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Games

PUBG: DED.NET zeigt erstes Gameplay: Roguelite-Progression, 1996er Grunge-Map und Closed Beta enthüllt

Wenn abgerissene Autotüren Schrotladungen schlucken und der eigene Bildschirmtod zur mächtigsten Waffe für den nächsten Run wird, bekommt das angestaubte Shooter-Genre endlich den Arschtritt verpasst, den es seit Jahren verdient hat.

Max Wollersberger
von Max Wollersberger
29.08.26
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Lesezeit: 5 Min.
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PUBG: DED.NET tritt die verstaubten Battle-Royale-Gesetze mit Anlauf in die Tonne und verfrachtet das Gunplay in einen herrlich dreckigen First-Person-Shooter mit permanenter Roguelite-Progression. Statt der ewig gleichen Fallschirm-Sprünge über riesigen Karten schickt uns das Entwicklerteam von PUBG Madison schnurstracks zurück ins Jahr 1996. Die verregnete Region Cascadia dient als finstere Kulisse für Gefechte, in denen Body-Horror, rohe Waffengewalt und okkulte Elemente zu einem verdammt süchtig machenden Gameplay-Cocktail verschmelzen. Das gezeigte Material macht unmissverständlich klar, dass uns hier kein liebloser Klon erwartet, sondern ein herrlich unverbrauchtes Action-Schwergewicht für durchzockte Nächte.

Das steckt im Artikel
  • Tod als Treibstoff: Der Roguelite-Loop im verregneten 1996er Cascadia
  • Schmutzige Taktiken: Von Autotür-Schilden bis zum Telefonzellen-Raub
  • Closed Beta-Start und Hardware-Hunger: Krafton feuert aus allen Rohren

Tod als Treibstoff: Der Roguelite-Loop im verregneten 1996er Cascadia

Wer durch die finsteren Nadelwälder und runtergekommenen Kleinstädte von Cascadia schleicht, merkt sofort, wie kompromisslos das Spiel mit dem bisherigen Serien-Trott bricht. Verzerrte Grunge-Gitarren, verwaschene Holzfällerhemden und eine herrlich morbide 90er-Jahre-Endzeitstimmung knallen aus den Boxen, während im erstmals vorgeführten Gameplay-Trailer bleihaltige Feuergefechte auf engstem Raum eskalieren. Treffer fühlen sich richtig wuchtig an, splittern Knochen und hinterlassen spritzende Wunden, die mitten im Schusswechsel mit Notfall-Verbänden abgebunden werden müssen, bevor der eigene Lebensbalken im Matsch landet.

Die eigentliche Genialität liegt jedoch im Fortschrittssystem: Jeder Zocker kennt diesen Frust-Moment, wenn man nach zwanzig Minuten konzentriertem Schleichen von einem Busch-Camper weggefrühstückt wird und mit völlig leeren Händen in der Lobby landet. In diesem Ableger ist das Grasbeißen endlich kein Grund mehr, die Maus frustriert ins Eck zu feuern. Jeder gescheiterte Run pumpt gesammelte Ressourcen direkt in das permanente Profil, schaltet dauerhafte Mutationen frei und schärft die Perks für den nächsten Durchgang.

Dieser Ansatz markiert den perfekten Bruch mit dem neun Jahre alten Battle-Royale-Urvater, dessen knallharte Einstiegshürde Gelegenheitsspieler seit Jahren gnadenlos abwatscht. Durch die motivierende Roguelite-Spirale entsteht ein brachialer Spielfluss, der das Scheitern als festen Teil des Lernprozesses zelebriert, ohne dass die Schusswechsel an taktischer Härte verlieren.

Das düstere Setting liefert dafür die passende Steilvorlage: Okkulte Rituale und fleischige Mutationen sorgen dafür, dass wir nach jedem Tod ein Stück unberechenbarer an den Start zurückkehren. Wer im Kugelhagel fällt, baut im Unterschlupf seine DNA um, schraubt an den Waffen-Modifikationen und startet mit deutlich mehr Wumms in den nächsten Anlauf.

