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Games

Final Fantasy 7 Rebirth frisst auf der Switch 2 über 100 Gigabyte – und die „physische“ Version hilft dir nicht

Final Fantasy 7 Rebirth verschlingt auf der Switch 2 mindestens 102 GB – fast die Hälfte des internen Speichers. Die Box enthält nur eine Game-Key-Card ohne Spieldaten, und wer nicht ständig löschen will, braucht zwingend eine microSD Express.

Mischa Schumacher
von Mischa Schumacher
28.05.26
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Lesezeit: 5 Min.
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Square Enix hat ein Speicher-Monster im Anmarsch. Wie die japanische My-Nintendo-Seite jetzt verrät, wird Final Fantasy 7 Rebirth auf der Nintendo Switch 2 satte 102 Gigabyte belegen – damit wäre es das mit Abstand größte Spiel auf der Plattform. Der Clou, der für wenig Begeisterung sorgen dürfte: Auch wer die Box im Regal stehen haben will, muss das gesamte Datenpaket herunterladen. Die „physische“ Fassung kommt als Game-Key-Card, auf der nur ein digitaler Schlüssel steckt. Am 3. Juni geht es los.

Das steckt im Artikel
  • 102 oder 91,5 Gigabyte? Warum die Speicherangabe noch nicht final ist
  • Game-Key-Card statt Steckmodul: Hamaguchis technische Rechtfertigung unter der Lupe
  • Von 150 auf 102 GB: Wie das Steam Deck der Switch 2-Version in die Karten spielte
  • Der Speicher-Platzhirsch: Warum die 102 GB mehr als ein technisches Detail sind

102 oder 91,5 Gigabyte? Warum die Speicherangabe noch nicht final ist

Die 102 GB stammen aus dem japanischen My-Nintendo-Store und sind die aktuellste offizielle Zahl. Interessant: Die europäische Produktseite nennt abweichend 91,5 GB – satte 10,5 GB weniger. Dass zwei regionale Listings um mehr als zehn Prozent auseinanderliegen, deutet darauf hin, dass Square Enix die finale Kompressionsstrategie noch nicht abgeschlossen hat. Denkbar sind unterschiedliche Sprachpakete oder variierende Audio-Assets pro Region.

Sicher ist: Selbst im optimistischsten Fall landet Rebirth auf Rang eins der Switch-2-Speicherfresser. Zum Vergleich blickt man auf die bisherigen Schwergewichte:

  • Final Fantasy 7 Remake Intergrade: 90,4 GB
  • Split Fiction: 71 GB
  • Cyberpunk 2077 Special Edition: 60 GB

Dass ausgerechnet zwei Final-Fantasy-Titel die ersten beiden Plätze belegen, ist beachtlich. Hamaguchis Team setzt auf einen Daten-Streaming-Ansatz, bei dem Assets auch während des Spielens permanent nachgeladen werden – das senkt Ladezeiten, bläht aber den Fußabdruck auf der Festplatte auf.

Game-Key-Card statt Steckmodul: Hamaguchis technische Rechtfertigung unter der Lupe

Dass Rebirth nicht als vollwertiges Steckmodul erscheint, hat Director Naoki Hamaguchi in einem Interview mit AUTOMATON ausführlich begründet – und die Argumentation lohnt den genaueren Blick. Hamaguchis Kernpunkte:

  • Ladegeschwindigkeit: Das direkte Laden von der Cartridge sei „ungefähr halb so schnell“ wie von der internen SSD. Da Rebirth konstant Daten nachlädt, würde die Cartridge-Variante zu „spürbarem Stress für den Spieler“ führen.
  • Kapazitätsgrenze: „Mit der derzeit verfügbaren Cartridge-Kapazität würde das Spiel schlicht nicht draufpassen.“ Nintendo limitiert Spielemodule derzeit auf 64 GB – Rebirth ist selbst in der komprimierten Fassung fast doppelt so groß.
  • Design-Philosophie: „Unser Spiel ist nicht darauf ausgelegt, alle Daten im Voraus zu laden.“ Anders als klassische Nintendo-Titel streamt das FF7-Remake-Team Assets dynamisch während des Spielens – eine Architektur, die SSDs voraussetzt.

Hamaguchi formuliert diplomatisch: „Ich würde mir wünschen, dass Nintendo-Fans die Game-Key-Cards vielleicht als Teil der Switch-2-Kultur akzeptieren, weil sie mehr Möglichkeiten eröffnet.“ Polygon kommentierte dazu trocken: Zwei Dinge könnten gleichzeitig wahr sein – Game-Key-Cards mögen Entwicklung vereinfachen, für den Endkunden bleiben sie die schlechteste beider Welten.

