Insomniac hat die Zweifel gehört. Einen Monat vor dem Release am 15. September bestätigt das Studio: New Game Plus ab Tag eins, Mission Replay, optionale Nightmare Doors – und auf der Basis-PS5 läuft Wolverine im Standard mit 60 FPS und Raytracing. Damit beantwortet Insomniac die Frage, die seit dem ersten Gameplay in jeder Kommentarspalte steht: Was bleibt von einem linearen Wolverine übrig, wenn der Abspann läuft?
Linear, aber nicht leer: Erkunden statt Durchlaufen
Die wichtigste Botschaft zuerst: Wolverine bleibt linear. Senior Project Director Jess Reiner-Reed wiederholt im IGN-Interview, was Game Director Mike Daly schon im Frühjahr ankündigte – ein storygetriebenes Abenteuer, in dem Logan „durch die Geheimnisse seiner Vergangenheit gezogen wird“ und trotzdem „vom Pfad abkommen kann“. Das Setting: eine Welt ohne X-Men, in der Logan für Team X kämpft. Schon die zehn Minuten Gameplay aus dem State of Play machten klar: Hier schwingt niemand zwischen Hochhäusern.
Wer abseits der Hauptroute sucht, findet trotzdem etwas. Whiskey-Flaschen treiben die Progression voran, Materialkisten liefern die Rohstoffe für neue Anzüge. Die spannenderen Fundstücke sind aber die Nightmare Doors: Reiner-Reed nennt sie „Manifestationen der schrecklichen Dinge in Logans Kopf“. Dahinter warten unterschiedliche Prüfungen – eine davon heißt Shinjuku Shuffle, eine Zeitprüfung in einer traumartigen Hütte, die bekannte Schauplätze als vertikalen Fiebertraum neu aufbaut, so der Hands-on-Bericht von PlayStation. Wer sich im Story-Trailer über die seltsame Tür gewundert hat, bekommt hier die Antwort. Dass diese Details erst fünf Wochen vor Release öffentlich werden, passt zum ungewöhnlich späten Embargo-Termin, den wir analysiert haben.
New Game Plus ab Tag eins: Was die Spider-Man Serie nie bot
Der wichtigste Satz des Interviews betrifft den Abspann. Mission Replay lässt euch beendete Missionen erneut spielen und verpasste Sammelobjekte nachholen. Dazu gibt es New Game Plus ab Tag eins – etwas, das selbst Spider-Man 2 nie bekam. Ihr übernehmt euer komplettes Loadout und alle freigeschalteten Anzüge. Dazu kommen Adaptations, die nur im zweiten Durchlauf existieren: Sie heben die Schwierigkeit an oder machen Logan zu einem „viel mächtigeren und aggressiveren Charakter“, wie Technik-Chef Mike Fitzgerald erklärt.
Kurios am Rande: In unserem Artikel zum Bruch mit der Open-World-DNA stand noch die Annahme, Wolverine starte ohne New Game Plus. Falsch gedacht. Insomniac kontert die Kritik am linearen Ansatz offenbar mit voller Absicht – und IGN räumt ein, dass die Wiederspielbarkeit künftig weniger aus Erkundung als aus Kampf-Mastery kommt.
60 FPS mit Raytracing: Die Premiere steckt im Standard
Technisch legt Insomniac nach. Der Performance-Modus läuft auf der Basis-PS5 mit 60 FPS mit Raytracing und ist ab Werk der Standard. „Wir wussten von Anfang an, dass wir das schaffen“, sagt Reiner-Reed; das Spiel sei um die 60 FPS herum gebaut, ergänzt Fitzgerald.
Die eigentliche Premiere ist der Standard-Status. Ratchet & Clank: Rift Apart bot 2021 bereits einen Performance-RT-Modus mit 60 FPS – aber nur als Option neben zwei anderen Modi. Dass Wolverine ohne Umschalten sofort flüssig und mit Raytracing startet, ist neu. Für ein kampflastiges Spiel ist das mehr als Komfort. Volle 60 FPS bedeuten weniger Eingabeverzögerung in genau den Momenten, in denen Paraden und Rage-Kombos zählen.