In seiner hauseigenen Radiosendung KOJI10 hat Spielemacher Hideo Kojima überraschend neue Einzelheiten zu seinem Spionage-Projekt Physint preisgegeben. Während das Spiel unverkennbar an das Erbe von Metal Gear Solid anknüpft, verspricht der Regisseur frische Ideen für das Genre. Gleichzeitig gab Kojima Einblicke in die Zusammenarbeit mit Hauptdarsteller Bill Skarsgård, dessen digitaler Scan im Studio bereits vorliegt. Offen blieb dabei zunächst, wie weit die Produktion tatsächlich fortgeschritten ist.
Drehstart im kommenden Jahr und ungeduldige Hauptdarsteller
Die eigentlichen Dreharbeiten für Physint starten erst 2027, obwohl die grundlegende Handlung des Spionagetitels laut Hideo Kojima bereits vollständig ausgearbeitet ist. Hauptdarsteller Bill Skarsgård drängt jedoch schon jetzt auf handfeste Arbeitsgrundlagen. Als engagierter Method-Actor fordert der Schauspieler regelmäßig konkrete Dialogzeilen ein, um die Sprechweise seiner Figur einzustudieren. Kojima bremst diesen Eifer vorerst: „Ich habe die Handlung fertig. Aber er will die Textzeilen kennen und wissen, wie seine Figur spricht. Er bittet mich, sie zu schreiben, aber ich sage nur: ‚Warte kurz!‘“.
Dass die digitalen 3D-Scans von Skarsgård bereits im Kasten sind, folgt einer rein technischen Notwendigkeit. Die Umwandlung und Aufbereitung der Scandaten nimmt bei Kojima Productions viel Entwicklungszeit in Anspruch. Trotz unübersehbarer Parallelen zu früheren Arbeiten betonte der Serienschöpfer, dass die Produktion aus dem Wunsch nach einem neuen Spionagespiel gewachsen sei, jedoch völlig neue Mechaniken erprobe. Es gehe zwar um Spione, man wolle dem Publikum aber eine grundlegend andere Form von Spionage-Action präsentieren.
Textur-Referenzen statt finaler Garderobe: Der Test mit Charlee Fraser
Neben Skarsgård stand zuletzt auch Schauspielerin Charlee Fraser im Mittelpunkt interner Kameratests. Die gemeinsame Bildwirkung der beiden Hauptfiguren bezeichnete Kojima als elementaren Baustein der gesamten Inszenierung. Gemeinsam mit Schauspielerin Charlee Fraser bildet Skarsgård das Zentrum des Ensembles, nachdem Kojima bereits zuvor den ersten hochkarätigen Cast der Öffentlichkeit präsentiert hatte.
Zugleich stellte der Studiochef klar, dass ein kürzlich veröffentlichtes Promobild keineswegs die fertigen Kostüme der Charaktere zeigt. Das Team scannte beide Darsteller zwar in vollständiger Maske, nutzte die Kleidung jedoch lediglich als Referenzmaterial für physikalische Oberflächenberechnungen. „Das sind nicht die finalen Kostüme. Wir haben erfasst, wie Stoff Falten wirft und Licht einfängt. Wir werden die Designs noch ändern“, erklärte Kojima. Entscheidend war für die Entwickler lediglich das Verhalten von Gürtelfalten und textilen Lichtbrechungen unter realen Bedingungen.
Jubiläumsprojekt mit Microsoft unter veränderten Vorzeichen
Für Hideo Kojima besitzt Physint eine besondere persönliche Tragweite: Das Projekt fungiert als offizielles Jubiläumswerk zu seinem 40-jährigen Schaffen in der Videospielindustrie. Dieser Antrieb erklärt, weshalb das Studio das Konzept trotz tiefgreifender Umbrüche hinter den Kulissen mit hoher Priorität weiterverfolgt.
Nachdem Sony die Finanzierung gestrichen hatte, sicherte sich Microsoft das Projekt, wobei Xbox einen Bruchteil gezahlt hat. Laut Aussagen von Xbox-Chefin Asha Sharma lag das vereinbarte Budget spürbar unter den üblichen Summen klassischer Premium-Produktionen. Trotz der vertraglichen Verlagerung zu Microsofts Publishing-Sparte bleibt das Verhältnis zwischen Kojima und Sony offiziell intakt. Ob der Titel jemals für die PlayStation-Plattform erscheinen wird, bleibt zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch unbestätigt.