Publisher NEOWIZ sprengt mit einem frischen Markenschutz-Antrag für Wonders of O die monatelange Funkstille um das nächste Projekt von Round8 Studio. Während die Chefetage in Seoul jede offizielle Ankündigung bisher aussitzt, schaffen die europäischen Behördenakten handfeste Tatsachen. Hinter dem kryptischen Namen verbirgt sich ziemlich sicher das Sequel zum gefeierten Steampunk-Erfolg, das die Klingen diesmal in einem völlig neuen Märchen-Albtraum wetzen dürfte.
Ein Buchstabe im Markenregister sprengt die Geheimhaltung
Das europäische Markenamt führt die frische Markenregistrierung von NEOWIZ schwarz auf weiß unter dem Namen Wonders of O. Wer den Eintrag seziert, stößt auf bekannte Muster: Dieselben Warenklassen für interaktive Spielesoftware wie beim Erstling, verknüpft mit einer bestehenden EU-Marke als rechtlichem Fundament. Das ist kein bürokratischer Zufall, sondern der handfeste Beweis für ein neues Großprojekt.
Auch der Takt des Titels sitzt passgenau. Wo damals Pinocchio für das P herhalten musste, übernimmt nun das O die Hauptrolle. Jeder Kenner der Abspannszene weiß sofort, wo die Reise hingeht: Als Dorothy seinerzeit ihre rubinroten Absätze über den Dächern von Krat klackern ließ, war der Weg in die Smaragdstadt von Der Zauberer von Oz längst vorgezeichnet.
Die Weichen stehen ohnehin auf Vollgas, weil Lies of P 2 bereits in der Vollproduktion steckt und alle kreativen Kräfte bündelt. Statt dieselbe Kulisse lustlos aufzuwärmen, schlägt das Team das Buch von L. Frank Baum auf, um die nächste literarische Ikone durch den spielerischen Fleischwolf zu drehen.
Vom Marionettentheater direkt in den Smaragd-Albtraum
L. Frank Baums weltberühmte Vorlage liefert herrlich morbides Futter für ein kompromissloses Soulslike. Ein verrosteter Blechmann ohne Herz verlangt nach schweren Hiebwaffen und wuchtigen Kontern, während eine brennende Vogelscheuche flinke Ausweichrollen erzwingt. Ob Spieler selbst als Dorothy durch den Schlamm waten oder in die Haut eines neuen Getriebenen schlüpfen, halten die Entwickler noch geheim.
Wie viel Biss in ihren Systemen steckt, bewies bereits die umfangreiche Erweiterung Overture mit ihren gnadenlosen Bossen. Das Zusammenspiel aus millimetergenauen Paraden, wechselbaren Prothesen am linken Arm und knappem Ausdauerbalken begegnete Genre-König FromSoftware auf Augenhöhe. Wenn diese Mechanik nun auf durchgedrehte Zauberer und mechanische Bestien prallt, brennt der Monitor lichterloh.
Der berüchtigte gelbe Ziegelsteinweg dürfte sich dabei zur knallharten Todesfalle wandeln. Zwischen giftigen Mohnfeldern und finsteren Ruinen entscheidet das Stellungsspiel über den nächsten Checkpoint.
Erfolgsdruck und Hardware-Power für das nächste Großprojekt
Hinter den Kulissen wiegt das eigene Erbe allerdings tonnenschwer. Eine eindringliche Entwickler-Dokumentation zeigte das Team um Director Choi Ji-Won bereits im Clinch mit den eigenen Erwartungen. Wer einmal sensationell überrascht, muss beim zweiten Mal ohne Wenn und Aber glänzen – halbgare Kompromisse verzeiht die Community nicht.
Auf dem PC, der PlayStation 5 sowie der Xbox Series X/S peilt das Studio das oberste Regal an. Felsenfeste sechzig Bilder pro Sekunde sind bei derart winzigen Parierfenstern Pflicht, damit blitzschnelle Reaktionen im Funkenregen nicht an Frame-Drops scheitern. Moderne Konsolen-Hardware liefert zudem genug Reserven für dichte Nebeleffekte und zersplitternde Trümmer, ohne die Bildrate bei monumentalen Bosskämpfen in die Knie zu zwingen.
Mit dem Aktenfund um Wonders of O ist das Versteckspiel vorbei. NEOWIZ und Round8 Studio müssen nun beweisen, dass ihr Meisterwerk keine Eintagsfliege war. Gelingt es ihnen, das griffige Kampfsystem mit dem Albtraum von Oz zu verschmelzen, steht Genrefans ein echtes Schwergewicht ins Haus.