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Aufruhr bei Ubisoft: Gewerkschaft mobilisiert gegen radikalen Konzernumbau

Die französische Gaming-Gewerkschaft Solidaires Informatique ruft zu einem halbtägigen Streik bei Ubisoft auf, um gegen Kostensenkungen, Projekteinstellungen und verschlechterte Arbeitsbedingungen zu protestieren. Der Konzern spaltet sich in fünf Creative Houses auf, streicht das Prince of Persia Remake und entlässt Dutzende Mitarbeiter, während die Aktie dramatisch abstürzt.

Maciej Ataman
von Maciej Ataman
23.01.26
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Lesezeit: 3 Min.
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Während in der französischen Gaming-Industrie die Alarmglocken schrillen, brodelt es gewaltig in den Büros von Ubisoft. Eine französische Gewerkschaft hat nun zum Widerstand aufgerufen – und die Belegschaft steht vor einer Zerreißprobe. Was genau hinter den Kulissen des Gaming-Giganten vor sich geht und weshalb die Mitarbeiter jetzt auf die Barrikaden gehen, offenbart eine Geschichte von drastischen Einschnitten und zerbrochenen Versprechen.

Das steckt im Artikel
  • Gewerkschaft schlägt Alarm: Halber Tag im Zeichen des Protests
  • Dramatischer Kahlschlag: Prince of Persia fällt dem Rotstift zum Opfer
  • Fünf Häuser, ein Konzern: Die neue Struktur im Detail
  • Zwischen Innovation und Selbstzerstörung

Gewerkschaft schlägt Alarm: Halber Tag im Zeichen des Protests

Solidaires Informatique, die französische Gewerkschaft der Gaming-Branche, hat für den 22. Januar zu einem halbtägigen Arbeitsausstand aufgerufen. Die Reaktion auf Ubisofts kürzlich verkündete Umstrukturierung fällt vernichtend aus: Die Gewerkschaft bezeichnet die Ankündigung als „desaströse Entscheidung“ und stellt drei zentrale Forderungen an das Unternehmen. Die Liste ist unmissverständlich: Ein sofortiger Stopp der Kostensenkungspläne, die Beibehaltung und Ausweitung der Homeoffice-Regelungen sowie „anständige“ Gehaltserhöhungen für dieses Jahr. „Dies ist eine erste Antwort auf die Absurdität der Management-Entscheidungen“, verlautbart die Gewerkschaft mit scharfem Ton. Weitere Streiks würden bereits diskutiert, denn es stehe außer Frage, einen Chef gewähren zu lassen, der die Arbeitsbedingungen zerstöre. Besonders pikant: Die Gewerkschaft erinnert Konzernchef Yves Guillemot daran, dass es seine Angestellten sind, die überhaupt erst die Spiele erschaffen.

Dramatischer Kahlschlag: Prince of Persia fällt dem Rotstift zum Opfer

Der angekündigte Umbau hat bereits konkrete Opfer gefordert. Ubisoft bestätigte, dass das heiß erwartete Prince of Persia: The Sands of Time Remake zu den gestrichenen Projekten gehört. Der Konzern spricht euphemistisch von einem „umfassenden organisatorischen, operativen und Portfolio-Reset“, um die „kreative Führungsrolle zurückzuerobern und nachhaltiges Wachstum wiederherzustellen“. Die Realität sieht weniger glamourös aus: Anfang Januar wurden bereits 55 Mitarbeiter bei Massive Entertainment und Ubisoft Stockholm entlassen. Bemerkenswert dabei ist, dass eine interne Mail betonte, diese Entlassungen hätten nichts mit individuellen Leistungsproblemen zu tun – die „langfristige Ausrichtung“ beider Studios bleibe unverändert. An der Börse zeigt sich die Nervosität: Die Ubisoft-Aktie stürzte dramatisch ab, mit Verlusten von bis zu 35 Prozent. Frankreichs größter Gaming-Konzern befindet sich offenkundig in einer veritablen Existenzkrise.

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Fünf Häuser, ein Konzern: Die neue Struktur im Detail

Die Reorganisation folgt einem ambitionierten Plan: Ubisoft spaltet sich in fünf eigenständige „Creative Houses“ auf, die jeweils unterschiedliche Projekte betreuen. Vantage Studios (CH1) soll aus etablierten Franchises wie Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six milliardenschwere jährliche Marken formen. CH2 übernimmt kompetitive und kooperative Shooter wie The Division, Ghost Recon und Splinter Cell. CH3 konzentriert sich auf Live-Erlebnisse mit For Honor, The Crew, Riders Republic, Brawlhalla und Skull and Bones. CH4 widmet sich Fantasy- und narrativen Franchises wie Anno, Might & Magic, Rayman, Prince of Persia und Beyond Good & Evil, während CH5 familienfreundliche Titel wie Just Dance, Hungry Shark, Uno und Hasbro-Eigenschaften verantwortet. Parallel dazu arbeitet Ubisoft an vier neuen geistigen Eigentumstiteln, darunter das MOBA March of Giants, das erst im Dezember von Amazon übernommen wurde und sich in einem von League of Legends und Dota 2 dominierten Genre behaupten soll.

Zwischen Innovation und Selbstzerstörung

Die Situation bei Ubisoft offenbart ein fundamentales Dilemma der modernen Gaming-Industrie: Der Druck, Aktionäre zufriedenzustellen, kollidiert frontal mit den Bedürfnissen der kreativen Köpfe, die eigentlich das Herzstück jedes Spieleentwicklers bilden sollten. Während das Management von Effizienzsteigerung und strategischer Neuausrichtung spricht, sehen die Angestellten ihre Existenzgrundlage bedroht. Die Gewerkschaft hat eine klare Botschaft formuliert: Ohne die Entwickler gibt es keine Spiele, und ohne Spiele keinen Konzern. Ob Guillemot diese Mahnung ernst nimmt oder der Konflikt weiter eskaliert, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

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vonMaciej Ataman
Mein “HOBBY” hat mit dem Gameboy und Tetris begonnen und amüsiert mich immer noch bis in die Morgenstunden. Meine Lieblingsspiele sind Strategie/Renn –und Actionspiele. Man probiert jedoch alles aus was Spaß macht. AustriaGaming bietet mir die Möglichkeit mein Hobby mit anderen zu teilen und gemeinsam Spaß zu haben. P.S: “We see us on the Battlefield!”
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