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Games

Crazy Taxi: World Tour wagt das Unmögliche und muss trotzdem einen peinlichen Makel auf der Steam-Seite erklären

Crazy Taxi: World Tour soll 2027 nach über 20 Jahren Pause das Franchise mit Kampagne, Multiplayer und dem Original-Schöpfer zurückbringen. Allerdings muss sich SEGA schon jetzt für den Einsatz generativer KI rechtfertigen, noch bevor überhaupt echtes Gameplay zu sehen war.

Michael Stadlbauer
von Michael Stadlbauer
09.06.26
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Lesezeit: 3 Min.
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Crazy Taxi: World Tour wurde auf dem Xbox Games Showcase offiziell enthüllt und markiert das Comeback einer Marke, die seit über zwei Jahrzehnten von der Bildfläche verschwunden war. SEGA setzt mit Kenji Kanno auf den Schöpfer des Originals und liefert direkt einen Trailer mit The Offspring Soundtrack. Klingt nach einem Nostalgietrip mit Substanz. Doch auf der Shopseite von Steam lauert bereits die erste Kontroverse.

Das steckt im Artikel
  • Die Rückkehr eines vergessenen Giganten der Arcade Ära
  • Was Crazy Taxi: World Tour spielerisch bieten will
  • Die generative KI und was SEGA lieber für sich behalten hätte

Die Rückkehr eines vergessenen Giganten der Arcade Ära

Das Original von 1999 war ein kulturelles Phänomen. Crazy Taxi definierte die Dreamcast mit, wurde zum drittbestverkauften Titel der Konsole und brannte sich mit „All I Want“ von The Offspring in das kollektive Gedächtnis einer ganzen Generation. Dann? Wurde es still. Crazy Taxi 3: High Roller erschien 2002, das Mobile-Spiel City Rush 2014, und danach herrschte absolute Funkstille.

Dass SEGA jetzt ausgerechnet Kenji Kanno als Creative Producer zurückholt, ist ein starkes Statement. Der Mann hat die ersten drei Teile als Director und Producer verantwortet und kennt die DNA der Serie wie kein Zweiter. Der Trailer zur Ankündigung setzt exakt dort an, wo die Nostalgie am tiefsten sitzt: Axel hinter dem Steuer, eine vertraute Stadt, The Offspring auf voller Lautstärke.

YouTube Video

Doch dann dreht World Tour den Spieß um. Ein mysteriöser maskierter Antagonist taucht auf, klaut Axels Taxi und schickt die Handlung auf Weltreise. SEGA will hier deutlich mehr erzählen als „fahr Leute von A nach B“. Ob das funktioniert, ist die spannendste Frage des Projekts.

Was Crazy Taxi: World Tour spielerisch bieten will

Die Entwickler versprechen eine storybasierte Kampagne über fünf Städte hinweg, in der Axel seinen gestohlenen Wagen zurückerobern muss. Dazu kommen Multiplayer Optionen gegen Freunde oder Online-Gegner, ein klassischer Arcade Modus für Puristen und umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten für Fahrzeuge.

Das klingt nach einem vollwertigen Paket, das sowohl Nostalgiker als auch Neulinge abholen soll. Erste Previews, etwa von Polygon, bestätigen, dass das Spiel trotz seines Retro-Kerns einen modernen Eindruck hinterlässt. Die Mischung aus offener Spielwelt, kurzen Missionen und dem typischen Chaos wirkt durchdacht.

Plattformen: Xbox Series X|S, PC (Steam und Xbox App), PlayStation 5 sowie Nintendo Switch 2. Das Spiel unterstützt Xbox Play Anywhere und soll 2027 erscheinen. Einen konkreten Monat gibt es noch nicht.

Interessant ist der Kontext innerhalb von SEGAs eigenem Racer-Portfolio: Sonic Racing: CrossWorlds verfehlte die internen Erwartungen trotz einer Million verkaufter Einheiten. Crazy Taxi muss also nicht nur sich selbst beweisen, sondern auch zeigen, dass SEGA im Rennspiel-Segment noch relevante Akzente setzen kann.

Die generative KI und was SEGA lieber für sich behalten hätte

Was die Ankündigung komplett ausklammert: Auf der Shopseite auf Steam prangt eine Offenlegung, die für reichlich Gegenwind sorgt. SEGA bestätigt dort den Einsatz generativer KI während der Entwicklung von Crazy Taxi: World Tour. Die Reaktionen der Community? Entsprechend harsch.

SEGA und Kenji Kanno haben sich inzwischen verteidigt. Laut einem Statement gegenüber Game Informer wurde generative KI nicht für die Darstellung der Performer im Spiel genutzt, sondern als Entwicklungswerkzeug. Wie Eurogamer berichtet, bleibt die genaue Verwendung aber vage. Coding-Tools? Asset-Generierung? SEGA lässt sich hier nicht in die Karten schauen.

Das Thema ist für die Branche mittlerweile ein Dauerbrenner. Doch bei einem Franchise, das 27 Jahre Geschichte auf dem Buckel hat und eine leidenschaftliche Fanbase mitbringt, wiegt diese Offenlegung besonders schwer. Gerade weil bereits der kryptische Teaser vom Mai kritische Fragen aufwarf, startet World Tour jetzt mit einer Hypothek ins Rennen um die Gunst der Community.

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vonMichael Stadlbauer
Gaming befindet sich in einem ständigen Wandel, und ich bin hier, um ihn einzuordnen. Bei pixelcritics.com hinterfrage ich Trends, analysiere Design-Entscheidungen und suche das Besondere in der Flut an Neuerscheinungen. Meine Vorliebe gilt dabei oft dem Unkonventionellen: Wenn ein Spiel abseits ausgetretener Pfade neue narrative oder spielerische Wege geht, hat es meine volle Aufmerksamkeit.
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