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Xbox Game Pass: Art
Games

Xbox Game Pass büßt nach der Preiserhöhung um 50 Prozent Millionen Abonnenten ein

Der Game Pass hat nach der 50-Prozent-Preiserhöhung Millionen Abonnenten verloren – Microsofts CSO hat das jetzt offiziell bestätigt. Die Preissenkung vom April war ein Schritt in die richtige Richtung, aber das Angebot ist heute teurer und an entscheidenden Stellen schlechter als vor dem Desaster.

Max Wollersberger
von Max Wollersberger
11.06.26
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Lesezeit: 4 Min.
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Matthew Ball hat auf dem Summer Game Fest etwas getan, was Xbox-Manager selten tun: Er hat eine Niederlage beim Namen genannt. „Wir haben innerhalb weniger Monate Millionen von Abonnenten verloren“, räumte Microsofts Chief Strategy Officer bei The Game Business Live ein. Es ist das erste offizielle Eingeständnis, wie tief der Preis-Hammer vom Oktober 2025 tatsächlich eingeschlagen hat. Die Zahl der Abgewanderten ist kein PR-geglätteter Wert – es sind Millionen.

Das steckt im Artikel
  • Was der CSO auf offener Bühne zugegeben hat
  • Vom Preishammer zur Notbremse – die Zahlen dahinter
  • Was das für Microsofts Strategie bedeutet
  • Mal ehrlich… wer hat den Schuss nicht kommen sehen?

Was der CSO auf offener Bühne zugegeben hat

Auf dem Panel mit The Game Business sprach Ball Klartext. Die Preiserhöhung, die den Ultimate-Tarif von 17,99 Euro auf 26,99 Euro pro Monat hochjagte, hat den Dienst nachhaltig beschädigt. Geoff Keighley, Gastgeber der Game Awards und des Summer Game Fest, teilte die Aussage auf X – und die Branche horchte auf.

Eine konkrete Zahl nannte Ball nicht. Die letzte offizielle Angabe zu den Abonnenten stammt aus dem Februar 2024: 34 Millionen, verkündet vom damaligen Xbox-Chef Phil Spencer. Seitdem: Funkstille. Dass nun von „Millionen“ die Rede ist, legt nahe, dass der Verlust substanziell war – IGN und Eurogamer gehen von einem signifikanten prozentualen Einbruch aus.

Ball betonte, Microsoft habe „dieses Angebot korrigiert“. Gemeint ist die Preissenkung vom April 2026, mit der Ultimate auf 20,99 Euro zurückfiel. Dass der neue Preis immer noch drei Euro über dem Niveau von vor der Erhöhung liegt, erwähnte er nicht.

Vom Preishammer zur Notbremse – die Zahlen dahinter

Die Preiskurve des Game Pass Ultimate liest sich wie ein Jo-Jo mit eingebauter Unverschämtheit. Vor Oktober 2025: 17,99 Euro. Dann der Sprung auf 26,99 Euro – ein Aufschlag von 50 Prozent, den Microsoft mit einem Blockbuster-Feuerwerk an neuen Titeln zu kaschieren versuchte. Ninja Gaiden 4, Eternal Strands, Baldur’s Gate – die Spieleliste war beeindruckend. Die Community kündigte trotzdem in Scharen.

Im April 2026 dann die Rolle rückwärts: Die Preise fielen wieder, Ultimate auf 20,99 Euro, der PC Game Pass auf 13,99 Euro. CEO Asha Sharma feierte das intern als Erfolg – konkrete Zahlen blieb sie schuldig.

Der Haken: Die Preiskorrektur kam nicht ohne Gegenleistung. Call of Duty verschwand aus den Day-One-Releases. Wer Modern Warfare 4 im Oktober spielen will, zahlt den vollen Kaufpreis. Zwölf Monate später wandert der Shooter dann in den Katalog. Ball behauptet, Abonnenten hätten diesen Schritt „ausdrücklich begrüßt“. Dass ausgerechnet das Franchise geopfert wurde, das die Preiserhöhung von 2025 mitrechtfertigen sollte, ist mindestens bemerkenswert.

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Was das für Microsofts Strategie bedeutet

Das Eingeständnis des CSO fällt nicht zufällig jetzt. Microsofts Gaming-Sparte steht unter neuer Führung, und die räumt auf. Asha Sharma beerbte Phil Spencer, holte Matthew Ball als Strategiechef an Bord und setzt auf einen Kurs, der sich in einem Wort zusammenfassen lässt: Konsolidierung.

Die neue Xbox-Linie ist ein Cocktail aus Teilrücknahmen und neuen Prioritäten. Die Preise sinken, aber das Angebot schrumpft an entscheidenden Stellen. Gleichzeitig zieht sich Microsoft bei Exklusivtiteln strategisch zurück – Gears of War: E-Day erscheint nicht auf der PS5, wohl aber weiterhin Live-Service-Spiele. Der neue Fokus auf hauseigene Titel soll die Abonnenten halten, die der Preis nicht vertrieben hat.

Dass Ball die Abonnenten-Verluste jetzt offen einräumt, ist auch ein Signal nach innen: Die Ära des Wachstums um jeden Preis ist vorbei. Xbox weiß, dass der Game Pass nicht unendlich skalierbar ist. Das bestätigt auch der geleakte Codename „Triton“ für ein günstigeres Abo-Modell, das nur hauseigene Spiele umfasst – ein stilles Eingeständnis, dass viele Spieler den vollen Ultimate-Preis schlicht nicht zahlen wollen oder können.

Und dann ist da noch die Hardware. Die Limited Edition der Xbox Series X zum 25. Jubiläum mit transparentem Gehäuse ist ein Nostalgie-Stunt – charmant, aber kein Strategie-Ersatz. Project Helix, der Codename für die nächste Konsolengeneration, soll 2027 die Wende bringen. Ob das klappt, wenn der Game Pass bis dahin weiter Federn lässt, steht auf einem anderen Blatt.

Mal ehrlich… wer hat den Schuss nicht kommen sehen?

Eine Preiserhöhung um 50 Prozent in einem Markt, in dem die Leute ohnehin mit Abo-Müdigkeit kämpfen – das war keine mutige Entscheidung, sondern eine, die an den Fundamenten des Dienstes gerüttelt hat. Play3 bringt es auf den Punkt: Nintendo, Sony, Valve – alle haben die Preise erhöht, aber keiner so drastisch und keiner mit so sichtbaren Folgen.

Was Ball nicht sagte, ist mindestens so wichtig wie das, was er sagte. Wie viele Abonnenten hat der Dienst aktuell? Hat die Preissenkung die verlorenen Millionen zurückgeholt? Wie viele der Rückkehrer sind auf günstigere Tarife gewechselt? Solange Microsoft diese Fragen nicht beantwortet, ist die „Stabilisierung“, von der CEO Sharma spricht, nichts weiter als eine Behauptung.

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vonMax Wollersberger
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Heavy Music, schnelle Bikes und Sport sowieso – da ich auch im Jahre des Herren 1986 geboren wurde und da auch der NES in Europa das Licht erblickte, war die Konsequenz des Zockens logisch. Da ich auch an verbaler Inkontinenz leide, sind PixelCritics sowie earshot.at perfekte Orte um mein Interesse am Journalismus auszuleben.
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