Und tatsächlich: Die Key-Card muss nach dem ersten Download bei jedem Spielstart eingelegt bleiben. Sie kombiniert den Nachteil physischer Medien (Wechseln erforderlich) mit dem Nachteil digitaler Käufe (kein Wiederverkaufswert, kein Sammlerstück, Internetzwang bei Erstinstallation).

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Von 150 auf 102 GB: Wie das Steam Deck der Switch 2-Version in die Karten spielte

Dass Rebirth überhaupt auf 102 GB schrumpfen konnte, ist einer unerwarteten Nebenwirkung der PC-Entwicklung zu verdanken. Auf PlayStation 5 und PC belegt das Rollenspiel rund 150 GB. Die Arbeit an einer Steam-Deck-kompatiblen Fassung zwang Square Enix jedoch zu aggressiver Datenoptimierung – und diese floss direkt in die Switch-2-Portierung ein.

„Wir nutzen die Erkenntnisse aus der Optimierung für das Steam Deck, um auch die Switch-2-Version zu verbessern, einschließlich der Reduzierung der Gesamtdatengröße“, zitiert Xboxdynasty den Director. Asset-Kompression, effizienteres Streaming und selektive Textur-Reduktion brachten die Ersparnis von über 40 GB – ein Faustpfand, das die Portierung auf Nintendos Hybrid-Konsole überhaupt erst möglich machte.

Dennoch: 102 GB sind 102 GB. Der interne UFS-Speicher der Switch 2 fasst 256 GB, wovon das System selbst rund 20 GB reserviert. Zieht man ein typisches Nintendo-Lineup mit Mario Kart, Zelda und einem dritten Titel ab, bleibt für Rebirth gerade so Platz – wer es installiert, wird regelmäßig Spiele löschen müssen. Eine schnelle microSD Express-Karte ist bei diesem Titel faktisch Pflicht.

Der Speicher-Platzhirsch: Warum die 102 GB mehr als ein technisches Detail sind

Dass ein Dritthersteller-Titel den Switch-2-Speicher derart dominiert, wirft eine grundsätzliche Frage auf: Ist die Konsole für die wachsenden Dateigrößen moderner Triple-A-Spiele ausgelegt? Nintendo hat zwar mit UFS-Speicher einen großen Sprung gegenüber der ersten Switch gemacht, aber 256 GB intern sind in einer Zeit, in der Call of Duty, Baldur’s Gate 3 oder eben Final Fantasy dreistellige Gigabyte-Zahlen aufrufen, schnell am Limit.

Die Ironie der Geschichte: Ausgerechnet Final Fantasy 7 – jenes Spiel, dessen Abwanderung zu Sony 1997 den Bruch zwischen Square und Nintendo besiegelte – kehrt auf eine Nintendo-Plattform zurück. Aber es kommt mit einem Download-Zwang, der das physische Sammlerherz bluten lässt. Der dritte Teil der Trilogie soll laut Hamaguchi einen ähnlichen Umfang wie Rebirth erreichen, mit „großformatigem Erlebnis“ und vergleichbarem Asset-Volumen. Die Speicherfrage wird also nicht kleiner.

Square Enix‘ neue Multiplattform-Strategie, die das Studio im vergangenen Jahr eingeläutet hat, macht vor keiner Plattform mehr Halt – das ist gut für Spieler, stellt aber neue technische Herausforderungen. Dass Hamaguchi im selben Interview verspricht, die Grafikqualität von Part 3 werde trotz Multiplattform-Entwicklung nicht leiden, klingt ambitioniert. Die Realität der 102 GB zeigt: Irgendwo muss der Kompromiss liegen.

Die Gretchenfrage für den 3. Juni lautet also nicht nur, wie gut das Rollenspiel auf der Switch 2 läuft – sondern auch, ob du bereit bist, fast die Hälfte deines Konsolenspeichers einem einzigen Spiel zu opfern. Deine Speicherkarte wird die Antwort kennen.

TAGGED:Final FantasyFinal Fantasy 7 Rebirth

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vonMischa Schumacher
Seit Kindestagen bin ich ein riesen Nintendo-Fan und bin mit Spielen wie Super Mario und Pokemon aufgewachsen. Dann kam die erste Playstation, kurz darauf folgte der eigene PC und somit gab es für mich keinen Halt mehr und meine Leidenschaft für Videospiele wurde immer größer. So groß, dass ich mittlerweile 16 Konsolen im Wohnzimmer stehen hab. Ich kann mit Shooter nicht wirklich etwas anfangen, jedoch habe ich mit RPGs und JRPGs umso mehr Freude, Jump and Runs dürfen natürlich hier nicht fehlen. Mein Herz gilt Spielen mit einer bewegenden Story, da kann Grafik schon mal als Nebensache betrachtet werden.
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