SEGA hat auf der EVO 2026 in Las Vegas einen neuen Trailer zu Virtua Fighter Crossroads fallen lassen – und der dreht sich um den Bakunawa Killer. Einen maskierten Kämpfer, der durch Vilasapara zieht und andere Fighter angreift, noch bevor das große Turnier überhaupt beginnt. Pai Chan und die neue Protagonistin Cielo jagen ihn, aber als Pai ihm im Kampf die Maske vom Gesicht reißt, trifft sie das, was sie sieht, härter als jeder Treffer. Der Trailer ist der nächste Puzzlestein in einem Spiel, das sich mehr und mehr als erzählerisches Fighting Adventure entpuppt – und weniger als der schnörkellose Arcade-Prügler, den die Serie über Jahrzehnte geprägt hat.
Der Bakunawa Killer ist da – aber wer steckt hinter der Maske?
Die Identität des Angreifers bleibt vorerst ein Geheimnis, das Gesicht sehen wir im Trailer nicht. Aber der Kampfstil verrät mehr als jede Maske verbergen kann. Der Bakunawa Killer setzt auf Wushu für wuchtige Treffer und zeigt Techniken, die an Fu Jow Pai erinnern – die Klauen des Tigers.
Die Community rätselt bereits: Lau Chan ist zu alt, Lei Fei wäre eine dunkle Abwandlung, oder es könnte ein völlig neuer Charakter sein, der Bezüge zu beiden Kämpfern aufweist. Fest steht: Der Bakunawa Killer ist nicht nur Story-Element, sondern auch spielbar im Versus-Modus. Es unterstreicht die Ambitionen des Studios – die Kinostory im Kampfgerüst ist kein Beiwerk mehr, sondern Kern des Spiels.
Virtua Fighter wird zum Open-World-Adventure – und das ist der Plan
Producer Riichiro Yamada beschrieb Virtua Fighter Crossroads bereits als „offenes Sandbox-Rollenspiel“. Was sich nach Yakuza anhört, ist kein Zufall. RGG Studio überführt sein erzählerisches Know-how aus der Like a Dragon Reihe in das Kampfspiel-Genre.
Vilasa para, die Inselstadt, in der die Handlung spielt, ist keine reine Kampfkulisse, sondern ein Ort mit Bezirken, Nebenquests und NPCs, die eigene Geschichten erzählen. Die Seiteninhalte verspricht RGG bodenständiger als die Yakuza-Spiele – also weniger absurd, aber nicht weniger dicht. Einen solchen Richtungswechsel vollzieht Virtua Fighter mit der Rückkehr als erzählerisches Spiel – und das ist mutig.
Zwischen Kinostory und kompetitivem Kampf – RGG riskiert eine Spaltung
Der Trailer zeigt vor allem inszenierte Kämpfe, Bossduelle und Szenen, die nach Yakuza-typischen Straßenschlägereien aussehen. Die präzisen Eins-gegen-Eins-Duelle, für die Virtua Fighter unter Turnierspielern berühmt ist, sucht man im aktuellen Material vergeblich.
RGGs Battle Director Yosuke Takeda verspricht zwar, das „schlanke, intuitive Design“ der Reihe beizubehalten. Die Skepsis dokumentiert bereits der Vorbericht zur Kinostory: Die Dragon Engine kämpft in Kampfspielen mit Input-Lag, und die Ausrichtung auf Action-Adventures ist keine ideale Basis für ein Genre, in dem jedes einzelne Frame zählt.
Ob der Versus-Modus genug Tiefe für die E-Sport-Szene liefert, ist die offene Frage. Virtua Fighter Crossroads wird 2027 erscheinen – als Spiel, das sich zwischen zwei Lagern bewegt. Und riskiert, keins von beiden vollständig zu bedienen.
