Dinosaurier in Videospielen sind entweder bedrohliche Bossgegner, die mit einer Schrotflinte niedergestreckt werden, oder sie stapfen als harmlose Begleiter durch Open World Landschaften. Wilderdark will beides nicht sein. Junkfish, das Studio hinter dem Indie-Hit Monstrum, schickt dich auf eine Insel, auf der die Dinosaurier nicht nur Jäger sind – sie sind von einem rätselhaften Parasiten befallen, der die Grenzen zwischen Tier, Pflanze und etwas Drittem verschwimmen lässt. Am 3. November erscheint der Titel auf Steam, und eine Demo gibt es bereits jetzt.
Was sich auf der Insel versteckt – das Setting von Wilderdark
Wilderdark beginnt mit einem Absturz. Du wachst auf einer Insel auf, die die Naturgesetze außer Kraft gesetzt hat – nicht, weil hier magische Kräfte walten, sondern weil ein Ektoparasit das gesamte Ökosystem unterwandert hat. Dinosaurier sind von ihm befallen, aber auch die Pflanzenwelt hat sich in etwas Unheimliches verwandelt. Das ist kein Jurassic Park, in dem die Dinos majestätisch durchs Bild stampfen. Die Kreaturen in Wilderdark sind entstellt, ihr Verhalten ist unberechenbar, und die Landschaft selbst scheint dich zu beobachten.
Die Mission führt dich als Außendienstmitarbeiter einer mysteriösen Organisation auf die Insel. Dein Auftrag: das Ökosystem dokumentieren, Proben sammeln, das Schicksal früherer Expeditionen aufklären. Eine dieser verschollenen Gruppen wurde von deinen eigenen Eltern angeführt. Das ist kein simpler Rachefeldzug, sondern ein Mysterium, das sich Stück für Stück entfaltet – durch Notizen, Fotos und stillgelegte Forschungscamps, die mehr verraten, als sie verbergen.
GameReactor beschreibt den Schauplatz als eine der wenigen Herausforderungen für die ganz großen Blockbuster im November – ein Indiz dafür, dass Junkfish hier mehr vorhat als ein kleines Nischen-Projekt. Der Trailer, der auf dem Convergence Showcase gezeigt wurde, untermauert das: dichte Dschungel, verfallene Labore, und immer dieser Parasit, der aus den Körpern der Dinos herauswächst.
Überleben ohne Waffen – so spielt sich Wilderdark
Der wichtigste Satz zu Wilderdark steht in der offiziellen Beschreibung: Überleben bedeutet, verborgen zu bleiben. Es gibt keine Schrotflinte, keine Panzerfaust, keine ausweichbaren Quick-Time-Events. Deine Werkzeuge sind Beobachtung, Geduld und die Fähigkeit, stillzuhalten. Jeder Laut kann einen Spitzenprädator anlocken. Jede falsche Bewegung kann dein Ende bedeuten.
Stattdessen dokumentierst du deine Umgebung mit einer Kamera, sammelst Ressourcen und bastelst Werkzeuge aus dem, was die Insel hergibt. Das klingt abstrakt, aber Gematsu hat in seiner Ankündigung bestätigt, dass dieser Fokus auf investigative Erkundung das Kern-Gameplay prägt. Du kämpfst nicht gegen die Dinos – du existierst in ihrer Gegenwart, und das macht den Unterschied.
Praktischerweise: Auf Steam ist bereits eine Demo verfügbar, die Junkfish nach Community-Feedback aktualisiert hat. Neu hinzugekommen sind eine Karte und Wegpunkte, die die Navigation auf der unheimlichen Insel erleichtern – ein Zeichen dafür, dass das Studio nicht im stillen Kämmerlein entwickelt, sondern auf Rückmeldungen hört. Wer neugierig ist, muss also nicht bis November warten, sondern kann sich jetzt schon einen Eindruck verschaffen.
Junkfish und die Rückkehr ins Horror-Genre
Elf Jahre nach Monstrum kehrt Junkfish mit Wilderdark in das Genre zurück, das dem Studio 2015 zu Bekanntheit verhalf. Monstrum war damals ein kleiner Indie-Überraschungserfolg, der für den TIGA Award als bestes Debüt und für den schottischen BAFTA als bestes Spiel nominiert wurde. Danach wurde es ruhig um das Studio – kein zweiter Hit, keine Fortsetzung, nur gelegentliche Entwickler-Updates.
Wilderdark ist der Versuch, an diesen Moment anzuknüpfen. Aber das Studio macht es sich nicht einfach: Statt auf bewährte Monstrum-Mechaniken zu setzen, wählt Wilderdark einen radikal anderen Ansatz. Wo Monstrum auf enge, prozedural generierte Schiffsgänge und einen unberechenbaren Jäger setzte, geht Wilderdark in die offene, weite Landschaft einer Insel – und ersetzt den einen Jäger durch ein ganzes Ökosystem aus befallenen Dinos.
Der Vergleich mit Titeln wie The Lost Wild liegt nahe, aber Junkfish positioniert sich bewusst anders: Wilderdark ist weniger reines Stealth-Erlebnis als vielmehr eine Mischung aus Body-Horror, Expeditionsthiller und dokumentarischer Erkundung. Wer Survival-Horror mag, weil er sich in Welten verliert, die nicht nur gefährlich, sondern auch rätselhaft sind, sollte Wilderdark im Blick behalten.
