Krafton verwandelt das Schlachtfeld von PUBG in einen virtuellen Luxus-Autosalon für zahlungskräftige Sammler. Das frische PUBG: BATTLEGROUNDS Update 43.2 pfercht neben sündhaft teuren Bentley-Karossen auch einen neuen Koop-PvE-Modus von People Can Fly auf die Server. Während solvente Spieler für digitale Edel-Schlitten tief in die Tasche greifen, müssen sich Vierer-Squads auf Rondo gegen mutierte Zombie-Horden behaupten.
Der Crafter Pass fordert tausende Tokens
Die britische Nobelmarke Bentley rollt mit drei Karosserie-Varianten auf die virtuellen Testgelände. Krafton adaptiert die Limousine Flying Spur Mulliner in einer Standard- sowie einer Luxe-Ausführung und stellt ihr das Cabriolet Continental GTC Mulliner zur Seite. Beide Boliden glänzen mit modellspezifischen Details wie einem animierten Stoffverdeck, einem Panorama-Glasschiebedach und eigens eingespielten Motor- sowie Hupensounds.
Wer die Prunkkarossen über den Schotter prügeln will, prallt an einer massiven Bezahlschranke ab. Der zugehörige Crafter Pass schlägt mit 11,99 US-Dollar zu Buche, deckt die geforderten Herstellungs-Kosten der Spitzenmodelle jedoch bei weitem nicht ab. Für den begehrten Flying Spur Mulliner in der Luxe-Ausführung verlangt die Werkbank stolze 5.000 Bentley-Tokens.
Da einzelne Ziehungen in der Supply Bay für 250 G-Coins gerade einmal 15 garantierte Marken abwerfen, klettern die Gesamtkosten für garantierte Freischaltungen ohne extremes Ziehungsglück rasch in dreistellige Euro-Regionen. In Ländern wie Belgien und den Niederlanden sperrt der Publisher die Kistenpakete aufgrund der strengen Glücksspielgesetze daher von vornherein aus dem Shop.
| Modell | Fahrzeugtyp | Token-Kosten | Besonderheiten |
| Bentley Flying Spur Mulliner (Luxe) | Viertürige Luxuslimousine | 5.000 Tokens | Panorama-Schiebedach, exklusiver Motorsound |
| Bentley Flying Spur Mulliner | Viertürige Reiselimousine | 3.000 Tokens | Modellspezifische Hupe, individuelle Texturen |
| Bentley Continental GTC Mulliner | Zweitüriger Luxus-Sportwagen | 3.000 Tokens | Klappbares Stoffverdeck, sportliches Fahrgeräusch |
People Can Fly schickt Rondo ins Chaos
Als spielerischer Gegenpol zum Luxus-Katalog fungiert SLB: DAWNBREAKERS OF RONDO, der vierte Eintrag der hauseigenen Survivors-Left-Behind-Reihe. Für die Entwicklung holte sich PUBG Studios tatkräftige Unterstützung von People Can Fly, den polnischen Shooter-Experten hinter Outriders und Bulletstorm. Vierköpfige Squads landen in der Egoperspektive auf einem finsteren Abschnitt der Rondo-Karte, um sich gegen anstürmende Wellen mutierter „Hungers“ zu stemmen.
Das Gameplay bricht mit der gewohnten Loot-Routine und verlangt taktische Befestigungen. Teams sammeln Treibstoffkanister, werfen Generatoren an und müssen einen zentralen Kondensator gegen Zerstörung absichern. Um die Anstürme zu überleben, platziert ihr automatische Geschütztürme, errichtet Stacheldrahtsperren und greift auf schwere Spezialwaffen wie Flammenwerfer oder Handkanonen zurück. Gesammelte Erste-Hilfe-Kästen und Wurfgeschosse dürft ihr als sogenannte Carry-over-Gegenstände sogar in spätere Durchläufe mitnehmen.
Der Haken an der Zombie-Hatz liegt in ihrer extrem kurzen Halbwertszeit: Auf dem PC schließt sich das Zeitfenster bereits am 4. November 2026, während Konsolen-Teams lediglich vom 22. Oktober bis zum 12. November ran dürfen. Kaum haben sich eingespielte Teams an die Koop-Mechaniken gewöhnt, verschwindet der Modus wieder komplett aus dem Arcade-Reiter.
Drei parallele Pässe spalten die Community
Die Veröffentlichungspolitik von Patch 43.2 offenbart eine zerrissene Strategie. Erst vor kurzem stoppte der Publisher die Entwicklung von PUBG: Black Budget, weil massive Zweifel an der langfristigen Spielerbindung im extraction-lastigen PvPvE-Segment überwogen. Statt eigene, vollwertige PvE-Konzepte dauerhaft reifen zu lassen, lagert Krafton die Koop-Arbeit an externe Studios aus und degradiert das Ganze zu einem flüchtigen Mini-Event.
Gleichzeitig dreht der Publisher die Monetarisierungs-Schraube auf ein Rekordniveau. Update 43.2 wirft neben dem Bentley-Pass für 11,99 Dollar auch den regulären Survivor Pass „The Villains“ für 4,99 Dollar sowie einen separaten Dawnbreakers-Event-Pass für 3,00 Dollar zeitgleich auf den Markt. Wer nach den taktischen Korrekturen aus Update 43.1 auf spielerische Tiefe gehofft hatte, sieht sich stattdessen mit einer dreifachen Kasse konfrontiert. Selbst die neu integrierten CurseForge-Kreationen für PUBG: Playgrounds, die bis Dezember schrittweise ausgerollt werden, wirken wie der Versuch, die inhaltliche Flaute im Hauptspiel durch kostenlose Community-Arbeit aufzufangen.