Schmutzige Taktiken: Von Autotür-Schilden bis zum Telefonzellen-Raub

Im Gefecht selbst pfeift das Gameplay auf saubere Fairplay-Regeln und belohnt jeden Zocker, der die Umgebung mit maximaler Niedertracht zu seinem Vorteil nutzt. Fliegen einem die blauen Bohnen um die Ohren, rennt man zum nächsten Autowrack und reißt kurzerhand die Fahrertür aus den Angeln, um sie als mobilen Kugelfang vor den Körper zu klemmen. Das Provisorium federt Schrotladungen wie eine vom Rost zerfressene Schrottplatz-Tür ab, raubt einem zwar einen Teil des Sichtfelds, verwandelt den Träger im Nahkampf aber in eine wandelnde Festung.

Wie herrlich fies die Mechaniken ineinandergreifen, verdeutlichen die ungewöhnlich düsteren Mechaniken wie Kannibalismus und Payphone-Hacks. Gehen mitten im Schusswechsel die Medikamente zur Neige, greift man ohne falsche Scham auf das makabere Verzehren gefallener Feinde zurück, um den eigenen Lebenssaft aufzufüllen. Als wäre das nicht schon dreist genug, lassen sich in der Welt verteilte Münztelefone anzapfen: Wer die 90er-Jahre-Fernsprecher erfolgreich manipuliert, saugt rivalisierenden Squads im laufenden Match die gesammelte Run-Währung ab und torpediert deren Ausrüstungskäufe aus sicherer Deckung.

Sogar das Totstellen wird zur eiskalten Taktik. Wer nach einem schweren Treffer regungslos zwischen Leichenbergen im Dreck verharrt, lockt gierige Plünderer in Sicherheit, um ihnen im perfekten Moment die Schrotflinte ins Gesicht zu drücken. In Kombination mit dutzenden frei kombinierbaren Fähigkeiten zimmert man sich so extrem abgefahrene Builds zusammen, die vom lautlosen Nahkampf-Schlitzer bis zum schwer gepanzerten Brecher reichen.

Solche Experimente fügen sich nahtlos in die Reihe von radikalen Genre-Wechseln im PUBG-Universum ein, bei denen das Franchise immer wieder mutig die eigenen Grenzen sprengt. Anstatt starre Klassen vorzugeben, formt jede Dreckstat auf dem Schlachtfeld den eigenen Charakter ganz organisch.

Closed Beta-Start und Hardware-Hunger: Krafton feuert aus allen Rohren

Wer jetzt schon feuchte Hände am Abzug bekommt und den abgedrehten Gameplay-Mix vorab antesten will, darf sich auf die anstehende Closed Beta für PC und Xbox Series X/S freuen. Die Registrierung läuft bereits auf Hochtouren, um die Server unter realem Zocker-Ansturm zum Glühen zu bringen und die Balance der Mutationen gründlich abzuklopfen.

Unter der Motorhaube verlangt die düstere 90er-Jahre-Kulisse eurer Hardware allerdings einiges ab: Native DirectX-12-Unterstützung, dichter Regen und volumetrischer Nebel fordern ihren Tribut. Wie die offiziellen PC-Systemanforderungen im Steam-Store zeigen, sollten mindestens ein Intel Core i5-8400 oder AMD Ryzen 5 2600 samt einer RTX 2060 Super im Gehäuse stecken, während eine flotte SSD absolute Pflicht ist, um Ladezeiten zwischen den Runs auf ein Minimum zu drücken.

Das Projekt fügt sich perfekt in den großen Gamescom-Auftritt von Krafton ein, bei dem die Südkoreaner gleich mehrere heiße Eisen ins Feuer warfen. Der gelungene Wandel vom reinen Battle-Royale-Entwickler zum Publisher-Schwergewicht beweist sich genau an solchen Early Access-Experimenten wie PUBG: Blindspot, die abseits des Mainstreams für Furore sorgen.

Wenn das Team das Gunplay so wuchtig auf den Bildschirm bringt wie im Trailer und die Roguelite-Upgrades die Langzeitmotivation hochhalten, erwartet uns ein absoluter Multiplayer-Kracher. Wer keinen Bock mehr auf weichgespülte Standard-Shooter hat, sollte sich schleunigst für die Beta anmelden.

TAGGED:PUBG: Ded.Net

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vonMax Wollersberger
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Heavy Music, schnelle Bikes und Sport sowieso – da ich auch im Jahre des Herren 1986 geboren wurde und da auch der NES in Europa das Licht erblickte, war die Konsequenz des Zockens logisch. Da ich auch an verbaler Inkontinenz leide, sind PixelCritics sowie earshot.at perfekte Orte um mein Interesse am Journalismus auszuleben.
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