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Games

213 Leute gefeuert, 3 Features verschoben – ESOs neuer Director hat keine Wahl

ZeniMax Online Studios hat durch Xbox-Entlassungen zwei Drittel seiner Belegschaft verloren. Neuer Game Director Nick Giacomini verschiebt drei Groß-Features auf 2027 und setzt 2026 auf Gratis-Content und Events. Der Brief ist ehrlicher als üblich – und zeigt trotzdem, dass ESO vom Wachstums- in den Bestandsmodus wechselt.

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Mischa Schumacher
von Mischa Schumacher
03.08.26
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Lesezeit: 4 Min.
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Am 30. Juli schreibt Nick Giacomini seinen ersten Brief an die ESO-Community. Er ist seit Kurzem Game Director. Sein Vorgänger Josh Henderson hat das Studio verlassen, und zwei Monate vorher hat Xbox bei ZeniMax Online durchgegriffen: 213 von rund 300 Stellen gestrichen. Giacominis Botschaft ist klar, auch wenn er sie in Durchhalteprosa verpackt: Update 52, der Crimson-Veldt-Trial und der Class-und-Combat-Refresh – alle drei auf 2027 verschoben. Update 51 kommt am 28. September. Drei Wochen später als geplant. Das ist kein Strategiewechsel. Das ist die Quittung für einen Kahlschlag, der ZeniMax Online im April getroffen hat.

Das steckt im Artikel
  • Ein Studio mit 100 Leuten macht kein MMO-Update wie eins mit 300
  • Crimson Veldt, Class Refresh, Update 52 – 2027 ist das neue »bald«
  • Gratis-Content und pünktliche Seasons – das ist kein Zufall
  • Giacominis erster Move ist kein Feuerwerk – und genau das macht ihn glaubwürdig

Ein Studio mit 100 Leuten macht kein MMO-Update wie eins mit 300

Giacomini sagt es nicht direkt. Muss er auch nicht. Wenn ein Studio zwei Drittel seiner Belegschaft verliert, kannst du nicht denselben Output erwarten wie vorher. Die Mathematik ist gnadenlos.

Was er stattdessen sagt: »Statt eine zuvor angekündigte Deadline zu hetzen, geben wir unseren Teams die Zeit, die sie brauchen, um es richtig zu machen.« Das klingt nach Qualitätsanspruch. Ist es auch. Aber es ist vor allem die Einsicht, dass die Pipelines, die mit Saison Null im April auf ein saisonales Modell umgestellt wurden, mit dem verbliebenen Team nicht mehr zu stemmen sind.

Die Konsequenz: Giacomini baut die Pipeline neu auf. Mit weniger Leuten. Mit mehr Zeit. Mit engerer Anbindung an Bethesda Game Studios – was entweder echte Synergie bedeutet oder ein stilles Eingeständnis, dass ZeniMax Online allein nicht mehr trägt.

Crimson Veldt, Class Refresh, Update 52 – 2027 ist das neue »bald«

Drei Features hat Giacomini offiziell nach hinten geschoben. Nicht, weil sie unwichtig wären. Sondern weil sie zu komplex sind für ein dezimiertes Team.

Der Crimson-Veldt-Trial ist ein 12-Spieler-Raid. Mounted Combat soll eine Rolle spielen – ein Feature, das in ESO technisch nie sauber lief und jetzt in einem Endgame-Inhalt sitzt. Update 52 bringt die Jerall-Pass-PvP-Zone und Skyrims Dynamic Encounters. Der Class-und-Combat-Refresh sollte das gesamte Balancing auf links drehen.

Jedes einzelne dieser Features wäre für ein voll besetztes Team ein Großprojekt. Für 100 Leute sind sie eine Zumutung. Giacomini weiß das. Deshalb schiebt er sie nicht um ein Quartal, sondern pauschal ins nächste Jahr. Kein neues Datum. Kein Monat. Nur: 2027.

Gratis-Content und pünktliche Seasons – das ist kein Zufall

Und dann kommt der Teil des Briefes, der seltsam optimistisch klingt: Season 1 – Return of the Thieves Guild – läuft weiter. Whitestrake’s Mayhem ab 5. August. Neue Golden-Pursuit-Kampagne ab 20. August mit 20 kostenlosen Crown Crates. Drei-Seiten-Schlachtfelder kehren mit Update 51 dauerhaft zurück. Season 2 startet am 21. Oktober. Greymoor und Markarth werden gratis.

Das ist die andere Hälfte der Wahrheit. Ein Studio mit 100 Leuten kann keine ambitionierten neuen Systeme bauen. Aber es kann bestehende Inhalte aufwerten, Events durchziehen und alte Chapter verschenken. Das kostet kaum Entwicklung – Greymoor existiert seit 2020 – und hält die Spieler bei Laune, während die richtig teuren Features auf 2027 warten.

Giacomini verkauft das als spielerfreundliche Geste. Ist es auch. Aber es ist vor allem Schadensbegrenzung mit dem, was noch im Lager liegt.

Giacominis erster Move ist kein Feuerwerk – und genau das macht ihn glaubwürdig

Ein neuer Game Director. Ein geschrumpftes Studio. Eine Community, die nach den Layoffs wissen will, ob ESO noch eine Zukunft hat. Giacominis Antwort ist kein Trailer, kein Hype, kein »nächstes Jahr wird alles besser«.

Seine Antwort ist: »Wir werden weiterhin unterhaltsame und lohnende Erfahrungen durch unser saisonales Modell liefern, lange geforderte Features umsetzen und neue Wege finden, eure Abenteuer frisch zu halten.«

Das ist PR-Sprech. Aber zwischen den Zeilen steht etwas anderes: Wir liefern, was wir können. Mit dem Team, das noch da ist. Mehr geht gerade nicht.

In einer Branche, in der Publisher Studios schließen und trotzdem vom »aufregendsten Lineup aller Zeiten« faseln, ist das fast schon erfrischend.

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vonMischa Schumacher
Seit Kindestagen bin ich ein riesen Nintendo-Fan und bin mit Spielen wie Super Mario und Pokemon aufgewachsen. Dann kam die erste Playstation, kurz darauf folgte der eigene PC und somit gab es für mich keinen Halt mehr und meine Leidenschaft für Videospiele wurde immer größer. So groß, dass ich mittlerweile 16 Konsolen im Wohnzimmer stehen hab. Ich kann mit Shooter nicht wirklich etwas anfangen, jedoch habe ich mit RPGs und JRPGs umso mehr Freude, Jump and Runs dürfen natürlich hier nicht fehlen. Mein Herz gilt Spielen mit einer bewegenden Story, da kann Grafik schon mal als Nebensache betrachtet werden.
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