Patch 1.07 für das Silent Hill 2 Remake sollte die PS5 Pro Version nach fast zwei Jahren endlich in den Griff bekommen. Stattdessen melden Spieler jetzt zerschossene Schatten, crushed Blacks und verstärktes Ghosting. Konami hat die Probleme auf Twitter bestätigt – liefert aber keinen Zeitplan für einen Fix.
- Der Patch, der alles reparieren sollte – und das Gegenteil tat
- Nicht nur Schatten – auch Haare, Gesichter und Ghosting betroffen
- Konamis Problem-Vorgeschichte: knapp zwei Jahre PS5 Pro Chaos
- Zwei Jahre, drei Patches, kein Ende in Sicht
- Die Community ist sauer – und das nicht erst seit gestern
- Bloobers nächste Projekte stehen unter Beobachtung
Der Patch, der alles reparieren sollte – und das Gegenteil tat
Letzte Woche spielte Konami Patch 1.07 für die PS5- und PS5 Pro Version von Silent Hill 2 Remake auf. Die offiziellen Patch Notes versprachen verbesserte Performance in beiden Grafikmodi, behobenes Schattenflackern und weniger Ghosting. Rund 6 Gigabyte groß, sollte das Update den Schlussstrich unter eine der längsten PS5 Pro Baustellen dieser Konsolengeneration ziehen.
Geklappt hat das nicht.
Stattdessen melden Spieler auf Reddit und ResetEra massive neue Grafikfehler – vor allem im Performance Mode. Die Schatten sind in zahlreichen Szenen schlicht nicht mehr korrekt berechnet und kippen in tiefes, detailfreies Schwarz ab. Bereiche, die zuvor noch Umgebungsdetails in dunklen Ecken erkennen ließen, ertrinken jetzt in undifferenzierbaren „crushed Blacks“.
Nicht nur Schatten – auch Haare, Gesichter und Ghosting betroffen
Ein Reddit-Nutzer dokumentierte zusätzlich auffällige Darstellungsfehler bei Charaktermodellen – Haare und Gesichter rendern nach dem Update stellenweise fehlerhaft. Das Ghosting, jener unschöne Nachzieheffekt bei Bewegung, über den sich PS5 Pro Spieler schon seit Release beschweren, ist durch den Patch eher schlimmer als besser geworden.
Selbst der Quality Mode bleibt nicht verschont: Auch hier berichten Spieler von seltsamen Beleuchtungsfehlern, die vor Patch 1.07 nicht auftraten. Der ironische Befund: Ein Update, das Grafik und Performance verbessern sollte, hat beides auf breiter Front verschlechtert.
Konamis Problem-Vorgeschichte: knapp zwei Jahre PS5 Pro Chaos
Dass Silent Hill 2 auf der PS5 Pro zur Dauerbaustelle wurde, ist kein neues Phänomen. Als Sony die Pro-Konsole im November 2024 auf den Markt brachte, gehörte Bloober Teams Horror-Remake zu den ersten Titeln mit speziellem PS5 Pro Support – und gleichzeitig zu den peinlichsten.
Das Spiel nutzte damals Sonys neue PSSR-Upscaling-Technologie (PlayStation Spectral Super Resolution). Das Ergebnis war verheerend: flackernde Pfützen, instabile Bildqualität, eine Darstellung, die schlechter aussah als auf der Basis-PS5. Digital Foundry analysierte das Desaster ausführlich und zertifizierte damals eine native Auflösung von teils nur 900p im Performance Mode.
Bloober Team reagierte im November 2024 mit Patch 1.06 – und zog die Notbremse: PSSR flog aus dem Performance Mode und wurde durch das ältere Temporal Super Resolution (TSR) ersetzt. Der Quality Mode blieb dagegen mit PSSR ausgestattet – samt aller optischer Probleme.
Zwei Jahre, drei Patches, kein Ende in Sicht
Dass nun auch Patch 1.07 – das Ergebnis von fast zwei Jahren Arbeit an der PS5 Pro Fassung – die alten Wunden nicht schließt, sondern neue aufreißt, ist kein gutes Zeichen. Zwischenzeitlich hatte Bloober Team im Mai 2025 noch versichert, man arbeite mit Konami an einem „richtigen“ PS5 Pro Patch. Dessen Endergebnis liegt jetzt vor – und es ist eine Blamage.
Konamis Statement auf Twitter fiel entsprechend knapp aus: „Unser Team untersucht die Probleme derzeit und sucht nach möglichen Lösungen.“ Einen Zeitplan für einen Hotfix gibt es nicht. Spieler sollen sich „für weitere Informationen“ gedulden.
Die Community ist sauer – und das nicht erst seit gestern
In den einschlägigen Foren ist die Geduld vieler Spieler erschöpft. Wer für eine 800 Euro Konsole das „beste“ Spielerlebnis erwartet, bekommt bei Silent Hill 2 seit fast zwei Jahren die mit Abstand schlechteste Version serviert. Ein wiederkehrender Vorwurf: Warum wurde der Patch offenbar nicht ausreichend getestet? Wie kann ein Update, das Schatten und Ghosting beheben soll, genau diese Bereiche beschädigen?
Die PS5 Pro Version ist mittlerweile zu einem Lehrstück darüber geworden, was passiert, wenn Studios bei UE5-Titeln Sonys Upscaling-Technologie implementieren, ohne die nötige QA-Kapazität dahinterzustellen.
Bloobers nächste Projekte stehen unter Beobachtung
Für Bloober Team kommt das PR-Debakel zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Das Studio hat sich zuletzt als Horror-Spezialist breit aufgestellt: sieben Spiele sind parallel in Entwicklung, darunter das Eternal-Darkness-Remake „Project M“ für die Switch 2 und ein neues Silent Hill Projekt mit Konami. Dass ausgerechnet der Titel, der Bloober 2024 endgültig aus der B-Movie-Ecke in die erste Liga katapultierte, jetzt zum technischen Dauerpatienten wird, dürfte in Krakau niemanden kalt lassen.
Silent Hill 2 Remake hat inzwischen über sechs Millionen Spieler erreicht. Es ist – inhaltlich – eines der besten Remakes der letzten Jahre. Dass die teuerste Konsolenversion die schlechteste technische Figur macht, passt zur traurigen PS5 Pro Bilanz des Spiels.