Square Enix hat im Quartal bis zum 30. Juni einen Gewinnsprung von 88,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet. Treiber: Final Fantasy 7 Rebirth auf Nintendo Switch 2 und Xbox Series X/S, die anhaltende Hype-Welle um FF14 Evercold – und eine neue IP, über die kaum jemand spricht.
- Multiplattform-Strategie: Der riskanteste Move des Jahrzehnts zahlt sich aus
- FF14 Evercold: Gewinn, bevor die Expansion überhaupt da ist
- The Adventures of Elliot: Die neue IP im Schatten der Giganten
- FF7 Revelation: Kein Story-DLC, aber Charakter Spin-offs
- Gamescom-Showcase und die neue Square Enix Realität
Multiplattform-Strategie: Der riskanteste Move des Jahrzehnts zahlt sich aus
Square Enix hat seine Exklusiv-Strategie beerdigt – und wird dafür belohnt. Der Publisher selbst spricht von einer „soliden Performance“ von FF7 Rebirth auf Switch 2 und Xbox. Kein euphorisches „über den Erwartungen“, aber ein klares Signal: Die Tage, an denen Square Enix Titel jahrelang auf PlayStation festhingen, sind endgültig vorbei.
Dass Rebirth auf der Switch 2 über 100 Gigabyte Speicher frisst und selbst die physische Version kaum Entlastung bringt, hat die Verkäufe offenbar nicht gebremst.
FF14 Evercold: Gewinn, bevor die Expansion überhaupt da ist
Neben den Singleplayer-Releases treibt auch das MMO-Geschäft die Zahlen nach oben. Square Enix verbucht für die nächste FF14-Erweiterung Evercold bereits Gewinne – durch „vorgezogene Aufwandserfassung“ in Vorbereitung auf den für Anfang 2027 geplanten Release.
Das ist Buchhaltungssprache für: Die Entwicklung läuft, das Budget sitzt, die Kosten sind bereits im aktuellen Quartal verbucht. Für Spieler bedeutet das vor allem eins – Evercold ist kein vages Versprechen mehr, sondern ein Projekt mit festem Zeitplan und angelaufenem Marketing. Mit einem kompletten Kampfsystem-Remake und einem Evangelion-Crossover setzt die Expansion inhaltlich Maßstäbe.
The Adventures of Elliot: Die neue IP im Schatten der Giganten
Fast unbemerkt taucht im Earnings Report ein Name auf, den die Gaming-Presse kollektiv übersehen hat: The Adventures of Elliot: The Millennium Tales. Square Enix nennt den Titel explizit als Umsatzbeiträger im Quartal, aber Details fehlen vollständig.
Kein Trailer, kein Genre, keine Plattformen. Dass eine neue IP im selben Atemzug wie FF7 Rebirth genannt wird, macht es trotzdem bemerkenswert. Square Enix hat in den letzten Jahren kaum neue Marken etabliert – Forspoken und Foamstars floppten, Harvestella blieb Nische. Elliot könnte der nächste Versuch sein.
FF7 Revelation: Kein Story-DLC, aber Charakter Spin-offs
Mit dem Abschluss der Remake-Trilogie setzt Square Enix konsequent auf Endgültigkeit statt Ausschlachtung. Director Naoki Hamaguchi stellt klar: „Die Geschichte wird innerhalb des Hauptspiels abgeschlossen. Wir meinen es ernst damit, die Serie mit Final Fantasy 7 Revelation zu beenden.“
Sollte es DLC´s geben, dann als Charakter Spin-offs mit „untold stories“ – Nebenfiguren, die im Hauptspiel zu kurz kommen, bekommen eigene Episoden. Hamaguchi geht noch weiter: Advent Children, Dirge of Cerberus und Crisis Core werden aktiv in die Haupthandlung eingewoben. „Wir wollen all diese Titel einbeziehen und sicherstellen, dass keiner außen vor bleibt“, sagt er.
Gamescom-Showcase und die neue Square Enix Realität
Mehr Details zu Revelation gibt es bei der Gamescom Opening Night Live am 25. August. Hamaguchi wird persönlich ein erweitertes Segment präsentieren – vermutlich mit Gameplay. Bis dahin bleibt die Erkenntnis aus dem Earnings Report: Square Enix hat den Turnaround geschafft. Multiplattform funktioniert, FF14 trägt konstant, und der Katalogverkauf alter Titel wächst still, aber stetig.