Director Naoki Hamaguchi treibt neben Final Fantasy 7 Revelation ab sofort auch die Entwicklung von Kingdom Hearts 4 voran, um Square Enix für das Schicksalsjahr 2027 schlagkräftig aufzustellen. Im hauseigenen Creative Studio 1 bündelt der Macher die Fäden der beiden wichtigsten Prestige-Marken, während Konzernchef Takashi Kiryu für das nächste Jahr die totale Wende ausruft. Statt sich in endlosen Verzögerungen zu verheddern, bläst das Traditionshaus zum Frontalangriff auf vier Plattformen.
Doppelspitze im Studio bündelt die größte Rollenspiel-Offensive
Ein ausführliches Interview mit Deadline enthüllt Naoki Hamaguchis doppelte Führungsrolle für die beiden wichtigsten Flaggschiffe des Konzerns. Als Chef des internen Creative Studio 1 leitet er nicht mehr nur das Finale um Clouds Schicksal, sondern drückt parallel bei Soras nächstem Abenteuer aufs Tempo. Präsident Takashi Kiryu kündigte das Jahr 2027 intern als die große Trendwende an, mit der das Unternehmen verlorenen Boden gutmachen will. Das ist kein hohles Marketing-Blabla, sondern eine überfällige Antwort auf verfehlte Umsatzziele der Vergangenheit.
Dieser gigantische Erwartungsdruck landet nun punktgenau auf den Schultern eines einzigen Machers. Während Serien-Schöpfer Tetsuya Nomura weiterhin als kreativer Kopf über die verschlungenen Handlungsstränge wacht, übernimmt Hamaguchi die praktische Regie über die technischen Abläufe und Deadlines. Diese klare Aufgabenteilung ist der beste Schachzug seit Langem: Nomura liefert die genialen Ideen, während Hamaguchi dafür sorgt, dass die gigantischen Software-Berge auch tatsächlich im Presswerk landen.
Für das dritte Kapitel der Remake-Reihe steht der Fahrplan ohnehin felsenfest. Der Titel Revelation setzte sich intern gegen drei konkurrierende Namen durch, während der Begriff der Entschlossenheit zwar die Story durchzieht, als Deckblatt aber verworfen wurde. Der Schlusspunkt der Remake-Saga beendet am 8. April 2027 ein Mammutprojekt, das die Community über ein ganzes Jahrzehnt in Atem hielt. Ein pünktlicher Release ohne faule Kompromisse ist für das Studio Pflicht.
Coco im Totenreich und der Traum von Serien-Adaptionen
Genau diese eiserne Lieferdisziplin benötigt nun auch die verfahrene Welt der Schlüsselschwerter. Nach jahrelangem Schweigen bestätigte ein neuer Trailer kürzlich das Reich der Toten aus Pixars Animationshit Coco als offizielle Spielwelt. Der bunte Ausflug ins Jenseits beweist endlich, dass das vierte Hauptspiel lebt und nicht wie frühere Projekte in der berüchtigten Entwicklungshölle versauert.
Halbherzige Nebenschauplätze haben bei diesem Kraftakt keinen Platz mehr.
Der radikale Fokus auf Kingdom Hearts 4 forderte bereits erste Opfer und beendete mobile Experimente vorzeitig. Square Enix streicht alle überflüssigen Baustellen zusammen, um die gesamte Mannschaft hinter dem Hauptprojekt zu versammeln. Wer das Vertrauen einer skeptischen Spielerschaft zurückgewinnen will, darf seine Ressourcen nicht länger an halbgare Nebelkerzen verschwenden.
Beflügelt von diesem frischen Elan schielt die Chefetage bereits auf den weltweiten Streamingmarkt. Die für Disney Plus geplante Animationsserie zu Kingdom Hearts dient intern als Blaupause, um künftig auch das Final Fantasy-Universum auf die TV-Bildschirme zu hieven. Hamaguchi bezeichnete solche transmedialen Projekte ganz offen als logischen nächsten Schritt. Nach den gigantischen Erfolgen von Serien wie Fallout oder The Last of Us wäre es grob fahrlässig, das filmreife Abenteuer von Cloud und Sephiroth nicht auch als Serie zu verwerten.
Der finale Schlagabtausch auf vier Systemen entscheidet alles
Der eigentliche Gamechanger dieser neuen Ära betrifft jedoch nicht die Fernsehschirme, sondern die Konsolen unter den Fernsehern. Sowohl Final Fantasy 7 Revelation als auch Kingdom Hearts 4 erscheinen ab dem ersten Verkaufstag zeitgleich für PC, PlayStation 5, Xbox Series X/S und Nintendo Switch 2. Ein simultaner Release auf vier Plattformen beerdigt Sonys jahrelange Exklusivitäts-Privilegien endgültig und öffnet die Pforten für ein Millionenpublikum.
Diese mutige Öffnung zahlt sich in barer Münze aus. Ein jüngster finanzieller Gewinnsprung um fast 89 Prozent bewies zuletzt eindrucksvoll, wie lukrativ die breite Verfügbarkeit auf Switch 2 und Xbox für den japanischen Traditionskonzern ist. Wer Blockbuster mit dreistelligen Millionenbudgets stemmt, darf sich im Jahr 2026 nicht mehr hinter künstlichen Plattformschranken verstecken.
Für Naoki Hamaguchi wird das Jahr 2027 damit zur persönlichen Reifeprüfung vor versammelter Weltöffentlichkeit. Wenn er beide Großprojekte mit höchster Qualität über die Ziellinie wuchtet, zementiert er seinen Ruf als mächtigster und verlässlichster Regisseur des gesamten Konzerns. Das Risiko ist monumental, doch Square Enix spielt endlich wieder auf Sieg statt auf Schadensbegrenzung.