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Games

Schachtel ja, Disc unklar: Warum The Witcher 4 an Sonys Download-Zwang scheitern könnte

CD Projekt RED hält am Ritual fest, ein Rollenspiel als echtes Sammlerstück ins Regal zu stellen. Für The Witcher 4 verspricht das Studio eine reichhaltig gefüllte Box, warnt aber vor den Vorgaben der Konsolenhersteller.

Alexander Liebe
von Alexander Liebe
01.09.26
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Lesezeit: 4 Min.
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Die Debatte um das Aussterben physischer Datenträger erreicht das nächste monumentale Großprojekt. Während viele Publisher ihre Hüllen längst mit schnöden Download-Zetteln abspeisen, stellt sich CD Projekt RED quer: The Witcher 4 wird definitiv als physische Box im Handel landen, vollgepackt mit handfesten Beilagen für Fans. Ob in der Schachtel am Ende allerdings noch eine gepresste Blu-ray liegt oder die Industrie den Silberling bis zum Release endgültig begräbt, liegt nicht mehr in den Händen der polnischen Rollenspiel-Schmiede.

Das steckt im Artikel
  • Eine Schachtel voller Goodies, aber vielleicht kein Silberling mehr
  • Wenn Sony die Presswerke schließt, bleibt Entwicklern keine Wahl
  • Xbox-Wahlfreiheit und der schleichende Tod des optischen Laufwerks
  • Zwischen Witcher 3-Erweiterung und dem langen Warten auf 2028

Eine Schachtel voller Goodies, aber vielleicht kein Silberling mehr

Dass CDPR den haptischen Wert einer Spielepackung verteidigt, passt lückenlos zur DNA des Studios. Schon bei The Witcher 3 und Cyberpunk 2077 spendierten die Warschauer selbst den Standard-Versionen gedruckte Landkarten, Aufkleber und Art-Booklets. Für das Team sind physische Boxen kein lästiger Kostenfaktor, sondern ein emotionales Statement an die eigene Community.

Co-Studiochef Michał Nowakowski stellt im Gespräch mit dem Branchenmagazin The Game Business klar, dass man an diesem Kurs festhält. Man verstehe sich selbst als passionierte Nerds, die greifbare Dinge im Regal lieben. Das Studio garantiert eine Box, die man voller Vorfreude aufreißen und auspacken will – ganz egal, auf welchem Medium die Spieldaten letztlich ausgeliefert werden.

Genau hier beginnt allerdings das Dilemma. Während der PC-Markt optische Laufwerke seit Jahren komplett verbannt hat, steuern nun auch die Konsolen mit Vollgas auf eine rein digitale Zukunft zu.

Wenn Sony die Presswerke schließt, bleibt Entwicklern keine Wahl

Der Knackpunkt liegt im anvisierten Veröffentlichungszeitraum: Das neue Hexer-Epos steuert auf einen Release im Jahr 2028 zu. Damit fällt das Rollenspiel exakt in das Zeitfenster, in dem Sony laut Branchenberichten die Produktion optischer Discs für neue Veröffentlichungen komplett einstellen will.

Für Third-Party-Entwickler gibt es bei dieser Entscheidung kein Mitspracherecht. Wer ein Spiel auf der PlayStation veröffentlichen will, muss die Datenträger zwingend in den lizenzierten Fabriken von Sony pressen lassen. Dreht der Plattform-Inhaber dort den Hahn zu, existiert schlicht keine legale Möglichkeit mehr, eine Disc in die Hülle zu stecken.

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Nowakowski räumt diese Machtlosigkeit unumwunden ein. Sollte Sony die Herstellung physischer Datenträger bis dahin tatsächlich streichen, wird auch das nächste Abenteuer im Hexer-Universum auf Sonys Plattformen als reiner Download-Code im schicken Karton enden.

Xbox-Wahlfreiheit und der schleichende Tod des optischen Laufwerks

Auf der anderen Seite des Konsolen-Grabens versucht Microsoft derzeit, den Übergang etwas abzufedern. Die Redmonder experimentieren mit Initiativen, bei denen Spieler ihre physischen Discs digitalisieren und ohne Datenträger im Laufwerk starten können, während die Disc selbst voll funktionsfähig bleibt.

Xbox-Chefin Asha Sharma betonte zwar unlängst, dass viele Spieler physische Medien lieben und man ihnen die Wahl lassen wolle. Ob künftige Hardware-Generationen überhaupt noch ein integriertes Laufwerk besitzen oder dieses komplett als optionales Zubehör auslagern, bleibt jedoch auch dort eine offene Baustelle.

Für Entwicklerstudios entsteht dadurch eine absurde Zwickmühle. Während CDPR Millionen in moderne Render-Technologien investiert und den internen Studio-Reboot nach den Cyberpunk-Turbulenzen erfolgreich abgeschlossen hat, bestimmen die Plattform-Konzerne eigenmächtig darüber, wie das fertige Produkt den Spieler erreicht.

Zwischen Witcher 3-Erweiterung und dem langen Warten auf 2028

Bis wir selbst Hand an die Schachtel von The Witcher 4 legen dürfen, vergehen noch mehrere Jahre. Der Titel befindet sich mitten in der Vollproduktion und lässt aufgrund des geplanten Release-Zeitraums bis 2028 noch eine ganze Weile auf echtes Gameplay-Material warten.

Um die Durststrecke zu überbrücken, hält CDPR die Fans mit bekannten Marken bei Laune: Am 29. September 2026 erscheint ein kostenloses Upgrade für The Witcher 3: Wild Hunt, bevor 2027 mit Songs of the Past sogar noch eine brandneue Story-Erweiterung für den Vorgänger nachgeschoben wird.

Der Vorstoß von CD Projekt RED verdient dennoch Respekt. In einer Industrie, die den Kunden das Eigentum an ihren Spielen immer weiter entzieht, ist der Einsatz für haptische Beilagen ein seltenes Bekenntnis. Ob der Kampf gegen das Disc-Sterben am Ende von Erfolg gekrönt ist, entscheiden jedoch die Vorstandsetagen von Sony und Microsoft – nicht die Entwickler in Warschau.

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vonAlexander Liebe
Seitdem ich zum ersten Mal einen Controller in der Hand hielt wusste ich, dass dies eine Freundschaft fürs Leben wird. Bis heute ist der digitale Sport für mich fixer Bestandteil meiner Freizeit. Mit AustriaGaming ist er sogar zum Teil zur Berufung geworden. Favorisierte Spiele sind für mich aus dem Genre Horror, SciFi und RPG mit viel geschichtlichem Tiefgang. Gerade innovative und alternative Games ziehen mich öfters in den Bann.
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