Jotoyo Games wagt mit Monster Fantasy einen Spagat, der ambitionierter klingt als die meisten Indie-Pitches. Der Ankündigungstrailer zeigt ein Spiel, das Monster Hunter, Animal Crossing und Stardew Valley in einen Topf wirft – und tatsächlich nicht wie ein wirres Feature-Sammelsurium aussieht. Das chinesische Studio mit 20 Entwicklern sucht ab 15. Juli über Kickstarter nach Geld für die Vollendung seines Debüt-Titels. Der Pre-Alpha-Footage ging auf Bilibili bereits viral, über eine Million Views sprechen eine klare Sprache.
Monster Fantasy zeigt zwei Welten in einem Spiel
Die Kernidee ist bestechend einfach: Monster Fantasy splittet das Spielerlebnis in zwei unabhängige Module. Wer Lust auf Kampf hat, zieht mit bis zu drei Begleitern los, um über 50 Monster im Königreich Eldoras zu jagen – vom Neunschwänzigen Fuchs über den Greifen bis zum Feuerdrachen. Wer lieber die Seele baumeln lässt, fischt, kocht, baut Dörfer und freundet sich mit etwa 100 einzigartigen Dorfbewohnern an. Beide Pfade treiben die Geschichte voran, keiner zwingt zum anderen.
Der Ankündigungstrailer macht klar, worum es geht: bunte Chibi-Optik trifft auf flüssige Action-Kämpfe. Vier Klassen stehen zur Wahl – Krieger, Magier, Bogenschütze und Schwertmeister –, wobei Fertigkeiten an Waffen gebunden sind. Ein einziger Charakter kann alle Fähigkeiten freischalten. Monster lassen sich nach einer Niederlage zähmen, altern und entwickeln neue Fähigkeiten. Manche dienen als Reittiere im Kampf.
Kickstarter, Klassen und KI-Dorfbewohner – die Details
Jotoyo-Gründer Allan Xai beschreibt die Mission so: „Unser Ziel ist es, die Grenze zwischen Actionspielen und gemütlichen Spielen aufzuheben.“ Tatsächlich setzt Monster Fantasy auf ein Feature, das in dieser Kombination selten ist: Eine KI-gestützte Dialog-Konversation erlaubt freie Gespräche mit den NPCs, in Echtzeit durch Large Language Models und Text-to-Speech ermöglicht. Das klingt ambitioniert für ein 20 Personen Team – aber die Pre-Alpha-Aufnahmen deuten darauf hin, dass Jotoyo zumindest das Kampfsystem schon weit entwickelt hat.
Die Kickstarter-Kampagne startet am 15. Juli, ein Release-Datum steht noch nicht fest. Das ist für Indie-Titel dieser Größenordnung kein Alarmzeichen – Astrobotanica etwa zeigte, wie schnell eine durchdachte Kampagne ihr Ziel erreichen kann. Monster Fantasy setzt auf Steam, und die erste Resonanz der asiatischen Community auf Bilibili ist vielversprechend.
Wo passt Monster Fantasy ins aktuelle Genre-Klima?
Die Mischung aus Kämpfen und entspanntem Leben liegt im Trend. Palworld hat mit seiner Monster-zähmenden Survival-Formel gezeigt, wie groß der Hunger nach solchen Hybriden ist, und das Palworld Palfarm-Spin-off beweist, dass selbst ein separater Life-Sim-Ableger funktioniert. Auf der anderen Seite liefert Monster Hunter Wilds den harten Kern der Jagd-Fans.
Monster Fantasy positioniert sich genau dazwischen: weniger hardcore als Monster Hunter, tiefer als ein reiner Cozy-Life-Sim. Ob Jotoyo die versprochene KI-gestützte NPC-Interaktion und die 50 Monster zum Launch liefern kann, wird die Kampagne zeigen. Die Weichen stehen jedenfalls besser als bei vielen Kickstarter-RPGs der letzten Jahre.
