Virtua Fighter Crossroads bekommt schlagkräftigen Zuwachs: Entwickler Ryu Ga Gotoku Studio schickt Rückkehrer Lionel Rafale in den Ring und untermauert den radikalen Wandel der traditionsreichen Reihe. Der rund zweiminütige Gameplay-Trailer zeigt nicht nur brachiale Kniestöße und akrobatische Würfe auf dem Asphalt von Vilasapara, sondern festigt Segas riskanten Plan, das klassische Kampfspiel-Fundament mit einer lebendigen Rollenspiel-Erkundung zu verschmelzen.
Der Kämpfer bringt die Härte der Straße zurück
Ryu Ga Gotoku Studio lässt Lionel Rafale von der Leine und verpasst dem Kader die nötige Härte. Die Entwickler beschreiben den Rückkehrer als „mysteriösen jungen Kampfkünstler“, der völlig überraschend in der Stadt auftaucht. Gleichzeitig warnt das Team vor seinen Fähigkeiten: Er sei „ein hochgradig geschickter Kämpfer, der Cielo in einem Straßenkampf deklassieren kann“ und schlicht „eine Naturgewalt, mit der man rechnen muss“.
Diese Wucht spürst du bei jedem Kniestoss und Aufwärtshaken, mit denen er Kontrahenten erbarmungslos in die Enge treibt. Lionel hebelt die gegnerische Deckung mit schnellen Griffen aus, wirft Widersacher zu Boden und setzt direkt am Boden nach. Wenn ein Schlagabtausch an der Mauer endet, katapultiert er seinen Kontrahenten mit einem wuchtigen Tritt aus dem einhändigen Handstand ins Abseits.
Das gezeigte Repertoire beweist, dass die Entwickler die technische Präzision alter Tage beibehalten, sie aber mit schmutzigen Straßenschlächter-Elementen aufladen. Genau dieser raue Einschlag bildet die Brücke zur neu gedachten Spielwelt.
Vilasapara wird zur offenen Spielwiese für Straßenkämpfer
Im Zentrum des Geschehens steht die Metropole Vilasapara, die weit mehr als eine leblose Hintergrundkulisse darstellt. Das Studio bricht mit dem starren Arenazwang und baut eine offene Sandbox-Spielwiese, in der Spieler eigene Entscheidungen treffen und die Stadtviertel frei erkunden. Neben einem riesigen Kampfsport-Turnier sorgt vor allem die chinesische Mafia für Unruhe, die verdeckt durch die Gassen zieht.
Hier greift die DNA der Yakuza-Macher, die tiefgründige Einzelschicksale mit dynamischen Prügeleien verknüpfen. Lionel selbst wandert ohne bekannte Beweggründe durch die Straßen, was die Spekulationen um seine wahre Rolle anheizt. Seine Präsenz passt perfekt zur dichten Atmosphäre einer Metropole, die an allen Ecken zu explodieren droht.
Doch die Idylle trügt gewaltig.
Im Schatten der Häuserschluchten treibt der maskierte Bakunawa Killer sein Unwesen, um gezielt abtrünnige Kämpfer auszuschalten. Bekannte Gesichter wie Pai Chan und Serien-Neuling Cielo heften sich zwar an seine Fersen, stoßen aber auf unerbittlichen Widerstand. Der Unbekannte attackiert mit akrobatischen Wuxia-Sprüngen und knallharten Treffern, was dem gesamten Schauplatz eine bedrohliche Krimi-Stimmung verpasst.
Segas riskanteste Reifeprüfung zielt auf das Jahr 2027
Mit diesem Konzept schlägt die Serie eine Richtung ein, die Hardcore-Puristen fordern und gleichzeitig überraschen dürfte. Zwar bleibt der traditionelle Duell-Modus für klassische Rundenkämpfe vollständig erhalten, doch der eigentliche Kern wächst zu einem ausgewachsenen Rollenspiel heran. Wer die strenge Turnier-Ausrichtung von Virtua Fighter 5 R.E.V.O. inhaliert hat, muss sich auf ein deutlich breiteres Spielgefühl einstellen.
Fans müssen sich allerdings noch in Geduld üben, denn der Veröffentlichungszeitraum liegt in weiter Ferne im Jahr 2027. Ryu Ga Gotoku Studio hält sich zu den anvisierten Plattformen weiterhin bedeckt und konzentriert sich voll auf den Ausbau der Spielmechaniken. Das Team nimmt sich die Zeit, um die anspruchsvolle Schlagabfrage nahtlos mit den offenen Arealen zu verheiraten.
Sega geht ein beachtliches Risiko ein, indem sie eine traditionsbewusste Marke aus ihrem engen Korsett lösen. Die ersten Spielszenen von Lionel Rafale zeigen jedoch deutlich, dass der Kampfsport unter dem Ausflug in die offene Welt keineswegs an Biss verliert. Behält das Studio diesen Kurs bei, liefert das Team den wohl radikalsten Genre-Neustart der letzten Dekade.
