Call of Duty: Modern Warfare 4 nutzt das Rampenlicht des Xbox Games Showcase 2026 für eine echte Überraschung und bringt den von vielen bereits totgeglaubten DMZ-Modus zurück. Mit einem fast fünfeinhalb Minuten langen Trailer zeigt Entwickler Infinity Ward erstmals handfeste Szenen des ambitionierten PvPvE-Projekts. Die Entwickler versprechen eine taktische Rundumerneuerung, aber das größte Sorgenkind bleibt der langfristige Support des Publishers, der beim ersten DMZ-Versuch kläglich scheiterte.
Modern Warfare 4 DMZ setzt auf südkoreanische Schauplätze und taktischen Tiefgang
Dieses Mal schicken uns die Entwickler in ein weitläufiges Sperrgebiet auf der koreanischen Halbinsel. Dieses Szenario knüpft nahtlos an die düstere Stimmung des Hauptspiels an, in dem wir das Szenario auf der koreanischen Halbinsel bereits im klassischen Multiplayer erleben durften. Spieler müssen in diesem offenen Areal wertvolle Beute sichern, Aufträge erfüllen und schlussendlich lebend entkommen. Auf dem Weg zum Rettungshelikopter warten jedoch nicht nur knackige, vom Computer gesteuerte Truppen, sondern auch andere Trupps, die es auf die mühsam zusammengesammelte Ausrüstung abgesehen haben.
Unter der Haube werkelt die modernisierte Engine von Modern Warfare 4, die vor allem das Tempo spürbar drosselt. Der im Rahmen der Microsoft-Show präsentierte Clip verdeutlicht, dass planloses Vorstürmen im virtuellen Südkorea das sichere Todesurteil bedeutet. Die Teams bewegen sich im offiziellen Gameplay-Reveal extrem langsam, sichern Ecken akribisch ab und lauschen auf Schrittgeräusche. Das Gameplay erinnert phasenweise deutlich mehr an Hardcore-Taktiker wie Escape from Tarkov als an das gewohnt hektische Dauerfeuer der Reihe.
Spektakuläre Bodycam-Perspektive tarnt das Gameplay
Ein cleverer, aber auch diskussionswürdiger Kniff des Trailers ist die gewählte Kameraperspektive. Statt der klassischen Egoperspektive, die wir im fertigen Spiel nutzen werden, zeigt das gezeigte Material das Geschehen komplett aus der Sicht einer am Helm montierten Action-Kamera. Dieser verzerrende Fischaugen-Effekt sorgt für eine unglaublich dichte und beklemmende Atmosphäre, wenn Schüsse durch die engen Gassen peitschen. Es ist ein optisches Highlight, das an Indie-Hits wie Unrecord erinnert und perfekt zum Vorhaben passt, dass Infinity Ward endlich Schluss mit den bunten Neon-Skins im Spiel machen will.
Allerdings birgt diese Art der Präsentation auch die Gefahr, den tatsächlichen Spielfluss zu schönen. Wie sich der Modus am Ende steuert, wenn der künstliche Wackeleffekt der Helmkamera wegfällt und wir wieder durch das normale Visier blicken, lässt sich anhand des Materials nur erahnen. Die gezeigten Gefechte wirken durch die Kameraposition extrem wuchtig, doch im spielerischen Alltag auf dem PC, der PlayStation 5, der Xbox Series X/S oder auch der kommenden Nintendo Switch 2 wird die Realität wohl etwas konventioneller ausfallen.
Der schwere Schatten der Vergangenheit
Die eigentliche Herausforderung für den Erfolg von Modern Warfare 4 DMZ liegt jedoch abseits des Gameplays. Als die erste Version des Modus im Jahr 2022 startete, war die Begeisterung in der Community riesig. Doch Activision verlor schnell das Interesse und stellte den Support ein, um alle Ressourcen in das unaufhaltsame Zugpferd Warzone zu stecken. Viele Spieler fühlen sich bis heute im Stich gelassen. Im aktuellen Entwickler-Interview mit IGN betonen die Macher zwar, dass DMZ neben der Solokampagne und dem Mehrspielermodus als gleichwertige, dritte Säule des Shooters fest verankert ist. Ob der Publisher diesen Atem auch dann beweist, wenn die Spielerzahlen nach den ersten Monaten erwartungsgemäß schwanken, muss sich erst noch zeigen.



