuvor geteilt haben, werden sich verschieben. Wir wollen uns die Zeit nehmen, die Arbeit vor uns auszuwerten und dann einen aktualisierten Zeitplan festzulegen.“ Das ist die professionelle Version von: Wir haben keine Ahnung, wie es weitergeht.

Wie aus Sharmas neuer Strategie hervorgeht, fließen die freigewordenen Millionen gezielt in die großen Zugpferde – Fallout, The Elder Scrolls (der Singleplayer-Teil, versteht sich), Halo. Ein MMO wie ESO passt nicht in dieses Schema. Es ist zu komplex, zu personalintensiv, zu schwer zu managen, wenn das Team halbiert ist. Die Frage, ob ESO in bisheriger Form überleben kann, ist kein Schwarzmalen mehr. Es ist eine rationale Einschätzung.

Xbox sagt 3.200 Stellen – und die Studios zahlen den Preis

Asha Sharma hat die Zahlen selbst genannt: 1.600 Stellen werden sofort gestrichen, bis Juni 2027 sollen es insgesamt 3.200 sein. Der Ton ihres internen Memos liest sich wie eine Bankrotterklärung: „Wir sind die Verwalter branchendefinierender Marken mit enormem Potenzial – aber wir haben sie nicht ausreichend finanziert.“

Es ist bemerkenswert, wie schnell sich das Narrativ gedreht hat. Vor einem Jahr hieß es noch: keine weiteren Entlassungen geplant. Jetzt herrscht Kahlschlag, und die düsteren Prognosen zur Branchenlage zeichnen ein Bild, in dem Studios wie Zenimax nur die ersten Dominos sind. Die Ironie der Geschichte: Ein Franchise, das seit über einem Jahrzehnt konstant Gewinn abwirft, wird zum Kollateralschaden einer Strategie, die Microsoft selbst als gescheitert bezeichnet. Auf Steam findet ihr The Elder Scrolls Online mit allen Erweiterungen.

Auf den Pixel gefühlt…

Kurz, präzise, unbestechlich

Der Post von Andrew Young ist kein Einzelfall, sondern die Spitze eines Eisbergs, den Kotaku mit bestätigten Quellen untermauert hat. Wenn wirklich bis zu 50 Prozent des ESO-Teams gegangen sind, wird das Spiel nicht mehr dasselbe sein – unabhängig davon, wie gut der Wille der Verbliebenen ist. Die offizielle Kommunikation von Folsom bestätigt indirekt, dass die Planungen unsicher sind. Ein MMO lebt von regelmäßigen Content-Updates. Wenn das Team dafür nicht mehr groß genug ist, ist das keine Frage der Qualität mehr, sondern der schieren Kapazität.
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vonMischa Schumacher
Seit Kindestagen bin ich ein riesen Nintendo-Fan und bin mit Spielen wie Super Mario und Pokemon aufgewachsen. Dann kam die erste Playstation, kurz darauf folgte der eigene PC und somit gab es für mich keinen Halt mehr und meine Leidenschaft für Videospiele wurde immer größer. So groß, dass ich mittlerweile 16 Konsolen im Wohnzimmer stehen hab. Ich kann mit Shooter nicht wirklich etwas anfangen, jedoch habe ich mit RPGs und JRPGs umso mehr Freude, Jump and Runs dürfen natürlich hier nicht fehlen. Mein Herz gilt Spielen mit einer bewegenden Story, da kann Grafik schon mal als Nebensache betrachtet werden.
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