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Valor Mortis: art
Games

One More Level verschiebt den Release von Valor Mortis und gibt unbewusst zu, was die Demo längst verraten hat

One More Level verschiebt Valor Mortis vom 24. September auf den 13. Oktober – offiziell wegen eines überfüllten Septembers, tatsächlich aber vor allem wegen einer durchwachsenen Demo mit nur 68 Prozent positiven Bewertungen auf Steam. Die drei Extrawochen sollen Performanceprobleme und die hakelige Kampfsteuerung beheben, bevor das First-Person-Soulslike für PC, PS5 und Xbox Series X/S erscheint.

Michael Stadlbauer
von Michael Stadlbauer
13.06.26
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Lesezeit: 4 Min.
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Drei Wochen mehr. So viel Zeit hat One More Level jetzt, um Valor Mortis von einer durchwachsenen Demo zu einem Spiel zu machen, das hält, was der erste große Trailer zu Valor Mortis versprochen hat. Der Release rutscht vom 24. September auf den 13. Oktober – und ja, das Studio schiebt den überfüllten September als Grund vor. Aber wer die 701 Bewertungen der Demo auf Steam gelesen hat, weiß: Das hier ist kein strategischer Schachzug. Das ist ein Eingeständnis.

Das steckt im Artikel
  • Der September war voll, aber der Oktober ist es auch
  • 68 Prozent: Die Demo als stiller Notruf
  • Was in drei Wochen machbar ist – und was nicht
  • Die Uhr tickt – und der Oktober ist kein sicherer Hafen

Der September war voll, aber der Oktober ist es auch

Die offizielle Begründung klingt erstmal schlüssig. Am 24. September erscheinen Control Resonant, Silent Hill: Townfall und mehrere andere Titel – einen Tag später folgt Onimusha: Way of the Sword am 25. September. Drei Action-Titel mit überlappender Zielgruppe innerhalb von 48 Stunden. One More Level schrieb auf X: „Wir wussten, dass das passieren könnte, aber wenn man in einem Partner-Showcase steckt, werden Termine Wochen im Voraus festgezurrt.“

Nur: Der überfüllte September 2026 ist die eine Sache – der Oktober als Ausweichziel eine andere. Am 1. Oktober kommt Ace Combat 8, am 6. Oktober Gears of War: E-Day, am 9. Oktober Dragon’s Dogma II: Dark Arisen und am 15. Oktober Castlevania: Belmont’s Curse. Die Vorstellung, Valor Mortis würde im Oktober plötzlich „Luft zum Atmen“ bekommen, hält einer Terminprüfung nicht stand. Das Spiel tauscht eine überfüllte Woche gegen einen überfüllten Monat.

Bleibt die andere Begründung, und die ist ehrlicher: „Zusätzliche Zeit, um Feedback aus der Demo einzuarbeiten.“ Ein Studio, das eine Demo mit gemischten Bewertungen stehen hat, verschiebt nicht aus strategischer Eleganz. Es verschiebt, weil es muss.

68 Prozent: Die Demo als stiller Notruf

Die Zahlen sind öffentlich. 701 Bewertungen auf Steam, davon 68 Prozent positiv – das ist die Definition von „Ausgeglichen“, und es ist die schlechteste Ausgangsposition, mit der ein Soulslike in den Launch-Endspurt gehen kann. Die Kritikpunkte lesen sich wie eine Checkliste dessen, was bis zum Ursprünglichen Release kaum vollständig zu beheben ist: Performanceprobleme, ein hakeliger Wechsel zwischen Magie, Parieren und Angriff, eine Steuerung, die nie so recht entscheidet, ob sie Ghostrunner oder Soulslike sein will.

Das ist der entscheidende Punkt. Die übernatürliche Mobilität, die One More Level mit Ghostrunner perfektioniert hat, das Rapier in der Rechten und die Steinschlosspistole in der Linken – das alles sieht in Trailern fantastisch aus. Doch die Demo zeigt: Was in einem rasanten Cyberpunk-Slasher intuitiv funktioniert, wird in einem bedächtigen Soulslike mit Parier-Fokus schnell zur Reibungsfläche.

Der Sprung von Ghostrunner zu Valor Mortis ist größer, als die Egoperspektive vermuten lässt. Ghostrunner 2 wurde von der Kritik wohlwollend aufgenommen, blieb aber mit rund 456.000 verkauften Einheiten auf Steam deutlich hinter den 2,5 Millionen des Erstlings zurück. Jetzt stemmt das Krakauer Studio ohne den langjährigen Publisher 505 Games und stattdessen mit dem neuen Indie-Label Lyrical Games eine komplett eigene IP. Dass die erste spielbare Demo dann nicht besonders gut einschlägt, ist kein Betriebsunfall – es ist das härteste Signal, das ein Studio vor Release bekommen kann.

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Was in drei Wochen machbar ist – und was nicht

Der neue Termin am 13. Oktober gibt One More Level knapp drei zusätzliche Wochen. Das reicht für: Balancing-Pässe bei Gegnern, gezielte Performance-Optimierungen auf den Konsolen, ein Nachjustieren der Magie-Parier-Angriff-Übergänge und vielleicht einen ersten Stabilitäts-Patch, der Traversal Stutter in der Unreal Engine 5 eindämmt.

Es reicht nicht für: ein grundlegendes Redesign des Kampfflusses, eine neue Gegner-KI oder die Beseitigung struktureller Probleme, die in den 701 Bewertungen durchklingen. Die Frage ist nicht, ob Valor Mortis zum Launch perfekt sein wird – das wird es nicht. Die Frage ist, ob die drei Wochen ausreichen, um aus „Ausgeglichen“ ein „Größtenteils positiv“ zu machen und den Spielern zu signalisieren: Das Studio hat verstanden, wo es klemmt.

Die alternative Geschichte Europas im 19. Jahrhundert, Napoleons gefallene Soldaten, die aus den Gräbern steigen, eine von Seuchen verheerte Landschaft – das Setting hat Charakter. Vincent Cassel als Stimme Napoleons ist ein Casting-Coup für ein polnisches AA-Studio. Die Metroidvania-artigen Level-Strukturen sind im Soulslike-Genre eine echte Besonderheit. Es wäre ärgerlich, wenn all das unter einem Launch begraben würde, der die technischen und spielerischen Schwächen der Demo mit über die Ziellinie schleppt.

Die Uhr tickt – und der Oktober ist kein sicherer Hafen

Die Verschiebung ist die richtige Entscheidung. Aber sie ist keine Garantie. One More Level hat jetzt drei Wochen mehr, um aus einer Demo, die Spieler verprellt hat, einen Release zu machen, der zumindest nicht mit denselben Problemen in die Vorbestellungen rutscht.

Die eigentliche Bewährungsprobe kommt am 13. Oktober. Dann zeigt sich, ob Valor Mortis ein Soulslike mit Ecken und Kanten wird – oder eines mit scharfen Kanten, an denen sich Spieler schneiden, ohne dass es Absicht war.

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vonMichael Stadlbauer
Gaming befindet sich in einem ständigen Wandel, und ich bin hier, um ihn einzuordnen. Bei pixelcritics.com hinterfrage ich Trends, analysiere Design-Entscheidungen und suche das Besondere in der Flut an Neuerscheinungen. Meine Vorliebe gilt dabei oft dem Unkonventionellen: Wenn ein Spiel abseits ausgetretener Pfade neue narrative oder spielerische Wege geht, hat es meine volle Aufmerksamkeit.
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