Valve hat nach Jahren des Schweigens endlich wieder ein Lebenszeichen zum Steam Deck 2 gegeben. Im Gespräch mit IGN erklärt Engineer Pierre-Loup Griffais, dass man dem Ziel eines Nachfolgers so nah sei wie nie zuvor. Die Hardware, die aktuell auf dem Markt ist, erreicht aber noch nicht das Effizienz-Niveau, das Valve für einen echten Generationssprung braucht.
Griffais: „Wir kommen definitiv voran“
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Valve hat diese Woche die Vorbestellungen zur Steam Machine gestartet, den neuen Steam Controller ausgeliefert und die Auslieferung des Steam Frame steht unmittelbar bevor. Genau diese Projekte, so Griffais, seien die Bausteine für das, was danach kommt.
„Wir erwarten, dass das Steam Deck 2 in vielerlei Hinsicht genauso wird“, sagte Griffais im IGN-Interview. „Ein großer Teil dessen, was wir hier machen, sind Erfahrungen, die darauf aufbauen.“ Schon im April hatte der Engineer bestätigt, dass Valve „hart an der Arbeit“ am nächsten Handheld sei.
Intel Arc G3: Noch nicht das richtige Profil
Designer Lawrence Yang hatte bereits 2024 klargestellt, dass Valve nicht jedes Jahr eine Auffrischung bringen wird. „Es gibt keinen Grund dafür“, sagte er damals. Stattdessen wartet das Unternehmen auf einen echten Sprung in der Leistungs-Effizienz-Kurve – und der ist noch nicht da.
Griffais nannte Intels Arc G3 als Beispiel für den aktuellen Stand der Mobile-Chips. Das Problem: Die meisten aktuellen Chips seien „eher Low-End-Laptop-Chips, die dann für Handhelds zweckentfremdet werden“. Der Kompromiss aus Leistung und Akkulaufzeit entspreche nicht dem, was Valve für das Steam Deck 2 anstrebt.
Die Aussage ist bemerkenswert, weil Intel den Arc G3 speziell für portable Geräte entwickelt hat. Dass selbst dieser Chip nicht Valves Effizienz-Latte überspringt, zeigt, wie hoch die Messlatte tatsächlich liegt. Anders als Sony bei der PS6 oder Microsoft bei Project Helix setzt Valve nicht auf Semi-Custom-Chips, sondern auf handelsübliche Komponenten – ein Ansatz, der die Abhängigkeit vom Fortschritt der Standard-Hardware erhöht.
2028 als Ziel – wenn die Speicherkrise mitspielt
Gerüchte aus dem April deuten auf ein Launch-Fenster im Jahr 2028 hin. Der bekannte Leaker KeplerL2 berichtet jedoch, dass selbst dieser Zeitplan durch die anhaltende Speicherknappheit ins Rutschen geraten könnte. Die Preiserhöhungen beim Steam Deck OLED um bis zu 46 Prozent in Asien haben bereits gezeigt, wie sehr die RAM-Krise Valve trifft. Dass die nächste Generation noch härter getroffen wird, liegt auf der Hand.
Griffais selbst hält sich mit konkreten Daten bedeckt: „Wir werden definitiv in den kommenden Jahren darüber sprechen, aber im Moment konzentrieren wir uns auf die Steam Machine.“ Eine realistische Einschätzung – der Fokus liegt erstmal auf der aktuellen Hardware-Generation, die Valve gerade in den Markt drückt.
Was die Verzögerung für Spieler bedeutet
So ernüchternd die Nachricht für alle klingt, die auf einen raschen Nachfolger gehofft haben: Valves Ansatz hat auch Vorteile. Wer heute ein Steam Deck OLED besitzt, muss nicht fürchten, in zwei Jahren ein veraltetes Gerät in der Hand zu halten. Das aktuelle Modell ist leistungsfähig, und die 2026er Steam Machine zeigt, wohin die Reise mit AMDs aktueller Architektur geht.
Gleichzeitig wächst die Konkurrenz. Das ROG Ally und das Xbox-Handheld-Projekt zeigen, dass der Markt für portable Gaming-PCs kein Selbstläufer ist. Valve muss beim Steam Deck 2 nicht nur die eigene Latte treffen, sondern auch den Abstand zur Konkurrenz wahren. Der Verzicht auf schnelle Iteration setzt voraus, dass der Sprung am Ende groß genug ausfällt.
Ob Griffais‘ Optimismus berechtigt ist, wird sich zeigen. Dass Valve aber überhaupt wieder öffentlich über das Steam Deck 2 spricht, ist mehr, als die Community seit Monaten gehört hat. Jetzt müssen die Chips folgen – im wahrsten Sinne des Wortes.