19 Millionen verkaufte Einheiten, und trotzdem will niemand ran. Ausgerechnet Resident Evil 5, der kommerzielle Spitzenreiter der Serie, steht bei Capcoms Entwicklerteams ganz hinten auf der Wunschliste. Während die Remake-Maschinerie mit Code: Veronica und Gerüchten um Zero und RE1 weiterläuft, bleibt der Afrika-Einsatz von Chris Redfield und Sheva Alomar erstmal außen vor. Ein bekannter Insider erklärt, warum.
Kein Interesse an RE5 und RE6
Der Leaker AestheticGamer, in der Community besser als Dusk Golem bekannt, hat sich zur internen Stimmung bei Capcom geäußert. Seine Aussage ist ernüchternd für Fans der actionreichen Ära: „Ich denke zwar, dass ein Resident Evil 5 Remake irgendwann aufgrund der Fan-Nachfrage kommen wird, aber aktuell habe ich gehört, dass es im Unternehmen keinen starken Wunsch gibt, RE5 jetzt neu aufzulegen. Es gibt andere Projekte, die das Team lieber umsetzen möchte.“
Noch deutlicher wird der Insider mit Blick auf die aktuelle Prioritätenliste. Intern soll es mehr Begeisterung für ein Remake von Resident Evil Revelations geben als für die beiden PS3-Schwergewichte. „An RE5 oder RE6 will sich derzeit niemand herantrauen“, so der Leaker weiter. Laut seiner aktuellen Roadmap sind für die nächsten Jahre Code: Veronica (2027), Zero Remake (2028) und Resident Evil 10 (2029) geplant – von RE5 oder RE6 keine Spur.
Das ist besonders bemerkenswert, weil Resident Evil 5 mit rund 10 Millionen verkauften Exemplaren auf PS3 und Xbox 360 in Capcoms offiziellen Platinum Titles auf Platz 13 der meistverkauften Spiele des Publishers steht. Addiert man die Gold Edition (2,4 Millionen) und das PS4/Xbox One-Remaster (3,9 Millionen), kommt der Titel auf knapp 19 Millionen Einheiten – und übertrumpft damit selbst das RE4 Remake (12,2 Millionen) und RE2 Remake (16,8 Millionen) laut aktueller Capcom-Zahlen.
Capcoms datengetriebene Remake-Strategie
Der Leak wirft ein Schlaglicht auf Capcoms ungewöhnliche Entscheidungsfindung. Anders als viele Publisher, die Remakes nach Verkaufspotenzial priorisieren, lässt sich der japanische Konzern offenbar stark von der intrinsischen Motivation seiner Teams leiten.
Die bisherigen Remakes – RE2, RE3 und zuletzt das gefeierte RE4 Remake – entstanden laut Dusk Golem aus einem echten Wunsch der Entwicklerteams heraus. Das RE4 Remake knackte vergangenes Jahr die 10-Millionen-Marke und hält einen Metacritic-Score von 94. Resident Evil Requiem, der neunte Hauptteil, legte mit 7 Millionen verkauften Exemplaren seit Februar 2026 einen spektakulären Start hin. Dieses erfolgreiche Umfeld, kombiniert mit Fanfeedback und dem Engagement einzelner Schlüsselfiguren, führte laut Leaker zur Entscheidung, als Nächstes Code: Veronica, Zero und das originale Resident Evil neu aufzulegen.
Capcom plant nach dem Release von Resident Evil Code: Veronica im Frühjahr 2027 ein großes internes Capcom Strategiemeeting, bei dem die gesammelten Daten aus RE4 Remake, Requiem und dem Veronica-Remake ausgewertet werden. Der Konzern gilt als ausgesprochen datengetrieben – erst wenn die Zahlen aller drei Titel auf dem Tisch liegen, sollen die Weichen für die weitere Zukunft gestellt werden.
Was der Revelations-Hinweis bedeutet
Dass Capcom intern über ein Revelations-Remake nachdenkt, ist in mehrfacher Hinsicht aufschlussreich. Die Revelations-Reihe steht für kompakteres, engeres Survival Horror Design – das Gegenteil der bombastischen Action, die RE5 und RE6 prägten. Ein Remake von Revelations 1 würde bedeuten, dass Capcom den Fokus auf atmosphärische Enge und Ressourcenknappheit legt, statt auf Massengefechte und Koop-Spektakel.
Das passt zur aktuellen Ausrichtung. Produzent Yoshiaki Hirabayashi hat für das Resident Evil Code: Veronica Remake bereits klargestellt: Der Titel wird drittperson und stimmungsmäßig näher am Survival Horror des RE2 Remakes, nicht am actionbetonten RE4 Remake. Die Strategie ist erkennbar: Zurück zu den Wurzeln, raus aus der Action-Ecke. Und in dieses Schema passen RE5 und RE6 schlicht nicht.
Bedeutet das ein ewiges Aus? Vermutlich nicht. Der Leaker selbst räumt ein, dass RE5 „irgendwann“ kommen wird – allein der kommerzielle Druck durch die Fan-Nachfrage wird Capcom früher oder später dazu zwingen. Nur eben nicht jetzt. Wer auf ein Remake von Chris‘ afrikanischem Feldzug hofft, sollte sich also in Geduld üben.