Kurz vor der endgültigen Serverabschaltung meldet sich Chad Grenier, Studioleiter und Spieledirektor von Wildlight Entertainment, mit einem ausführlichen Rückblick auf Highguard zu Wort. Was er dabei über Spielerzahlen, Plattformverteilung und das Verhalten der Community preisgibt, zeichnet ein erstaunlich differenziertes Bild eines Spiels, das trotz ordentlicher Startwerte keine nachhaltige Fangemeinde aufbauen konnte. Hinter den nüchternen Zahlen verbirgt sich eine Geschichte, die weit komplexer ist als ein schlichtes Scheitern.
Zwei Millionen Spieler – und ein Vergleich mit Apex Legends
Zum Launch verzeichnete Highguard weltweit etwas mehr als zwei Millionen Spieler. Grenier ordnet diese Zahl bemerkenswert selbstbewusst ein: Die gleichzeitigen Spielerzahlen zu Beginn bezeichnet er als „tatsächlich recht gut“ und zieht dabei einen direkten Vergleich mit dem Launch von Apex Legends. Besonders hervor hebt er die durchschnittliche Spielsitzungsdauer von 91 Minuten – ein Wert, der im Bereich kompetitiver Mehrspielertitel durchaus respektabel ist. Im Schnitt absolvierten Spieler dabei 3,48 Partien pro Sitzung. Auch die Abschlussrate des Trainings-Tutorials liegt mit 92 Prozent auf einem gesunden Niveau, vergleichbar mit dem, was Wildlight seinerzeit beim Launch von Apex Legends beobachtet hatte.
PS5 dominiert, Japan überrascht
Aufschlussreich ist der Blick auf die Plattformverteilung. Die PS5 führt mit deutlichem Abstand: Mehr als doppelt so viele Spieler nutzten Sonys Konsole im Vergleich zu Xbox Series X|S und Steam zusammen. Microsoft lag auf Platz zwei, der PC über Steam auf Platz drei – ein Gefälle, das angesichts der vernichtenden Steam-Bewertungen kaum verwundert. Geografisch bildeten die USA die größte Spielergruppe, gefolgt von Japan als zweitgrößtem Markt. Letzteres ist eine Besonderheit, die Grenier eigens hervorhebt und die zeigt, dass Highguard trotz allem eine globale Reichweite hatte, die so manches größere Spiel nicht ohne Weiteres vorweisen kann.
Charaktere, Waffen und Spielmodi im Detail
Scarlet – ursprünglich unter dem Namen Skye entwickelt – war mit Abstand die beliebteste Figur des Spiels und wurde satte 1,56 Millionen Mal ausgewählt, mit erheblichem Vorsprung vor dem zweitplatzierten Atticus. Bei den Waffen erwies sich die Vanguard als effektivste Wahl, mit 11,75 Millionen erzielten Abschüssen. Die meisten Partien endeten durch die Zerstörung des Generators. Besonders interessant ist das Verhältnis der Spielmodi: Trotz der positiv aufgenommenen Einführung des 5-gegen-5-Modus blieb das ursprüngliche 3-gegen-3-Format mit über 40 Prozent der gespielten Partien konstant der meistgenutzte Modus – ein Hinweis darauf, dass die Kernspieler dem kompakteren Format treu blieben.
Ein würdiger Abgang mit offenem Fazit
Grenier teilt seine Zahlen nicht als Entschuldigung, sondern als Zeugnis – sowohl für das, was funktioniert hat, als auch für das, was letztlich nicht ausreichte, um eine langfristig tragfähige Spielergemeinschaft aufzubauen. Das letzte große Update bringt noch einen neuen Warden, eine neue Waffe, Fertigkeitsbäume und kontoweite Fortschritte ins Spiel. Highguard ist derzeit noch kostenlos auf PC, PS5 und Xbox Series X|S verfügbar – ein letztes Angebot an alle, die dem Spiel noch eine Chance geben oder sich von ihm verabschieden möchten, bevor die Server am 12. März endgültig abgeschaltet werden.